Wann kommt der Schweizer Raucherführer?
Aktualisiert am 21.06.2009 2 Kommentare
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Mobilen Rauchern ist mittlerweile zu empfehlen, sich für Reisen durch die Schweiz eines Führers über kantonale Gesetzgebungen zu behändigen. Auch wenn beidseits des Lötschbergs nur noch in separaten Fumoirs geraucht werden darf, so wird einem in Kandersteg BE doch noch ein Glas serviert. In Brig VS dagegen nicht.
Auf beiden Seiten des Röstigrabens herrscht ein geografisches Mosaik. Im Minikanton Appenzell Innerrhoden wird in den Beizen fröhlich gepafft, doch im anderen Appenzell ist dies strengstens verboten. Unterwegs im Nachbarkanton St. Gallen wittert der Raucher Morgenluft: In kleinen Beizen bis maximal 80 Quadratmeter darf er seinem Laster frönen – wie auch im nahen Thurgau.
Zürcher: Bitte die Kippen austreten
Im Kanton Zürich ist ab dem 1. Oktober Schluss mit Rauchen in den Wirtschaften. Im Kanton Glarus darf zurzeit noch rauchen, wer will; ein Volksbegehren ist aber hängig. Definitiv «Kippe aus» heisst es auf der Weiterreise dann aber im Kanton Graubünden.
Unterwegs in der Westschweiz, darf der Raucher in der Waadt noch bis Ende August seinem Laster frönen. Danach tritt auch dort das Rauchverbot in Kraft. Etwas nördlich, im Kanton Neuenburg, muss er seine Zigarette löschen; da gilt das Rauchverbot seit April. Im Kanton Jura hingegen diskutiert derzeit das Parlament eine entsprechende Motion.
Freiburger und Genfer Wirtschaften werden die geneigten Raucher zwar noch geniessen - jedoch nicht mehr allzu lange. Beidenorts werden Fumoirs ohne Bedienung eingeführt. An der Saane Anfang 2010, und an der Rhone befinden die Stimmbürgerinen und Stimmbürger am 27. September darüber – bereits zum zweiten Mal.
Fumoirs – mit oder ohne Service
In der Romandie geht der Trend eher in Richtung unbediente Fumoirs. In der deutschen Schweiz ist es leichter, bediente Fumoirs zu finden – unter der Bedingung, dass das Personal sich ausdrücklich bereit erklärt, in solchen zu arbeiten.
Letztere Lösung ist näher beim Bundesgesetz, das die eidgenössischen Räte letztes Jahr verabschiedet haben. Dieses erlaubt nicht nur Fumoirs mit Service bei Zustimmung des Personals, sondern auch kleine Raucherbeizen bis zu 80 Quadratmeter.
Ein Bundesgesetz nicht vor 2010
Indem das Bundesgesetz es den Kantonen ermöglicht, restriktiver zu sein, trägt es zur Uneinheitlichkeit der Lage bei. Ausserdem ist das im Oktober verabschiedete Gesetz noch gar nicht in Kraft. Man wartet noch auf die zugehörige Verordnung.
Die Verordnung dürfte den betroffenen Kreisen im Sommer zur Stellungnahme unterbreitet werden, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gegenüber der Nachrichtenagentur SDA verlauten liess. Ein Inkrafttreten sei demnach frühestens auf Anfang 2010 zu erwarten, sagte Karine Begey, Sprecherin beim BAG für das nationale Tabakprogramm.
Differenzen auch in Zukunft
Gewiss, mit der Zeit dürfte das Rauchverbot schweizweit einheitlich werden. Nichtsdestotrotz werden gewisse Unterschiede bleiben: bezüglich der Fumoirs, mit oder ohne Bedienung, und bezüglich der Grösse der Lokale. Der die Kantonsgrenzen durchreisende Raucher wird also auch künftig kein einfaches Leben haben.
Dies ist allerdings nicht der Grund, weshalb die Lungenliga eine Volksinitiative lanciert hat, die klare, strenge und landesweit gültige Regeln fordert. Die Lungenliga geht – gestützt auf Umfragen, wonach mehr als zwei von drei Schweizern den Text unterstützen – davon aus, die nötigen 100'000 Unterschriften bis Ende Jahr beisammen zu haben, fast ein Jahr vor Ablauf der Sammelfrist. (raa/sda)
Erstellt: 21.06.2009, 09:16 Uhr
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2 Kommentare
Welch unsinnige Ideen der Mensch doch ausbrüten kann.Auch noch einen Schweizer Raucherführer auf den Markt bringen,soll der Bürger seine Freiheit und seine Reisen nach den Bedürfnissen der Raucher/Nichtraucher richten.Welch eine "Beglückung" für den "mündigen" Bürger,oder ist er etwa schon entmündigt worden und merkt es nicht einmal.Eine Rauchergesetzgebung in der Tasche,das fehlt uns grade noch! Antworten
Definitiv Kippe aus in Graubünden stimmt nicht. Es gibt ein paar wenige Raucherbeizen sowie Restaurants mit Fumoirs. Also etwas vernünftiger als die zukünftige Verbots-Regelung in Zürich, die das Aus vieler kleinen Raucherbeizen werden wird (siehe Irland). Antworten






