Schweiz
«Wer sagt denn, dass ich Blocher-Anhänger bin?»
Interview: David Vonplon. Aktualisiert am 22.12.2009 126 Kommentare
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Herr Brennwald, laut «NZZ am Sonntag» kommt die SVP in Ihrer Sendung viel öfter zu Wort als andere Parteien. Ist die «Arena» parteiisch?
Nein. Vielmehr wird da hinter den Kulissen versucht, mit der «Arena» Politik zu machen. Nun kommt der Angriff aus der Mitte: Man versucht, einen Zusammenhang zu konstruieren, wo es keinen gibt: Mir wird unterstellt, ich sei ein Anhänger von Christoph Blocher, deshalb würde ich zu viele SVP-Politiker einladen. Dabei bin nicht ich es, der die Gäste einlädt, sondern die Redaktion. Dass diese Kritik von der «NZZ am Sonntag» kommt, verwundert mich aber nicht: Sie ist bekanntlich ein FDP-Blatt.
Wie gross sind denn nun Ihre Sympathien für Christoph Blocher?
Dazu möchte ich mich nicht äussern. Ich bin aber schockiert über den Journalismus der «NZZ am Sonntag». Was sie liefert, sind reine Unterstellungen. Wer sagt denn, dass ich ein Blocher-Anhänger bin? Diese Antwort bleibt das Blatt schuldig. Dass ein Blatt von diesem Renommee solchen Journalismus betreibt, finde ich unglaublich. Erst vor einer Woche schrieb Chefredaktor Felix E. Müller, die «Arena» diene «der billigsten Stimmungsmache auf tiefstem Niveau». Ich frage zurück: Was tut da die «NZZ am Sonntag»?
Es ist doch so, dass kein anderer Politiker so oft Gast in der «Arena» ist, wie Christoph Blocher. Dies obwohl dessen Bedeutung im Politgeschehen nachgelassen hat. Wie lässt sich das rechtfertigen?
Das hat mit der Debatte vor und nach der Minarett-Initiative zu tun…
…bei der Blocher nicht die treibende Kraft war.
Er wurde es aber nach und nach. Als es beispielsweise um das Verbot des Minarett-Plakats ging, luden wir Christoph Blocher ein, weil er als Bundesrat die Themen Rassismus und Meinungsfreiheit thematisiert hat. Er war deshalb genau der Richtige für diese Debatte. Hinzu kommt: Die «NZZ am Sonntag» unterschlug, dass Blocher auch in den Jahren zuvor genauso häufig Gast in unserer Sendung war – vor allem bevor er Bundesrat wurde.
Ihre Äusserung passt schlecht zu ihrer Ankündigung beim Relaunch der «Arena», Sie würden fortan vor allem junge Politiker zu Wort kommen lassen.
Das eine schliesst das andere nicht aus. Zählen Sie doch einmal nach, wie oft ein Bastien Girod bei uns in der Sendung war, und wie oft ein Cédric Wermuth oder ein Christian Wasserfallen.
Nach welchen Kriterien wählen Sie aus, welche Parteien in Ihre Sendung dürfen?
Häufig lassen sich die drei Blöcke in einer Diskussion unterscheiden: Die rechte Seite (SVP und EDU), die Mitte (FDP und CVP) und die Linke (SP und Grüne). Diese Aufteilung widerspiegelt die Wähleranteile: Die Mitte hat zusammen gleich viele wie die SVP, links kommen die Parteien knapp auf einen ähnlich grossen Anteil. Klar möchte die Mitte gerne doppelt so stark bei uns vertreten sein. Wir aber finden: Um die Position der Mitte abzubilden, müssen wir nicht immer sowohl FDP als auch CVP in der Kernrunde dabei haben.
Tatsache ist doch, dass die SVP viel häufiger Volksabstimmungen verliert, als andere Parteien.
Ich staune, welche Kriterien wir offenbar auch noch berücksichtigen müssen. Unser Hauptkriterium ist, dass unsere Sendung zur Meinungsbildung beitragen kann. Da müssen wir die wesentlichen Positionen in der Sendung haben.
Unter Ihrem Vorgänger Urs Leuthard war die Kandidatenauswahl aber ausgewogener.
Uns war und ist wichtig, die Meinungsvielfalt abzudecken. Meistens ist das gut aufgegangen: Die Auswahl der Gäste entsprach in etwa dem Parteienproporz. Auch damals war das aber nicht das Kriterium dafür, wer eingeladen wurde.
Ist die «Arena» als Sendung eines öffentlich-rechtlichen Senders also Ihrer Ansicht nach nicht immer zur Ausgewogenheit verpflichtet?
Ausschlaggebend in unserem Einladungskonzept ist stets, ob eine Position oder ein Gast interessant ist. Das ist doch auch bei den Zeitungen nicht anders: Soll ich etwa nachzählen, wie viele Interviews Christoph Blocher den Zeitungen gegeben hat?
Die Zeitungen sind private Medien und werden nicht mit Gebühren finanziert.
Auch wir erfüllen doch das Kriterium der Ausgewogenheit, oder besser: Die Vielfalt der Meinung. Ich trete jederzeit den Beweis an, dass wir diese Vorgabe nicht verletzen.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.12.2009, 09:39 Uhr
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126 Kommentare
nicht abgeleugnet werden kann, dass die themen überdurchschnittlich von der svp-agenda kommen. andere themen, die gerade so wichtig sind in den augen 'des volkes', werden links liegen gelassen, wenn die svp nichts dazu zu sagen hat. bestes beispiel: umweltschutz, arbeitsplatzsicherheit. der vorwurf der nzz am sonntag hat schon was an sich. Antworten
Um Himmelswillen niicht die NZZ mit der NZZ am Sonntag verwechseln. Das eine ist eine international renommierte Qualitätszeitung, das andere Sonntags-Boulevard, der sich kaum von anderen Sonntagszeitungen unterscheided. Was jetzt also die NZZaS so schreibt ist wirklich kaum der Beachtung wert... Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




