Schweiz
Weitere 105 Tonnen Hilfsgüter für Haiti
«Positive Zwischenbilanz» der Nothilfe: Toni Frisch. (Bild: Keystone)
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Die dritte Maschine mit Hilfsgütern für Haiti landete am Montag in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik. An Bord waren 105 Tonnen Hilfsgüter. Toni Frisch, Chef der humanitären Hilfe des Bundes, zog am Montag in Bern vor den Medien trotz schwieriger Bedingungen eine «positive» Zwischenbilanz der Schweizer Nothilfe in Haiti. «Eine solche Katastrophe ist per definitionem Chaos», sagte er.
Dennoch funktioniere die Zusammenarbeit der Helfer vor Ort besser, als er erwartet habe, sagte der DEZA-Delegierte. Er war am Sonntag aus dem Krisengebiet zurückgekehrt. Für die Schweiz stehen über 50 Personen im Einsatz. Am Sonntag wurden erstmals Helfer und Ärzte durch neue Kräfte ersetzt. Ein wichtiger Fokus der Schweizer sei neben der medizinischen Betreuung das Engagement für Obdachlose, erklärte Frisch. 600'000 Leute ohne Dach über dem Kopf müssten irgendwo untergebracht werden.
Versorgung der Obdachlosen
Momentan lebten die Menschen überall: Etwa auf einem Platz nahe der Schweizer Botschaft schliefen rund 2000 Personen. Dort versuche die Schweiz zu helfen: «Wir eruieren die Bedürfnisse der Leute.» Es sei keine Lösung, die Leute einfach alle aufs Land zu bringen, wie es der Plan der haitianischen Regierung sei.
Am Montag begann zudem vor der Schweizer Botschaft eine Wasserverteilung. In Zusammenarbeit mit der grössten Trinkwasserfirma in Port-au-Prince werden weiter zwölf Trinkwasser- Verteilzentren in Stand gestellt, wie es hiess. Ziel sei es, für 100'000 Personen Trinkwasser zur Verfügung zu stellen, sagte Toni Frisch.
Das Engagement der Schweiz sei sehr breit, hielt der Chef der humanitären Hilfe des Bundes fest. «Wir wollen keine Staubwolke verursachen, sondern eine messbare Leistung erbringen.»
170 Operationen
Messen lässt sich etwa der Einsatz des Schweizer Ärzteteams: Bis am Montag wurden 170 Operationen durchgeführt, wie Olivier Hagon, Mediziner und Koordinator des Ärzteteams in Haiti, sagte. Das kleine Schweizer Team sei äusserst flexibel und arbeite rund um die Uhr unter teilweise verrückten Bedingungen, berichtete Hagon, der selbst am Sonntag zurückgekehrt ist.
Die Schweizer Ärzte konzentrierten sich auf Schwangere und Kinder. «Wir hätten uns tausend Hände gewünscht», sagte Hagon sichtlich bewegt. Auch das Leben gehe weiter in Haiti: So leisteten die Ärzte bei zehn Geburten Hilfe. Der Spagat zwischen neuem Leben und absoluter Katastrophe sei sehr schwierig zu leisten.
Die Schilderungen des Schweizer Arztes zeigten, wie nahe der Katastropheneinsatz auch den Helfern vor Ort geht. Neben den «apokalyptischen Zuständen» zeigten sich Frisch wie Hagon von den Menschen tief beeindruckt: Die Würde und Gelassenheit, mit der diese ihr Schicksal etrugen, sei ausserordentlich, hielten sie fest. (vin/sda)
Erstellt: 25.01.2010, 20:26 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




