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Was hat Hasler, was Béglé fehlte?

Was man bei Claude Béglé bemängelte, fehlt auch Peter Hasler: Einen entsprechenden Leistungsausweis und Erfahrung als Konzernleiter.

Es braucht keinen Postexperten an der Spitze des Post-Verwaltungsrates: Postpräsident Peter Hasler, links, und Bundesrat Moritz Leuenberger.

Es braucht keinen Postexperten an der Spitze des Post-Verwaltungsrates: Postpräsident Peter Hasler, links, und Bundesrat Moritz Leuenberger.
Bild: Keystone

Als im Frühjahr 2006 Bundesrat Joseph Deiss als Bundesrat zurücktrat und die damalige CVP-Präsidentin Doris Leuthard als Nachfolgerin im Wirtschaftsministerium ins Zentrum rückte, winkte der damalige Direktor des Arbeitgeberverbandes Peter Hasler ab. Leuthard verstehe nichts von Wirtschaft, liess er sich von den Medien zweimal zitieren. Hätte Peter Hasler jetzt diesen Massstab bei sich selbst angesetzt, hätte er das Amt als Postpräsident nicht annehmen dürfen. Für Hasler ist die Schweizerische Post Neuland.

Alles, was man bei Claude Béglé bemängelte, den mangelnden Leistungsausweis und die fehlenden Erfahrungen als Unternehmensführer, blieb auch bei der Wahl seines Nachfolgers unberücksichtigt. Bundesrat Moritz Leuenberger, der Hasler auf Béglés Stuhl hievte, erklärte am Mittwoch an der Pressekonferenz auch warum: Peter Hasler sei in der Schweiz bereits bekannt. Er selber kenne ihn persönlich sehr gut. Woher, enthüllte die NZZ: Von gemeinsamen 1968er-Zeiten. Bei Béglé sei das ganz anders gewesen, begründete Leuenberger. Dieser sei aus dem Ausland gekommen, in der Schweiz habe ihn kaum jemand gekannt.

Zweifel an Leuenbergers Wahlverfahren

Trotz seiner Nähe zu Hasler habe Leuenberger «selbstverständlich» auch über ihn Referenzen eingeholt. Bei wem, verrät er indes nicht. Sicher wird er mit der grünliberalen Ständerätin Verena Diener telefoniert haben, die Hasler damals als Regierungsrätin ans Zürcher Unispital holte.

Dass der einstige Direktor des Arbeitgeberverbandes Hasler mit dem Postgeschäft noch nie näher in Berührung gekommen ist, stört den Bundesrat nicht: Ein Postpräsident müsse kein Postexperte sein, meinte Leuenberger.

«Irgendwie merkwürdig»

Am Wahlverfahren des Béglé-Nachfolgers kommen trotz Leuenbergers Beteuerung Zweifel auf: Die FDP-Ständerätin Christine Egerszegi – Mitglied der für die Post zuständigen Fernmeldkommission – empfand dieses als «irgendwie merkwürdig». Leuenberger habe am 11. Januar in der Kommission die Vorwürfe gegen Béglé als Medienkampagne abgetan. Sie ist jedoch überzeugt, dass Hasler einen guten Job macht. «Er wird dafür sorgen, dass bei der Post Ruhe einkehrt.»

Daran zweifelt auch Franziska Teuscher von den Grünen nicht, die der Fernmeldekommission des Nationalrates angehört. «Aber wenn das alles ist?» Klärende Worte erwartet Teuscher vom Postminister, weshalb er zum Beispiel die Vakanz an der Spitze der Post im Eiltempo besetzte. «Leuenberger hätte ja auch einmal Ausschau halten können nach einer geigneten Frau», sagt Teuscher. «Das wäre langsam an der Zeit.» Vom neuen Postpräsidenten wisse man vor allem, dass er als Direktor der Arbeitgeberverbandes stark am Sozialstaat rüttelte.

Kann Hasler die Post zu neuen Ufern führen?

Jetzt übernimmt Hasler die strategische Führung eines Bundesunternehmen mit über 50'000 Mitarbeitern, welches sich ausserdem in einem rasant wechselnden internationalen Markt behaupten muss. Mit Jürg Bucher hat er zudem einen Unternehmenschef zur Seite, der sich in den letzten zehn Jahren hauptsächlich um Postfinance und weniger um den Konzern kümmerte. Ob bei dieser Ausgangslage die Erfahrungen Haslers mit der realen Wirtschaft ausreichen werden, um die Post für die Zukunft strategisch richtig zu positionieren, wird sich erst noch zeigen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.01.2010, 10:11 Uhr

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