«Wir haben ein Problem. Und das soll ich höflich weglächeln?»
Aktualisiert am 12.04.2009 88 Kommentare
«Etwa 200 Milliarden Euro deutscher Bürger sind auf Schweizer Konten angelegt»: Peer Steinbrück. (Bild: Keystone)
Dossier
Artikel zum Thema
Zwei Milliarden Quellensteuer hätte Deutschland im letzten Jahr aus der Schweiz erhalten müssen, «wenn die EU- Zinsrichtlinie endlich auf Kapitaleinkünfte jedweder Art erweitert würde».
In Wirklichkeit seien ihm 2008 aus der Schweiz aber nur 80 Millionen Euro auf Zinseinkünften überwiesen worden, sagte Steinbrück in einem Interview gegenüber der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Da haben wir ein Problem. Und das soll ich höflich und diplomatisch weglächeln?», fragt Steinbrück.
Basierend auf «teilweise anonymen» Berichten aus der Schweiz geht der deutsche Finanzminister davon aus, dass «etwa 200 Milliarden Euro deutscher Bürger auf Schweizer Konten angelegt» sein dürften. Bei vier Prozent Verzinsung «wären das acht Milliarden Euro Kapitaleinkünfte». Die Quellensteuer auf diesen Geldern würde dann zwei Milliarden Euro betragen.
Die Zeitung fragt den Finanzminister, ob er denn nicht fürchte, dass aus der Schweiz vertriebene Steuerflüchtlinge einfach die nächste Steueroase aufsuchen?
Steinbrück: «Wohin sollen sie denn? Glauben Sie nicht, dass die ziemlich aufgeschreckt sind? Ist es nicht spannend, dass diese ganzen Länder jetzt die Informationsstandards der OECD einhalten wollen? Glauben Sie, die hätten das gemacht, wenn wir diesen Druck nicht aufgebaut hätten? Glauben Sie nicht, dass mancher deutsche Steuerhinterzieher jetzt etwas nervöser geworden ist?» (bru/sda)
Erstellt: 12.04.2009, 10:48 Uhr
88 Kommentare
Herr Steinbrück verlangt von der Schweiz, dass sie für DE den Polizisten spielen soll. Stattdessen sollte er sich besser fragen, warum sein Landleute DE "fluchtartig " verlassen. Statt den Fehler bei ihrer verfehlten Steuerpolitik zu suchen, haut er auf ein kleines Land ein. Warum nicht auf GB? Kein Mut, nicht wahr. Arrogant und wadenbeisserisch gegen Kleine, schämen Sie sich nicht, Hr.Steinbrück? Antworten
































