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Wie der Lehrermangel bekämpft werden soll

Aktualisiert am 02.07.2010

Die Trägerkantone der drei grössten Pädagogischen Hochschulen, die Kantone Zürich, Bern, Aargau, beide Basel und Solothurn haben zwei konkrete Massnahmen gegen den akuten Lehrermangel beschlossen.

Seine Branche hat ein grosses Personalproblem: Lehrerverbands-Präsident Beat Zemp.

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Bild: Keystone

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Der Plan, mit verkürzten Studiengängen Quereinsteiger in den Lehrberuf zu locken und Primarlehrern den Umstieg auf die Sekundarstufe zu erleichtern, stösst auf Kritik. Die Massnahmen seien «Flickwerk», schreibt der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV).

Nach wie vor würden die fundamentalen Rahmenbedingungen nicht stimmen, heisst es in der Mitteilung des ZLV vom Freitag. Die geplanten Massnahmen gegen Lehrermangel kämen zu spät und reichten nicht aus, findet der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter (VSLZH).

Beide Verbände begrüssen, dass der Quereinstieg für erfahrene Berufsleute erleichtert werden soll. Eine Eignungsabklärung bezüglich pädagogischer Kompetenzen sei jedoch zwingend notwendig. Der Quereinstieg dürfe nicht zu einem «Lehrerpatent light» führen, warnt der VSLZH.

Für die Qualifizierung von Primar- zu Sekundarlehrpersonen brauche es Pädagogik und Sachkompetenz. Eine «Schmalspurausbildung» sei nicht akzeptabel. «Der ZLV wird jedes Ansinnen, das Niveau der Ausbildung der Lehrpersonen zu senken, dezidiert bekämpfen. Nur so kann die Qualität in den Schulen erhalten bleiben,» schreibt der ZLV.

Bessere Rahmenbedingungen nötig

Der Verband fordert bessere Rahmenbedingungen für den Lehrberuf. Dazu gehören die Reduktion der Pflichtstundenzahl, angemessene Löhne, Klassengrössen unter 25 Schülern und ein neuer Berufsauftrag.

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Verkürzte Studiengänge sollen den erwarteten Lehrermangel mildern. Die Trägerkantone der drei grössten Pädagogischen Hochschulen (PH), die Kantone Zürich, Bern, Aargau, beide Basel und Solothurn starten dazu eine gemeinsame Initiative.

Den Startschuss dazu gaben sie am Freitag vor den Medien in Zürich. Der sich abzeichnende Lehrermangel sei kein konjunkturelles Problem sondern ein strukturelles, sagte die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli. Der Mangel sei anhand des letzten Bildungsberichts nicht absehbar gewesen.

Gemeinsame Aktion

Neben der erwarteten Pensionierungswelle sagen neueste Prognosen steigende Schülerzahlen voraus. Schweizweit waren 2009 noch 3400 neue Lehrpersonen pro Jahr nötig, bis 2016 steigt der Bedarf auf 5000 jährlich. Mit einer gemeinsamen Aktion wollen die sechs beteiligten Kantone nun gegensteuern.

Zum einen soll es ein attraktives Ausbildungsprogramm für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger geben, damit erfahrene Berufsleute in den Lehrberuf wechseln. Zum anderen ist eine Nachqualifikation von Lehrpersonen der Primarschule für die Sekundarstufe 1 geplant.

Lehrdiplome gegenseitig anerkennen

Der Quereinstieg soll mit und ohne akademische Ausbildung möglich sein, allerdings ist eine Eignungsprüfung vorgesehen. Der Umstieg von der Primar- zur Sekundarstufe ist heute schon möglich. Das Vorwissen soll jedoch stärker gewichtet und die Umschulung zeitlich gestrafft werden.

Weil für die beiden verkürzten Studiengänge die Anerkennung der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) fehlt, haben die sechs beteiligten Kantone beschlossen, die Lehrdiplome gegenseitig anzuerkennen. Diese sollen die bestehenden Studiengänge ergänzen und keine Konkurrenz sein.

Erweiterung des Zugangs geprüft

Neben diesen gemeinsamen Massnahmen wird es weitere Anstrengungen auf kantonaler Ebene geben. Verstärkt werden unter anderem Kurse für Wiedereinsteiger und Wiedereinsteigerinnen.

Im Bildungsraum Nordwestschweiz sind Einführungskurse für fremdsprachige Lehrpersonen und Unterstützungsangebote für Berufseinsteigende geplant, wie Klaus Fischer, Erziehungsdirektor des Kantons Solothurn erklärte. Geprüft wird in den Kantonen auch der PH-Zugang für Fachmittelschüler und Absolventen der Berufsmaturität.

Beruf müsse attraktiver werden

Die Konzepte für die verkürzten Studiengänge sollen nun zügig erarbeitet werden. Kurse für den Stufenumstieg wären dann zum nächsten Frühjahr möglich, ein halbes Jahr später könnten Quereinsteiger ihr Studium aufnehmen.

Insgesamt müsse der Lehrerberuf attraktiver werden, so die einhellige Meinung unter den Kantonsvertretern. Gehaltsentwicklung und Einstiegslöhne müssten überprüft und Karrieremöglichkeiten geschaffen werden, sagte Bernhard Pulver, Erziehungsdirektor Kanton Bern. Zentral sei die Entlastung der Lehrpersonen. (sam/sda)

Erstellt: 02.07.2010, 11:15 Uhr

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