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«Wer den Boykott befolgt, wird betrieben»

Aktualisiert am 07.02.2011 131 Kommentare

Die SVP droht mit einem Gebührenboykott gegen die SRG. Billag-Präsident Werner Marti warnt davor.

«Die SVP ruft dazu auf, gesetzliche Pflichten zu missachten»: Werner Marti und Toni Brunner.

«Die SVP ruft dazu auf, gesetzliche Pflichten zu missachten»: Werner Marti und Toni Brunner.
Bild: Keystone

Die SVP erwägt einen Gebührenboykott gegen die SRG, weil die «SVP-Hasser» Roger de Weck, Rudolf Matter und künftig auch Roger Schawinski angeblich das Programm von Fernsehen und Radio dominieren. Laut SVP-Präsident Toni Brunner sollen einfach keine Billag-Gebühren mehr bezahlt werden. «Es ist erstaunlich, so etwas von einer Regierungspartei zu hören», sagt Billag-Verwaltungsratspräsident Werner Marti in einem Interview, das heute in der «Aargauer Zeitung» und der «Südostschweiz» erschienen ist. Die SVP rufe dazu auf, gesetzliche Pflichten zu missachten.

Marti lässt sich vom möglichen Gebührenboykott der SVP nicht beeindrucken und warnt davor, die Gebühren nicht zu bezahlen. «Wer einen Boykottaufruf befolgt, der wird von uns zuerst gemahnt und dann betrieben», sagt der frühere SP-Nationalrat und Ex-Preisüberwacher.

Auch Mahn- und Betreibungsgebühren

Die SVP erweise denjenigen, die einen solchen Boykott befolgen, einen Bärendienst, sagt Marti. Zu den ordentlichen Gebühren kämen schliesslich noch Mahn- und Betreibungsgebühren. «Weil unsere Forderungen berechtigt sind, werden die Kunden nicht Recht bekommen.» Und weiter. «Wir werden einfach weiter unseren Job machen.»

Der Billag-Präsident gibt weiter zu bedenken, dass ein Gebührenboykott lediglich dazu führen würde, dass der Staatsaufwand steige - was die SVP eigentlich nicht wolle. Es werde nicht nur für die Billag viel mehr Arbeit geben, sagt Marti, sondern auch für die Betreibungsämter und das Bundesamt für Kommunikation (Bakom).

Die Billag-Gebühren sind seit längerer Zeit ein Thema, das von der SVP bewirtschaftet wird. Neuester Anlass für die Diskussion ist, dass Roger Schawinski eine Talkshow im Schweizer Fernsehen bekommt.

Erstellt: 07.02.2011, 14:18 Uhr

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131 Kommentare

Peter Meiser

07.02.2011, 15:16 Uhr
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Unglaublich, eine Regierungspartei, die zu solchen Mitteln aufruft statt auf demokratischem Weg Veränderungen zu bewirken. Nrur billiger Populismus! Die SVP gehört in die Opposition, da kann man die Verantwortung abgeben. Man kann viel an der SRG rumnörgeln, aber für unser Land und unseren Zusammenhalt ist sie eminent wichtig. Lieber für etwas Verbindendes bezahlen als Medienverblödung à la USA. Antworten


Paul Levi

07.02.2011, 17:30 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Ich verstehe gar nicht, wieso Roger De Weck so stark kritisiert wird. Er ist ja erst gerade kurz im Amt und konnte noch gar nichts bewegen. Den Schawinsky anzustellen gehört ja gar nicht zu seiner Kompetenz. Lasst dem Mann doch eine Chance und schaut zuerst was dabei rauskommt, bevor er aus Prinzip fertig gemacht wird. Antworten



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