Warum die SBB hunderte Millionen zusätzlich brauchen

Nach der jüngsten Häufung von Störungen musste sich SBB-Chef Andreas Meyer vor der Verkehrskommission des Nationalrats erklären.

Die Bundesbahnen brauchen deutlich mehr Geld: SBB-Chef Andreas Meyer.

Die Bundesbahnen brauchen deutlich mehr Geld: SBB-Chef Andreas Meyer.
Bild: Keystone

Die SBB benötigen ab dem Jahr 2010 weitere hunderte Millionen Franken für die Infrastruktur. Der steigende Geldbedarf, eine Studie über den Zustand des SBB-Netzes und die Betriebsstörungen waren am Dienstag Thema eines Treffens der SBB-Spitze mit der Verkehrskommission des Nationalrates.

SBB-CEO Andreas Meyer und Infrastrukturleiter Philippe Gauderon hätten die Verkehrskommission über die laufenden Untersuchungen zum Zustand des SBB-Netzes sowie über die jüngsten Betriebsstörungen informiert, sagte SBB-Sprecher Daniele Pallecchi auf Anfrage.

Gründe für höhere Kosten

«Bei der Infrastruktur besteht ein Nachholbedarf von einer Milliarde Franken», sagte Pallecchi weiter. Gründe seien die höhere Netzbelastung, gesetzliche Auflagen zur Sicherheit sowie gestiegene Baukosten, erklärte Pallecchi. Um diesen Nachholbedarf abzubauen, braucht es demnach ab 2010 bis mindestens 2020 rund 100 Millionen Franken pro Jahr.

Zudem rechneten die SBB mit Mehrkosten, um die Substanz der Infrastruktur künftig zu erhalten. Zwischen 2010 und 2016 seien dazu pro Jahr über 100 Millionen Franken zusätzlich nötig, sagte der SBB-Sprecher. Der Zustand des SBB-Netzes sei aber insgesamt gut, betonte Pallecchi. Dies ergäben die Zwischenresultate einer Studie der SBB. Die endgültigen Resultate der Untersuchung lägen Ende Dezember vor.

Es drohen Betriebseinschränkungen

Die SBB-Delegation zeigte der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) auch das Szenario auf, falls keine zusätzlichen Gelder fliessen: Dann müsse mit vermehrten Langsamfahrstellen oder anderen Betriebseinschränkungen gerechnet werden, sagte Pallecchi.

Solche Einschränkungen würden aber nicht an viel befahrenen Strecken vorgenommen. Auch an der Sicherheit spare die SBB nicht, betonte er. Die häufigen Betriebsstörungen in den vergangenen Wochen waren ebenfalls Thema des Treffens.

Störungen «zufällig»

«Die SBB erklärte der Kommission, dass die in letzter Zeit aufgetretenen Störungen zufällig und jeweils völlig unterschiedlicher Ursache waren», berichtete Pallecchi. Zudem gingen die Störungen im Verhältnis zur Netzauslastung seit 2003 zurück. Die öffentliche Wahrnehmung der Verspätungen und Ausfälle begründete der SBB-Sprecher durch die hohe Systemauslastung: «Heute hat jede Störung grössere Auswirkungen und immer mehr Leute sind davon betroffen.» (vin/sda)

Erstellt: 22.09.2009, 16:26 Uhr

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