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Warum Elisabeth Kopp Marc Rich nicht an die USA auslieferte

Von Jan Derrer. Aktualisiert am 07.09.2010 8 Kommentare

Rich, Polanski, UBS: Die USA fordern, die Schweiz gibt – ist das so? Im Zürcher Kaufleuten diskutierte gestern eine illustre Runde. Tagesanzeiger.ch/Newsnet übertrug live – hier ein Best-of des Abends.

Alt-Bundesrätin Elisabeth Kopp: «Ich hatte den Eindruck, dass es in Bern gründlich schief läuft».
Video: Jan Derrer

Als sich die über 200 vorwiegend älteren Zuschauer setzten, ertönte aus den Lautsprechern sanfte Musik von Nat King Cole. Ebenso sanft verlief dann die Diskussion über den Druck, den die USA in Fällen wie Polanski, Marc Rich und UBS auf die Schweiz ausübten. Da alle Teilnehmer mehr oder weniger der gleichen Meinung waren, entstand keine wirklich lebhafte Diskussion. Möglicherweise lag es auch an der Erkältung von Diskussionsleiter Martin Beglinger, dass das Gespräch äusserst unaufgeregt blieb.

Dem Druck der USA widerstehen

Alt-Bundesrätin Elisabeth Kopp, Wissenschaftsjournalist Daniel Amman und David Zollinger, ehemaliger stellvertretender Zürcher Staatsanwalt und heute Mitglied in der Geschäftsleitung der Privatbank Wegelin & Co., waren sich einig: Die Schweiz muss dem Druck der USA widerstehen.

Das kürzlich abgeschmetterte Auslieferungsbegehren der USA im Fall des Filmregisseurs Roman Polanski sei in Ordnung gewesen. Ebenfalls sei es richtig gewesen, in den 80er-Jahren Rückgrat zu zeigen und den Rohstoffhändler Marc Rich nicht auszuliefern. Die UBS habe zwar eine Strafe verdient – aber nicht in der Höhe von 800 Millionen Dollar. Daniel Ammann findet die Übergabe von UBS-Kundendaten an die USA fatal und schlimm.

Eine Alt-Bundesrätin erklärt sich

Ausführlich und unterschwellig stolz begründete Alt-Bundesrätin Elisabeth Kopp, warum sie sich 1989 als Justizministerin der Auslieferung des wegen Steuerhinterziehung von den USA gesuchten Rohstoffhändlers Marc Rich widersetzte. Auch nahm sie Stellung zu ihrem NZZ-Artikel, in dem sie sich vehement für die Freilassung von Roman Polanski einsetzte.

Interessanter wurde die Diskussion, als es um die Schwächen des Schweizer Konkordanz-Systems im Umgang mit ausländischem Druck ging. Elisabeth Kopp schlägt ein Gremium vor, das den Bundesrat in solchen Konfliktsituationen berät. David Zollinger sieht in der Deutschschweizer Mentalität des «Allen-Gefallen-Wollens» einen Nachteil, wenn es zu Konfliktsituationen mit dem Ausland kommt.

Das Publikum störte die Harmonie der Diskussion nicht. Auffallend viele deutsche Zuschauer meldeten sich und plädierten für eine standhafte Schweiz: «Die Schweiz soll sich nicht so klein machen», meinte einer beinahe beschwörend. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.09.2010, 12:18 Uhr

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8 Kommentare

Bruno Bänninger

07.09.2010, 13:29 Uhr
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Alt-Bundesräte/innen hatten ihre Chancen. Sie packten sie nicht. Wieso überschätzen sich diese Leute noch immer? Kopp, Couchepin, Blocher reden unverlangt mit penetrantem Geschwätz um den Anschein zu erwecken, über alles bestens Bescheid zu wissen? Gescheites bekommt man von Alt-BR auch heute nicht zu hören. Wie ist das zu erklären? Mangelnde Weisheit, extremes Geltungsbedürfnis.Also nichts Neues Antworten


Klaus Werner wegmüller

07.09.2010, 14:23 Uhr
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Lieber Herr Bänninger. Wenn Sie ja alles so gut wissen so möchte ich doch gerne mal von Ihnen hören Wie Sie in solchen Dingen Entscheiden würden. Antworten



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