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Wie das in Libyen mit den Visa läuft
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Wegen der umständlichen Prozeduren bevorzugen viele Geschäftsleute ein simples Touristenvisum. Doch dieses Vorgehen ist nicht ungefährlich. Seit sich Libyen im Jahr 2000 dem Fremdenverkehr geöffnet habe, sei es sehr einfach, ein Touristenvisum zu kriegen, sagte am Mittwoch gegenüber der SDA ein Schweizer Geschäftsmann, der die Region kennt, aber nicht namentlich genannt werden will.
Hauptvorteil des Touristenvisums: Es ist innert 24 Stunden erhältlich - direkt am Flughafen von Tripolis. Gemäss Gesetz ist es bloss 30 Tage gültig, doch wenn man die richtigen Leute kennt, ist eine Verlängerung kein Problem. «Und jeder, der Geschäfte in Libyen macht, kennt die richtigen Leute.»
Stillschweigend geduldet
Geschäftsleute mit Touristenvisa sind also nicht Besonderes und werden in der Regel stillschweigend geduldet. Nur: Der Wind kann jederzeit drehen, wie sich etwa im Sommer 2008 zeigte, nachdem mit Hannibal Gaddafi ein Sohn des Staatschefs in Genf festgenommen worden war.
Schwieriger ist es, ein Visum für geschäftliche Beziehung zu erhalten, das zwischen 1 und 3 Monate gültig ist. Es wird per Telex an die libysche Botschaft im Herkunftsland des Antragstellers übermittelt.
Bis man ein solches Visum in den Händen halte, vergingen in der Regel mehrere Tage, sagte der Schweizer Geschäftsmann. Wolle man das Papier verlängern, sei man wiederum auf ein gutes Beziehungsnetz angewiesen.
Administrativer Hürdenlauf
Am schwierigsten ist es, eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten. Voraussetzung ist, dass man für eine libysche Firma oder eine in Libyen eingetragene Unternehmung arbeitet.
Wer die Grundvoraussetzungen erfüllt, ist noch lange nicht am Ziel - erst jetzt beginnt der administrative Hürdenlauf, der enorm viel Zeit kostet.
Wer das begehrte Papier endlich in der Tasche hat, kann nun keineswegs frei ein- und ausreisen. Jedes Mal ist ein Ausreisevisum nötig. Diese Bewilligung kann nur von einem einzigen Verantwortlichen ausgestellt werden. «Und wenn der weg ist, muss man eben warten, bis er zurück ist», sagt der Geschäftsmann.
Kontakte mit begrenztem Wert
Jeder Ausländer, der in Libyen Geschäfte mache, sei auf einflussreiche Kontakte angewiesen. Am besten sei es natürlich, wenn man hochrangige Persönlichkeiten kenne. Doch auch diese Beziehungen nützten nichts, wenn es um die Familie Gaddafi gehe, betont der Schweizer Geschäftsmann. (sam/sda)
Erstellt: 02.12.2009, 21:20 Uhr
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