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Warum die Regenfront nur einzelne Orte unter Wasser setzte

Aktualisiert am 09.08.2009

Ein Meteorologe erklärt das Phänomen des Wolkenbruchs anhand der gestrigen Wetterlage.

Knietief standen die Feuerwehrmänner in Küssnacht: In der Zentralschweiz trafs einige Gemeinden knüppeldick.

Knietief standen die Feuerwehrmänner in Küssnacht: In der Zentralschweiz trafs einige Gemeinden knüppeldick.
Bild: Keystone

Starker Regen hatte am Samstag in der Zentralschweiz, im Mittelland und in der Ostschweiz örtlich zu Überschwemmungen geführt. Keller wurden überflutet und mehrere Strassen mussten gesperrt werden. Die Aufräumarbeiten hielten bis am Sonntag an.

Die starken Niederschläge hatten sich auf wenige Orte konzentriert, wie ein Meteorologe des privaten Wetterdienstes MeteoNews am Samstag auf Anfrage der SDA sagte. Zurückzuführen sei dies auf schwache Höhenwinde. Die Regenzellen wurden nicht weitergeblasen, sondern entleerten sich längere Zeit am gleichen Ort. Teilweise fielen bis zu 70 Liter pro Quadratmeter.

Hunderte Notrufe

Bei den Polizeien gingen hunderte Anrufe zu überschwemmten Kellern und Einstellhallen, über die Ufer getretene Bäche sowie mit Geröll verschüttete Strassen ein. In zahlreichen Orten stand die Feuerwehr im Dauereinsatz. Sie pumpte Keller und Unterführungen leer. Meldungen über Schadensummen lagen am Sonntag noch nicht vor.

Stark betroffen war das Gebiet zwischen Luzern und dem Zürichsee. In den Kantonen Luzern und Schwyz gingen über 300 Notrufe ein, wie die Polizeien mitteilten. Für Aufregung sorgten im Kanton Schwyz mehrere Fässer mit Gefahrengut-Symbol, die in verschiedenen Flüssen trieben. Die Fässer erwiesen sich allerdings als leer.

Häuser ohne Wasser und Strom

Im Kanton Bern war vor allem Langnau im Emmental betroffen. Schadensmeldungen lagen ausserdem aus dem Kanton Freiburg, dem Baselbiet und Teilen des Waadtlandes vor. Mehrere Strassen mussten vorübergehend gesperrt werden. Einige wurden durch kleinere Erdrutsche verschüttet.

In der Ostschweiz entlud sich das Unwetter erst am Nachmittag: Im Osten des Kantons St. Gallen sind die Schäden nach Angaben der St. Galler Kantonspolizei gross. Nach dem starken Regen waren in Eichberg, Oberriet und Altstätten mehrere Häuser bis in die Nacht hinein ohne Strom und Wasser.

Verspätungen bei den SBB

In Appenzell Innerrhoden traf der Regen die Ortschaften Steinegg und Eggerstanden stark. Die Strassenverbindungen von Eggerstanden ins St. Galler Rheintal mussten gesperrt werden. Beziffern konnte die Polizei den Schaden am Sonntag noch nicht.

Zwischen Immensee SZ und Rotkreuz ZG ging am Samstag ein kleinerer Erdrutsch auf eine Bahnlinie der SBB nieder, wie ein SBB- Sprecher auf Anfrage sagte. Die Strecke war zeitenweise nur einspurig befahrbar. Auf der Gotthardlinie und auch auf weiteren Strecken kam es deswegen zu Verspätungen zwischen 5 und 15 Minuten.

Zu einer Störung im Bahnverkehr kam es am Sonntagnachmittag auch zwischen Spiez und Interlaken im Berner Oberland. Wegen eines Steinschlags zwischen Faulensee und Krattigen musste die BLS die Strecke vorübergehend sperren. Gegen 16 Uhr lief der Verkehr wieder normal. (cpm/sda)

Erstellt: 09.08.2009, 17:21 Uhr

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