Wer das Minarett trifft, hat gewonnen
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Zu Beginn des Spiels wird eine friedliche Landschaft gezeigt. Dann schiessen unzählige Minarette aus dem Boden und überziehen wie Speerspitzen das Land. Dies berichtet die Zeitung «Sonntag». Der Spieler muss auf die Gebetstürme zielen – jeder Treffer bringt ein Minarett zum Verschwinden. Wenn man nicht trifft, kommt der Muezzin auf das Minarett, der zum Gebet ruft.
«Heute lancieren wir das Spiel», sagt SVP-Nationalrat Walter Wobmann, Präsident des Initiativkomitees zu dem Blatt. «Es ist online abrufbar und bekommt eine eigene Internetadresse.»
Entwickelt hat das Onlinegame die Werbe- und PR-Firma Goal in Dübendorf – die Hausagentur der SVP, die bereits die umstrittenen Anti-Minarett-Plakate entwarf.
«Geschmacklos»
Mit dem Computerspiel reagiert das Initiativkomitee auf den Wirbel, den diese Woche eine Lautsprecheranlage auf einem Minarett im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet bei Rheinfelden auslöste. Dort rief der Muezzin mit 30 Watt Verstärkung zum Gebet – was bis in die Schweiz zu hören war. Inzwischen wurden die Lautsprecher wieder abmontiert.
Das Computer-Game sorgt für Empörung. «Geschmacklos», kommentiert Saïda Keller-Messahli, Präsident des Forums für einen fortschrittlichen Islam gegenüber dem «Sonntag»: «Die Schamgrenze ist überschritten.» Offenbar heilige der Zweck jedes Mittel, entrüstet sich Hisham Maizar, Präsident der Föderation islamischer Dachverbände der Schweiz: «Den Initianten ist alles recht, um die Volksmeinung zu beeinflussen.» Das Spiel suggeriere, der Muezzin sei der nächste Schritt: «Auf Schweizer Minaretten gab es noch nie einen Muezzin und es wird auch keinen geben.» (oku/cpm)
Erstellt: 19.10.2009, 09:46 Uhr
































