Schweiz
Wikileaks: Erdogan soll acht Schweizer Bankkonten haben
Von Monica Fahmy. Aktualisiert am 30.11.2010 32 Kommentare
Widerspruch gegen Haftbefehl
Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, hat in Stockholm einen weiteren Antrag auf Aufhebung eines Haftbefehls eingereicht. Eine Sprecherin des Obersten Gerichtshofes sagte, der Einspruch sei am Dienstag eingegangen.
Assange, dessen Aufenthaltsort nicht bekannt ist, soll wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexuellen Belästigung und Vergewaltigung polizeilich befragt werden. Die Vorwürfe werden von zwei Frauen erhoben, die Assange während eines Aufenthalts in Schweden im August getroffen haben soll. Der Australier beteuert seine Unschuld. Vor wenigen Tagen hatte ein Berufungsgericht sein erstes Aufhebungsgesuch abgelehnt. (dapd)
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In einer als «geheim» klassifizierten Depesche vom 30. Dezember 2004 schreibt Eric Edelmann, US-Botschafter in Ankara, eine Abhandlung über den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Der Titel der Depesche: «Erdogan und die AK-Partei nach zwei Jahren an der Macht: Der Versuch, sich selber, die Türkei und Europa in den Griff zu kriegen.»
In einem Abschnitt über Korruption berichtet Edelmann, dass immer wieder von grassierender Korruption in Erdogans Regierungspartei die Rede sei. «Von zwei Kontakten haben wir gehört, dass Erdogan acht Konten auf Schweizer Banken hat», steht in der Depesche. «Seine Erklärungen, dass sein Vermögen von Hochzeitsgeschenken stammt, die Gäste seinem Sohn gegeben haben, und dass ein türkischer Geschäftsmann die Ausbildungsausgaben aller vier Erdogan-Kinder in den USA aus reinem Altruismus bezahlt, sind lahm.»
Belastende Indizien gegen Erdogan
Im Zusammenhang mit Korruption würden jeweils der Innenminister und der Aussenhandelsminister erwähnt, schreibt Edelmann weiter (zum Dokument). Ermittlungen hätten zudem belastende Indizien gegen Erdogan zutage gefördert. Noch sei in der Türkei der Wille klein, Erdogan und seine Partei genauer unter die Lupe zu nehmen, die bei Amtsantritt versprochen hatten, die Korruption auszurotten, aber es handle sich «um eine Zeitbombe».
Wikileaks hat über 200'000 Diplomaten-Depeschen erhalten, bisher sind lediglich 278 veröffentlicht worden. Unter den noch nicht veröffentlichten Dokumenten sollen sich 981 Depeschen aus der Schweiz, von der US-Botschaft in Bern und der US-Mission in Genf, befinden. Bisher sind nebst der Depesche über Erdogans Schweizer Konten vier Depeschen veröffentlicht, in denen die Schweiz im Zusammenhang mit Iran erwähnt wird. Ferner ist rund ein Dutzend Dokumente aus der US-Mission in Genf online.
US-Bürger aus Iran geschmuggelt
In einer von Wikileaks veröffentlichten Depesche vom 11. Februar 2009 wird die Schweiz im Zusammenhang mit der Flucht eines US-Bürgers aus dem Iran erwähnt (zum Dokument). Die Depesche ist als «vertraulich» klassifiziert und trägt den Titel: «Älterer Amerikaner aus dem Iran geschmuggelt.» Am 7. Januar habe die US-Botschaft in Bern Posten in der Region alarmiert, dass der 75-jährige Amerikaner Hossein V. versuche aus dem Iran zu fliehen und möglicherweise im Irak auftauchen könnte. Der Mann sei dann aber nach einer dreitägigen abenteuerlichen Flucht in der Türkei aufgetaucht. Er hatte Schmugglern 7500 US-Dollar für seine Flucht bezahlt.
Hossein V. war 1979 nach der iranischen Revolution in die USA geflüchtet. 2008 war er in den Iran eingereist, um Familie und Freunde zu besuchen. Bei seiner Ausreise wurde er festgehalten und unter Hausarrest gestellt. Er habe dann die Schweizer Botschaft in Teheran kontaktiert. «Er berichtete, dass Frau B. sehr nett war und ihm half, seine Herzmedikamente zu erhalten, ihm aber nicht helfen konnte, ausser Landes zu reisen», steht in der Depesche. Hossein V. habe dann eine Zeit lang bei Freunden gewohnt und habe dann selber seine Flucht organisiert.
Gespräche mit dem Iran in Davos und Genf
In einer weiteren Depesche wird ein Treffen von Jean-David Levitte, Sicherheitsberater von Nicolas Sarkozy, mit dem iranischen Aussenminister Mottaki am WEF in Davos beschrieben. Levitte versuchte, die Iraner erfolglos zu einer Kooperation in der Atomfrage zu bewegen. «Levitte sagte, dass der Iran auf Spannungen zwischen Washington und Peking zählt», steht im Dokument.
Der Iran ist auch das Thema weiterer Depeschen. In einigen wird das Treffen vom 1. Oktober 2009 in Genf erwähnt, in dem die USA auf eine diplomatische Lösung in der iranischen Atomfrage setzte. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.11.2010, 12:32 Uhr
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32 Kommentare
die schweiz sollte alle konten von erdogan offen deklarieren, dieser mann kommt aus ärmlichen verhältnissen und besitzt jetzt milliarden, auch seine famillie und freunde sind mit milliarden beglückt, ist die schweiz auf der seite des verbrechens oder des rechtes, dies kann sich später rächen, denken wir an judengelder !!!! Antworten
Das ganze kommt mir auch ein bisschen spanisch vor. Erst "Enthüllungen" über den Iran und dann über die Türkei, wobei alles im Konjunktiv ist. Verdächtig ist auch, dass diese "Dokumente" v.a. den Rechten in den USA und in Israel in die Hände spielen. Wo bleiben die Enthüllungen über die wahren Kriegsgründe im Irak? Antworten
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