Schweiz

Wie sicher wären neue AKW?

Ausgebaute Sicherheitssysteme, strengere Vorschriften: Ein neues Atomkraftwerk in der Schweiz wäre sicherer als die bisherigen, sagen Forscher des Paul-Scherrer-Instituts. Greenpeace meldet Zweifel an.

Die Schweizer Nuklearbranche hat Pläne für neue Atomkraftwerke: Das neue AKW Niederamt soll neben dem AKW Goesgen gebaut werden.

Die Schweizer Nuklearbranche hat Pläne für neue Atomkraftwerke: Das neue AKW Niederamt soll neben dem AKW Goesgen gebaut werden.
Bild: Keystone

«Wir versuchen, aus jedem Fehler zu lernen», sagt Jörg Dreier. Der Nuklearfachmann steht vor der mehr als 20 Meter hohen Versuchsanlage «Panda» am Paul-Scherrer-Institut (PSI) im aargauischen Würenlingen. Seit 14 Jahren benutzen die Forscher diese nicht nuklear beheizte Anlage, um die Sicherheit der Atomkraftwerke weiter zu erhöhen. In der Schweiz werden zwar keine Reaktoren hergestellt, aber die Forschung dazu ist heute weltweit vernetzt. Die Anlage war schon für acht Projekte mit internationaler Beteiligung im Betrieb: Die USA, Russland, Frankreich, Schweden, Südkorea und zahlreiche andere Nationen haben von den Testresultaten profitiert. Umgekehrt erhalten die Schweizer Forscher Knowhow aus dem Ausland, um die komplexe Nukleartechnologie weiterentwickeln zu können.

Lernen aus Tschernobyl

Der Strombedarf in der Schweiz steigt weiter an. In vielleicht zehn Jahren werden die Atomkraftwerke Mühleberg und Beznau vom Netz gehen, und die Stromlieferverträge mit Frankreich laufen aus. Bis dann wollen die Stromkonzerne zwei neue Kernkraftwerke bauen. Die Frage, wie sicher künftige Atomkraftwerke sein werden, wird in der Volksabstimmung über den Neubau zentral sein. Deshalb erzählt Dreier im Kontrollraum der Versuchsanlage gerne noch einmal, was Fachleute seit Jahren wiederholen: «Ein Unfall wie in Tschernobyl wäre in westlichen Reaktoren nie möglich.» Die Sowjets hätten Grafit zur Abbremsung der Neutronen mit Wasser als Kühlmittel kombiniert, was dazu führte, dass der Reaktor seine Leistung unkontrolliert erhöhen konnte. Dies machten sie, um während des Betriebes Brennelemente wechseln und waffenfähiges Plutonium gewinnen zu können.

Für die Nuklearbranche war der Super-GAU von Tschernobyl verheerend. Aber es konnten auch verschiedene Lehren aus dem Unglück gezogen werden. So wurde etwa das Verhalten der Mannschaft im Nachhinein analysiert. Sie hatte das Sicherheitssystem abgeschaltet, um einen Test zu machen. Für Dreier, am PSI zuständig für wissenschaftliche Programme im Bereich nukleare Energie und Sicherheit, ist klar: «Künftige Kernkraftwerke sind sicherer denn je.» Aber schon in den heutigen Anlagen sei es sehr unwahrscheinlich, dass es zu einer Kernschmelze komme.

Der Schweizer Ernstfall

Das war nicht immer so: Im Januar 1969 kam es zwischen Bern und Lausanne, im waadtländischen Lucens, zu einem Unfall, der auf der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse als einer der schwersten Unfälle in Westeuropa verzeichnet wird. Ein Schweizer Firmenkonsortium und der Bund testeten dort einen eigenen schweizerischen Reaktor, mit dem auch Material für eine Atombombe hätte gewonnen werden können. Aber das Kühlsystem des experimentellen Reaktors versagte, der Brennstoff wurde überhitzt, und mehrere Brennstäbe schmolzen. Kühlmittel und Schwerwasser traten in die unterirdische Kaverne aus. Da die erhöhte Radioaktivität bereits etwas früher gemessen wurde, konnte das Kraftwerk evakuiert werden. Die radioaktiven Trümmer gelangten erst 2003 ins Zwischenlager in Würenlingen.

Am PSI in Würenlingen erinnert man sich nicht gerne an den Unfall, zumal der schweizerische Atompionier Paul Scherrer eine treibende Kraft beim Versuchsreaktor war. Die Schweiz gab den Traum vom eigenen Reaktor danach auf und setzte auf amerikanische Technik.

Sicher ohne menschliches Tun

Dreier tritt auf das Dach der Versuchsanlage und zeigt auf vier grosse Wassertanks. Sie werden benötigt, um den Reaktor nach einer Abschaltung zu kühlen. Es geht um die Abfuhr der Nachzerfallswärme. Diese entsteht durch den spontanen Zerfall radioaktiver Spaltprodukte, die während des Betriebs durch die Kernspaltung entstanden sind. Früher musste diese Kühlung über eine elektrische Pumpe in Gang gebracht werden. In Zukunft funktioniert sie alleine durch die Schwerkraft. Solche passive Sicherheitssysteme funktionieren bei einem Störfall auch ohne Energiezufuhr von aussen und vor allem ohne menschliches Zutun. Der Faktor Mensch als potenzielles Sicherheitsrisiko wird damit so weit wie möglich ausgeschaltet.

Im Innern der Forschungsanlage «Panda» haben die Forscher Hunderte von Sensoren angebracht, mit denen sie zurzeit untersuchen, wie sich Wasserstoff in der Reaktorhülle verteilt. Beim Reaktorunfall von Three Mile Island bei Harrisburg (USA) hat dies 1979 eine Rolle gespielt. Die Daten werden später verwendet, um Simulationsberechnungen weltweit zu überprüfen.

Terroranschlag und Erdbeben

Ein Hauptpunkt zur Erhöhung der Sicherheit ist der Bau von mehrfach vorhandenen Sicherheitssystemen: Beim Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) des deutsch-französischen Konzerns Areva stehen vier voneinander unabhängige Notkühleinheiten zur Verfügung. Jede einzelne davon soll ausreichen, um eine Kernschmelze zu verhindern.

Auch die Anforderungen der Kontrollbehörden sind in den letzten Jahren gestiegen. So muss ein neues Kraftwerk erdbebensicherer sein als die bisherigen, und der Reaktorkern muss selbst bei einem Terroranschlag mit einem Flugzeug unversehrt bleiben. Dazu werden beim EPR zwei Betonhüllen von je 1,3 Metern Dicke gebaut.

Mit all diesen Massnahmen sinkt die rechnerische Wahrscheinlichkeit eines Schadens am Reaktorkern von einmal in 100000 Jahren auf weit weniger als einmal in einer Million Jahren. Neue Reaktoren verfügen für diesen schlimmen Fall über Auffangbehälter, in welche der geschmolzene Reaktorkern fliessen würde, um dort sicher abzukühlen. Damit liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Katastrophe, bei der weite Gebiete evakuiert werden müssten, bei einmal in einer Milliarde Jahren. «Für uns Experten ist die Kerntechnologie damit so gut wie sicher», sagt Dreier. Andere streichen das Restrisiko hervor und betonen, der nächste Unfall könne sich theoretisch schon morgen ereignen.

Studium wieder gefragt

Nukleartechniker war lange Jahre kein Traumberuf mehr. Viele Experten auf diesem Gebiet fühlten sich nach Tschernobyl gar gesellschaftlich geächtet. Weil der Atomenergie kaum mehr Zukunftschancen eingeräumt worden waren, nahm die Zahl der Studierenden in der Schweiz ständig ab. Weltweit herrscht heute ein Mangel an Fachkräften. Auch in der Schweiz braucht es alleine für den Weiterbetrieb von Gösgen und Leibstadt eine neue Generation mit der nötigen Ausbildung.

Unterdessen zeichnet sich aber ein Wandel ab: Seit drei Jahren finanziert die Organisation der schweizerischen Kernkraftwerk-Betreiber an der ETH eine neue Professur für Kernenergiesysteme. Der Lehrstuhl wurde mit dem umtriebigen Horst-Michael Prasser aus Ostdeutschland besetzt. Dieser hat an der ETH einen neuen Masterstudiengang für Nuklearingenieure eingerichtet. Im laufenden Jahr sind zwölf Studierende eingeschrieben. Für den zweiten Durchgang haben sich bereits über 40 Personen beworben. Die verbesserten Jobaussichten in der Nuklearbranche machen sich bemerkbar.

«Das sind alles bloss Papierwerte»

Die neuen Atomkraftwerke seien bisher nur auf dem Papier sicherer als die alten, sagt Leo Scherrer von Greenpeace. Bei den Neubauten gebe es schon heute Probleme. Der altgediente Kritiker der Atomtechnologie lässt sich von ausgeklügelten Sicherheitssystemen für neue Atomkraftwerke nicht beeindrucken. «Das sind alles bloss Papierwerte», sagt er, «erst der Betrieb zeigt, ob sich die neuen Techniken wirklich bewähren.» Schon beim Bau des weltweit ersten europäischen Druckwasserreaktors (EPR) im finnischen Olkiluoto träten zahlreiche Probleme zutage: «Die Stahlhülle hatte Fehler, und die Betonplatten waren auch nicht wirklich koscher.» Zurzeit lägen Reaktorhersteller und Aufsichtsbehörden im Clinch.

Ein weiteres Problem sieht Scherrer darin, dass die Reaktorleistung der neuen Anlagen stark erhöht werden soll. «Damit wächst auch die Gefahr bei einem Unfall.» Scherrer zieht eine Parallele zur Erhöhung eines Staudammes, mit der die Überflutungsgefahr wächst. Gegen die Sicherheitsmassnahmen im Einzelnen hat Scherrer nur wenige Einwände: «Es wäre ja schlimm, wenn es im Kraftwerksbau nicht auch eine Lernkurve gäbe.» Sind neue Atomkraftwerke also doch sicherer? «Auf dem Papier ist die Wahrscheinlichkeit eine Unfalls gesunken, aber das Risiko ist nach wie vor da», sagt Scherrer. «Wir wollen nicht pokern, denn wir haben keine zweite Schweiz für den Fall, dass es doch einen Unfall gibt.»

Der Betrieb eines Atomkraftwerkes sei zudem nur ein Aspekt der insgesamt problematischen Technologie. Ebenfalls sehr gross seien die Gefahren bei der Endlagerung, bei der Wiederaufbereitung abgebrannter Brennstäbe und beim Abbau des Uranerzes.

Solarzellen als Sondermüll

«Es gibt keine Energie zum Nulltarif», sagt Horst-Michael Prasser, ETH-Professor für Kernenergiesysteme. Jeder Schritt von der Gewinnung des Urans über den Betrieb eines Kernkraftwerkes bis zur Endlagerung berge gewisse Risiken. Aber auch erneuerbare Energien seien mit schädlichen Umwelteinflüssen verbunden – nur werde das von den Gegnern der Kernenergie kaum je erwähnt. So sei etwa die Gewinnung von Kupfer für Windgeneratoren und Solarzellen ebenfalls mit Bergbau verbunden. «Vergleicht man die Gesundheits- und Umweltbelastung der verschiedenen Energieproduktionsarten, schneidet die Kernenergie sehr gut ab.» Nur die wenigsten wüssten, dass bei der Herstellung von Solarzellen giftiger Sondermüll entstehe, der bereits heute unter Tag entsorgt werden müsse.

Beim Neubau des ersten europäischen Druckwasserreaktors sei zu erwarten gewesen, dass es zu Verzögerungen kommen könne, sagt Prasser weiter. Daraus könnten die Erbauer der neuen Kernkraftwerke aber lernen. Zudem zeige doch gerade die strenge Aufsicht der Sicherheitsbehörden, dass man jeden Fehler zu vermeiden suche. Auch in der Schweiz seien die Stromproduzenten darauf bedacht, sich in Sachen Sicherheit nichts anlasten zu lassen. «Man muss sich auch mal in die Lage der Kerntechniker versetzen», sagt Prasser, «die könnten als Erste nicht mehr ruhig schlafen, wenn sie ihre Anlagen nicht für sicher halten würden.» (Der Bund)

Erstellt: 09.05.2009, 12:51 Uhr

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40 Kommentare

Horst-Michael Prasser

28.05.2009, 05:54 Uhr
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@Paul Meier: Wir kommen vom Thema ab. Es geht hier nicht gegen Solarenergie, sondern für oder wider die Kernenergie. Ich diskutiere gern weiter, aber 400 Zeichen sind für diese Diskussion zu wenig. Deshalb lade ich Sie zum direkten Disput ein, auch gern öffentlich. Antworten


Paul Meier

27.05.2009, 16:08 Uhr
Melden 1 Empfehlung

@ Horst Prasser. Sie irren sich. Die $930 pro kW sind korrekt. QS Solar strebt sogar Kosten von $750 pro kW für ihre Dünnschicht-Solarmodule an. Hier bitte: http://tinyurl.com/c5uajt (das ist nicht der Verkaufspreis) Da dezentrale PV ausschliesslich am Tag Strom produziert, wenn der Stromverbrauch bis zu 3mal höher ist wie während der Nacht, entlastet PV zwangsläufig das Netz und die Pumpspeicher. Antworten


Paul Meier

27.05.2009, 15:54 Uhr
Melden 1 Empfehlung

@ Horst Prasser. Falsch, trotz Umrichter und Anschlusskabel benötigt Schweizer PV wesentlich weniger Kupfer als ein neues ausländisches AKWs, da sie kein Generator benötigt und nicht auf Transformatoren angewiesen ist. Ein grosser Generator benötigt gleich viel Kupfer pro Leistungseinheit wie ein Kleiner. Das ist Physik für Anfänger. Abgesehen davon, kann Kupfer problemlos rezykliert werden. Antworten


Horst-Michael Prasser

26.05.2009, 20:40 Uhr
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@Paul Meier. Noch etwas: Sie müssen sich irren mit den $930/kW PV. Das muss der Quadratmeterpreis sein. Ich finde Publikationen mit ca. 6000 EUR/kW installierter Leistung. Das passt besser zu den bekanntermassen hohen Stromerzeugungskosten der PV. Trotzdem: Ich halte PV für notwendig, weil jeder Beitrag zählt, der ohne fossile Brennstoffe und CO2 auskommt. Antworten


Horst-Michael Prasser

26.05.2009, 20:02 Uhr
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@Paul Meier: Bitte nicht vergessen, dass 1 kW PV im Jahr max. 1000 kWh produziert, 1 kW Kernkraft jedoch über 8000 kWh. Die PV braucht 50 mal mehr Kupfer pro kWh, wegen der Umrichter und Anschlusskabel, die bei der kleinen Energiedichte stark ins Gewicht fallen. Die PV entlastet die Pumpspeicherwerke nicht. Jeder Solarexperte wird bestätigen, dass es gerade an leistungsfähigen Speicher mangelt. Antworten


Paul Meier

26.05.2009, 15:12 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Nur schon die Abbaukosten eines AKWs sind mit bis zu $1100 pro kW inzwischen teurer als die Herstellkosten von modernen Photovoltaikmodulen, welche inzwischen Kosten von lediglich $930 pro kW erreicht haben. Antworten


Paul Meier

25.05.2009, 15:03 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Tatsächlich braucht Photovoltaik wesentlich weniger Kupfer als ein AKW, da es keinen Kupfergenerator benötigt und im wesentlichen aus Fensterglas und Silizium besteht. Zudem entlastet PV das Netz, da der Strom direkt dort generiert werden kann, wo er auch verbraucht wird. Zudem entlastet PV die Pumpspeicher, da es dann Strom produziert wenn der Stromverbrauch auch am höchsten ist. Antworten


Paul Meier

24.05.2009, 20:51 Uhr
Melden 1 Empfehlung

@ Horst Prasser. Eine Windturbine inkl. Zubehör enthält knapp 3.9 t Kupfer pro MW. Jedes Jahr werden über 18 Mt Kupfer gefördert. Das heisst alleine mit der Kupferjahresproduktion (ohne Kupferrecycling) lässt sich 4615 GW Windleistung produzieren. Das entspricht 12mal mehr Windleistung als was in den letzten 50 Jahren an Atomleistung installiert wurde. Antworten


Horst-Michael Prasser

21.05.2009, 11:44 Uhr
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@Paul Meier: Photovoltaik benötigen 50 mal mehr Kupfer, 100-200 mal mehr Aluminium und das Fünffache an Eisen als die Kernenergie für die Erzeugung der gleichen Energiemenge und über den Lebenszyklus aufsummiert. Windgeneratoren brauchen im Schnitt 8 mal mehr Stahl als KKWs, und auch der Stahl aus dem KKW wird rezykliert. Nur ein kleiner Bruchteil ist radioaktiv kontaminiert. Antworten


Paul Meier

20.05.2009, 00:35 Uhr
Melden 1 Empfehlung

@ Heino Mol, die Schweiz hat bereits 1'000'000 Strommasten. Wenn pro 1000 Strommasten nur eine einzige Windturbine installiert wird, ergibt das eine Leistung von über 2000 MW - schweizweit. Windturbinen produzieren mehr Strom im Winter, wenn die Wasserkraftwerke weniger Strom produzieren. Windturbinen produzieren mehr Strom am Tag, wenn der Stromverbrauch höher ist, als während der Nacht. Antworten


Paul Meier

20.05.2009, 00:28 Uhr
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@ Horst-Michael Prasser. Wenn Sie ernsthaft glauben, dass ein 1.6 GW ausländischer AKW-Reaktor ohne Kupfer und ohne gewaltige Mengen an Stahl auskommt, dann gehören sie entlassen. Der Stahl von einer Windturbine kann im Gegensatz zum Reaktorblock eines AKWs problemlos und mit Profit rezykliert werden. Eine Windturbine hat in 2 bis 3 Monaten, ihre Produktionsenergie generiert. Antworten


Horst-Michael Prasser

18.05.2009, 07:21 Uhr
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@Ambrosium Theis: Es kommt nicht darauf an, wieviel Aktivität die Kernkraftwerke abgeben (keines der Werke gibt 100'000 Ci/a ab), sondern welche Strahlenexposition das bei der Bevölkerung hervorruft. Diese Exposition liegt 3 Gössenordnungen unter den Grenzwerten und unterscheidet sich wenig von den radioaktiven Expositionen in der Umgebung eines Kohlekraftwerks oder einer Kupferhütte. Antworten


Horst-Michael Prasser

18.05.2009, 07:15 Uhr
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@Peter Sager: Es ist masslos übertrieben, dass Uranminen weite Landstriche verseuchten. Bezogen auf den energetischen Output sind Uranminen sehr kompakt. Würde Kernkraft durch Erneuerbare ersetzt, braucht es viel grössere Minen z.B. zur Kupfergewinnung. Umweltbewegungen kämpfen gegen Kupferminen auf den Territorium von Urvölkern genauso an, wie gegen Uranminen. Sind sie deshalb gegen Solarzellen? Antworten


Heino Mol

10.05.2009, 18:55 Uhr
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Wenn Uran nicht so eine lange Halbwertszeit hätte wäre es derzeit für uns nicht brauchbar. Es strahlt ja schon seit hundertausenden von Jahren um uns herum.... Lieber ein zentrales AKW als überall diese lauten Windräder, noch mehr Alpentäler welche überflutet werden oder die scheusslichen Solarzellen auf den Dächern. Antworten


Salome Friedberg

10.05.2009, 18:52 Uhr
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@Max Wartenberg: Leider falsch, informieren Sie sich doch z.B. über das Projekt MEGAPIE am Paul Scherrer Institut (welches in der Schweiz liegt...) Antworten


Peter Sager

10.05.2009, 12:39 Uhr
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Und immer wieder gehen die Indigenen (früher Indianer) vergessen, auf ihrem Gebiet findet der Uranabbau statt mit verherrenden Auswirkungen. Die Lebenserwartung ist tiefer, viele Krebsfälle und eine massive Umweltverschmutzung durch den Uranabbau. Zurzeit beschafft die Schweiz in erster Linie aus Kanada, Austraulien und Kasaschatan ihr Uran aber die Folgen sind überall die gleichen. Antworten


Paul Meier

10.05.2009, 12:27 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Im Jahr 2006 hat die global addierte Atomstromkapazität lediglich 3% der addierten dezentralen Stromkapazität betragen. Der Weltmarkt investiert offensichtlich in dezentrale Energie und nicht in Atomenergie, weil neue AKWs eben trotz massiver Subvention zu teuer sind: www.newsweek.com/id/137501 Antworten


Silvan W

10.05.2009, 10:42 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Das Problem sind nicht die Kraftwerke selbst, das diese ziemlich sicher sind glaube ich den Experten sogar. Aber solange das Abfallproblem nicht mit der selben Sicherheit gelöst ist, ist es für den gesunden Menschenverstand unmöglich neuen Meilern zuzustimmen. Antworten


Max Wartenberg

10.05.2009, 09:36 Uhr
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Ist wirklich Zeit, dass die Schweiz aus dem Nuklear-Dornröschenschlaf aufwacht. Indien und China entwickeln Brennmaterial mit Thorium anstatt Uran, was die Betriebssicherheit der AKWs wesentlich erhöht (keine Kernschmelze, keine waffengeeignete Abfälle, etc.). Ebenso forschen einige Länder, um das Plutonium zu recyclen anstatt in teuren Endlagern zu vergraben. In der Schweiz anscheinend tote Hose. Antworten


Hans Peter

09.05.2009, 20:35 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Zum Glück konnte sich Paul Scherrer nicht durchsetzen, mit seiner Idee, mitten in Zürich einen Atomreaktor zu bauen und es wurde nur eine Kaverne in Luces verstrahlt. So wie die "strenge Aufsicht der Sicherheitsbehörden" mit den Rissen im Kernmantel vom KKM umgeht, habe ich kein Vertrauen in deren nukleare Zukunftspläne. Antworten


Marco Lardi

09.05.2009, 19:36 Uhr
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In Lucens strahlt der Reakteo immer noch, strahlt einfach so vor sich hin? Die Endlagerung der Brennstäbe ist auch nicht gelöst, aber weiter als zu seiner Pensionierung denkt wohl kein Ingenier. Und das mitten in Basel ein Atomreaktor steht und läuft, wird auch verschwiegen. Antworten


Paul Meier

09.05.2009, 18:41 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Die Frage ist nicht ob neue AKWs sicher sind oder nicht, sondern ob sie bezahlbar sind oder nicht. Gemäss dieser Studie, welche auf den Zahlen der Atomindustrie basiert, kostet neuer Atomstrom zwischen 25 cents und 30 cents pro kWh. http://climateprogress.org/wp-content/uploads/2009/01/nuclear-costs-2009.pdf Und bei der Herstellung von Silizium Dünnschichtzellen entsteht kein giftiger Sondermüll. Antworten


Bojan Antonovic

09.05.2009, 18:07 Uhr
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Es war nicht die Technik, die im finnischen Olkiluoto Probleme machte, sondern die Wahl von billigem und schlechten Beton, um Kosten zu sparen. Auch ist leicht zu ergooglen, dass Olkiluoto von der Atomindustrie subventioniert wird. Das offenbart das Hauptproblem des "modernen" Managements: Sparen an der Qualität. Die "Qualität" des modernen Managements sehen wir in der Finanzkrise. Antworten


Peter Pan

09.05.2009, 16:48 Uhr
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Ich glaub's ihnen sogar. Aber damit ist das Problem der Entsorgung verbrauchter Brennstäbe mit ihren gigantischen Halbwertzeiten nicht gelöst - und dies ist das brisante Thema - nicht die Meiler-Sicherheit. Antworten


Hugo Ferrari

09.05.2009, 16:46 Uhr
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«Ein Unfall wie in Tschernobyl wäre in westlichen Reaktoren NIE möglich.» Ich hoffe, dass die Fachleute nicht zwei mal den gleichen Fehler machen werden. Fehlermöglichkeiten gibt es immer noch mehr genug. Warum baut man nicht zuerst ein Atomkraftwerk ab? Da gibt es sicher auch noch einiges zu lernen. Antworten


Thomas Wälchli

09.05.2009, 16:10 Uhr
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Vieln Dank an die BaZ, dass Sie endlich einmal einen objektiven Artikel zur Sicherheit von Kernanlagen publiziert. Hoffentlich zeigt er Wirkung bei der öffentlichen Meinungsbildung. Aber die Grünen und Linken dürften voraussichtlich weiter mit verschlossenen Augen und unerfüllbaren Träumen durch die Welt irren. Antworten


Jean Pitet

09.05.2009, 15:47 Uhr
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Und der Giftmüll? Ist der weniger giftig als früher? Wohl kaum. Sollen also unsere Nachfahren auf unserem Giftnachlass kapputtgehen? Antworten


Marco Meier

09.05.2009, 15:42 Uhr
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atomkraftwerke sind weder gegen terror noch gegen umweltkatastrophen sicher,die vorgeqaukelte sicherheit der atomlobby ist eine scheinsicherheit.die entsorgung ist ebenfalls ein ding der unmöglichkeit.der einzige ausweg sind erneubare energien.auch muss in der erziehung angesetzt werden,sparsamkeit fördern.die wäsche an der luft trocknen lassen,licht abschalten,geräte vollständig ausstecken usw.mm Antworten


Freddy Luger

09.05.2009, 15:18 Uhr
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Ich würde einfach mal anfangen zu bauen, unsere gesellschaft wird immer mehr strom brauchen und die leute werden immer weniger geld im sack haben und können sich sehr hohe preise für die kilowatt/stunde nicht leisten. wir sind einfach zu viele, und jeder braucht halt energie. und man bleibt unabhängig von einer anderen nation (France). atomstrom ist sauber -meine meinung! Antworten


Kurt Meier

09.05.2009, 15:09 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Bei der Urangewinnung in Afrika werden weite Landstriche radioaktiv verseucht, weil die Abbau-Nebenprodukte auf offenen Halden abgelagert werden. Für die Bevölkerung dort eine riesige Katastrophe. Nuklearmüll muss 100'000 bis 200'000 Jahre lang gelagert werden. Welche Zivilisation kann die Sicherheit so lange garantieren? Unmöglich! Zum Vergleich: Vor 30'000 Jahren gab es noch Neandertaler! Antworten


Mag Haab

09.05.2009, 14:58 Uhr
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Kein AKW ist sicher, wann werden die Menschen endlich aus den Fehlern der Vergangenheit lernen? Wir haben die Technologien für eine 'saubere' Zukunft mit erneuerbaren Energie – nur die Atomlobby will noch weiter verdienen. Man vergesse nicht die unzähligen Opfer von Tschernobyl und das dreckige Geschäft mit dem Uranabbau auf Indianerland! Es ist Zeit zum umdenken! Antworten


Ambrosius Theis

09.05.2009, 14:55 Uhr
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Guter Artikel. Auch bei Herstellung alternati. Technik ensteht Sondermüll. Doch der ist weit weniger gefährlich als der radioaktive Müll, der über Jahrtausende strahlt. Und beim Betrieb der Alternativen geht keine nennenswerte Gefahr mehr ausgeht, im Vergleich zu den AKW, die genehmigterweise bis zu 100.000 Curie je 1200 MW-Block an die Umwelt abgeben dürfen. Die Artomlobby rechnet eben anders! Antworten


Ronnie König

09.05.2009, 14:48 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Mangelhafter Bericht! Wo steht, dass die Menschen in den Gebieten mit Uranminen vertrieben werden oder auf verseuchten Böden leben müssen? Was passiert mit dem Müll? Im Kriegsfall? Zu dem ist der Strom sehr teuer, gerade auch wegen der Sicherheit! Ich sehe auch die Abhängigkeit von gewissen Ländern die nicht stabil sind. Dann steht das AKW still. Oder wir zahlen plötzlich Unsummen, wie beim Öl. Antworten


Peter Weierstrass

09.05.2009, 14:42 Uhr
Melden 1 Empfehlung

"Am PSI [...] erinnert man sich nicht gerne an den Unfall, zumal [...] Paul Scherrer eine treibende Kraft beim Versuchsreaktor war." Das fördert mein Vertrauen in die Nuklearwissenschafter kaum... Nach Tschernobyl, Harrisburg, Windscale und Lucens hatten wir erst vier schwere Nuklearunfälle. Im Vergleich dazu basiert die Luftfahrtsicherheit auf Tausenden von Unfällen, die man analysieren konnte. Antworten


Heinz Gfeller

09.05.2009, 14:40 Uhr
Melden

Zum Glück hat die Schweiz Einrichtungen wie das Paul-Scherrer-Institut! Dessen Argumente überzeugen mich vorliegend. Antworten


Drews Matthias

09.05.2009, 13:54 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Aus Tschernobyl kann man nur eine Lehre ziehen. Es dürfen nie wieder AKWs gebaut werden. Die gemeingefährlichen Altanlagen müssen so schnell wie möglich abgeschaltet werden. Die Umweltgefahren von Kernkraftwerken mit denen durch den Kupferabbau für Windgeneratoren oder Solarzellen zu vergleichen ist vollkommen absurd. Auch ein AKW ist voll gefüllt mit Kupfer und weit schlimmeren. Antworten


Silvia Silvia Schmassmann

09.05.2009, 13:39 Uhr
Melden

Die Spezialisten gehen also davon aus, dass bei den heutigen AKWs im Schnitt alle 100'000 Betriebsjahre ein Kernreaktorschaden auftritt. Bei 5 bestehende AKWs in der Schweiz mit 40 Betriebsjahre pro AKW ist die Wahrscheinlichkeit 0.2%, dass uns eines der bestehenden AKWs um die Ohren fliegt. Das sind mir 0.2% zuviel! (bei weltweit 439 AKWs sind es übrigens 11% Chancen, dass es irgendwo passiert!) Antworten


Ricardo pfeifer

09.05.2009, 13:39 Uhr
Melden 1 Empfehlung

der reaktor ist vielleicht sicherer geworden, nicht aber die bauwirtschaft. schlecht ausgebildete mitarbeiter, pfusch am bau und schlechter werdende qualität bei der technik ist heute realität und genau da liegt das problem. da nützt ein theortisch sicherer reaktor nichts. das nehmen die forscher an ihren schreibtischen aber halt nicht wahr. sollten sich das halt mal auf den baustellen anschauen Antworten


Hans Weder

09.05.2009, 13:34 Uhr
Melden

Ja, ja, die Experten von Greenpeace. Baiserend auf - ja was eigentlich? - wird Ihnen fast gleich viel Platz eingeräumt, wie verdienten Forschern renommierter Hochschulen, so dass sie ihre Platitüden zum Besten geben können. Ein Vergleich eines AKWs mit einer Staumauer, wirklich hoch interessant und wissenschaftlich relevant.... Antworten


Walter Kunz

09.05.2009, 13:02 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Weit aus am sichersten sind die AKW, wenn sie gar nicht gebaut werden. Antworten



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