Welche Schilder aus dem Verkehr verschwinden

Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) will die Verkehrsregeln verständlicher und übersichtlicher gestalten. Hierfür verschwindet eine ganze Reihe altbekannter Schilder.

Kommt sporadischer zum Einsatz: Das Verkehrsschild «Höchstgeschwindigkeit 50 generell».

Kommt sporadischer zum Einsatz: Das Verkehrsschild «Höchstgeschwindigkeit 50 generell». Bild: Keystone

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Die aus den Jahren 1962 respektive 1979 stammenden Verordnungen über die Verkehrsregeln und über die Strassensignalisation werden total revidiert. Ziele seien ein Abbau des Schilderwaldes und eine Entrümpelung bei den Verkehrsregeln, heisst es in einer Medienmitteilung des ASTRA.

Künftig soll die Innerortsgeschwindigkeit ab der Ortschaftstafel gelten und nicht mehr separat mit dem Signal «Höchstgeschwindigkeit 50 generell» angezeigt werden. Damit werde der Sonderfall Schweiz aufgehoben und die im übrigen Europa geltende Regelung übernommen, schreibt das ASTRA.

«Höchstgeschwindigkeit 50 generell»

Das Signal «Höchstgeschwindigkeit 50 generell» soll nur noch verwendet werden, um den Beginn oder den erneuten Beginn der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit innerorts zu kennzeichnen, wenn vorgängig beim oder nach dem Ortsbeginn eine abweichende höhere Höchstgeschwindigkeit signalisiert ist.

Die Ortschaftstafeln sollen innert fünf Jahren am heutigen Standort des Signals «Höchstgeschwindigkeit 50 generell» angebracht werden, wobei letzteres noch mindestens bis Ablauf dieser Übergangsfrist stehen bleibt. Die Umsetzung soll mehrstufig erfolgen und wird mit umfangreichen Kommunikationsmassnahmen begleitet, um diese Änderung bekannt zu machen.

Neue Lichtsignalanlagen

Unklare Lichtsignalanlagen sollen saniert werden. Grünes Licht soll in jedem Fall mit einem gelben Blinklicht ergänzt werden, wenn der Vortritt anderen Verkehrsteilnehmern zusteht, denen ebenfalls ein grünes Licht angezeigt wird (so genanntes «Konfliktgrün»; z.B. beim Linksabbiegen und beim Rechtsabbiegen mit Fussgängerstreifen).

Die Abbildungen auf den Signalen werden aktualisiert. Insbesondere sollen Menschen neu geschlechtsneutral abgebildet werden. Aufgehoben wird das Gefahrensignal «Fussgängerstreifen», das motorisierte Verkehrsteilnehmer vor schwer erkennbaren Zebrastreifen warnt. Solche Streifen seien nicht zu akzeptieren, hält das ASTRA fest. Sie müssten saniert oder gegebenenfalls aufgehoben werden. Entsprechend sei das Signal nicht mehr nötig.

Ganz links mindestens Tempo 100

Auf Autobahnen mit drei Fahrstreifen soll der linke Fahrstreifen neu nur noch von Fahrzeugen benützt werden dürfen, die ein Tempo von mehr als 100 km/h erreichen statt wie bisher 80 km/h. Das Vorschriftssignal «Mindestgeschwindigkeit» soll verschwinden.

Aufgehoben werden auch die Vortrittsignale «Einfahrt von rechts» und «Einfahrt von links» auf Autobahnen und Autostrassen. Gestrichen wird das Verbot von Traktoren auf Autobahnen und Autostrassen. Denn dort sind Fahrzeuge, die nicht 80 km/h erreichen, bereits verboten.

Doppeltes Andreaskreuz verschwindet

Ebenfalls aufgehoben wird das Gefahrensignal «Flugzeuge» zur Warnung vor tieffliegenden Flugzeugen oder rollenden Flugzeugen in der Nähe von Flugplätzen und Flugpisten. Im Bereich, in dem Flugzeuge starten und landen, sei in der Regel auch der Flugplatz respektive die Flugpiste erkennbar, heisst es hierzu.

Auch das Vortrittsignal «Doppeltes Andreaskreuz» vor Bahnübergängen mit mehreren Gleisen soll verschwinden. Das «Einfache Andreaskreuz» bleibt. Entfernt wird auch das Gefahrensignal «Distanzbalken» vor Bahnübergängen. (jak/sda)

(Erstellt: 06.01.2011, 14:48 Uhr)

Nicht mehr notwendig: Das Verkehrsschild «Achtung Flugzeug».

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