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Welchen Krankenkassen Millionen fehlen

Von Samuel Reber. Aktualisiert am 17.09.2010 80 Kommentare

Namhaften Krankenkassen fehlen zweistellige Millionenbeträge. Das Bundesamt für Gesundheit nannte heute die Namen. Und Experte Richard Eisler sagt gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet, wer welche Fehler gemacht hat und wie es nun mit den Prämien weitergeht.

Name Versicherte Einnahmen in Mio. Fehlende Reserven in Mio.

Ein Minus von bis zu 40 Millionen Franken: Liste der Krankenkassen mit den grössten Fehlbeträgen.


«Das ist alles extrem verpolitisiert»: Richard Eisler. (Bild: Keystone )

Fehlende Reserve pro Kopf

Die Krankenkasse Sanitas hat sich auf diesen Artikel hin bei der Redaktion gemeldet und möchte «ergänzend» darauf hinweisen, dass die fehlende Reserve in ihrer Versicherung pro versicherte Person rund 120 Franken beträgt. Bei anderen Kassen sei dieser Betrag deutlich höher.

Müssen Reserven auffüllen: Krankenkassen.

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In der heute vom Bundesamt für Gesundheit veröffentlichten Liste ist zu erkennen, dass Schweizer Krankenkassen wie etwa Sanitas, Intras oder Sana24 Millionendefizite bei den gesetzlich vorgeschriebenen Reserven haben. Richard Eisler, Chef des Internetvergleichsdienstes Comparis.ch, erklärt die Hintergründe, wer die Zeche zahlen muss und wirft einen Ausblick auf die kommenden Prämienerhöhungen.

Wie konnte es soweit kommen, dass bei der Sanitas 41,5 Millionen fehlen?
Hier ging die Prämienkosmetik von Bundesrat Couchepin in die Hose. 2007 wurde der politische Druck auf die Kassen erhöht, ihre Reserven abzubauen. Aber auf der Kostenseite geschah nichts. Die Kosten für medizinische Leistungen stiegen weiter wie bisher. Somit wurde die Prämienerhöhung nur künstlich gedämpft.

Was hat die Politik falsch gemacht?
Die Aufsichtsbehörde, das Bundesamt für Gesundheit, machte Druck auf die Kassen, die Prämien zu senken. Hinzu kommt der Wettbewerb im Markt, der spielt. Wir wissen, dass Kunden auf tiefere Prämien reagieren und wechseln. Durch diese zwei Faktoren entsteht eine gefährliche Mixtur. Die Aufsichtsbehörde hätte eigentlich nur die Aufgabe, die Geldreserven zu kontrollieren und nicht als Micro-Manager auf die Prämien Einfluss zu nehmen. Die Assura-Versicherung hat sich diesbezüglich in einem wegweisenden Prozess erfolgreich gegen das BAG gewehrt.

Wer muss die Zeche für diesen Fehler bezahlen?
Die Versicherten. Die Kosten im Gesundheitswesen steigen weiter. Und die Prämien sind ein Abbild der Kosten.

Werden Privatversicherte stärker zur Kasse gebeten?
Querfinanzierungen von den Zusatzversicherungen in die Grundversicherung hat es in den letzten Jahren gegeben. Wobei es sich eher um marginale Beträge handelt.

Ist eine Trendwende in Sicht, wann Prämienerhöhungen wieder moderater werden?
In der Branche wird auch für das nächste Jahr nochmals mit einer deutlich spürbaren Erhöhung gerechnet. Danach dürfte es moderater werden, mit Erhöhungen pro Jahr unter fünf Prozent. Auch dank der Managed-Care-Vorlage, die jetzt im Parlament diskutiert wird. Mit Managed Care könnten künftig bei der Behandlung der Patienten Doppelspurigkeiten verhindert und sinnlose Kosten vermieden werden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.09.2010, 13:23 Uhr

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80 Kommentare

Andreas Moser

16.09.2010, 13:29 Uhr
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Die kranken Krankenkasse werden bankrott gehen, da sie ihre Reserven verzockt haben. Das Geld in Papier ist gerade am Crashen - wir stehen erst am Anfang. Antworten


Nicole Meier

16.09.2010, 13:30 Uhr
Melden

Danke Faru Dreyfuss das sie uns diesen Schlamassel eingebrockt haben. Wie war das damals? Die Prämien werden wohl um 5% steigen aber niemals um 10% So sieht man wie wir für Dumm verkauft wurden und werden. Unbedingt den Leistungskatalog in der Grundversicherung kürzen. Antworten



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