BKW schaltet Mühleberg ab – und rüstet für 10 Millionen nach
Von Matthias Chapman. Aktualisiert am 29.06.2011
Damit haben nur die Wenigsten gerechnet. Morgen 30. Juni ist Abgabetermin bei den AKW-Prüfern des Bundes für die Betreiber der fünf Reaktorblöcke in der Schweiz. Die Anlagenbetreiber müssen aufzeigen, wie sei ein Hochwasser, das nur alle 10'000 Jahre vorkommen kann, bewältigen können. Einen Tag im Voraus kommt nun BKW mit einem Communiqué, welches die Umsetzung von Massnahemen zur Verbesserung der Sicherheit im AKW Mühleberg vorsieht. Dafür wird der Reaktor fünf Wochen vor der planmässigen Jahresrevision runtergefahren.
Laut BKW habe man neue Erkenntnisse gewonnen und man will darauf reagieren. Konkret: In einer Extremsituation könnte der Wasserzufluss für die Notkühlung verstopfen. Es würden deshalb Massnahmen eingeleitet und umgesetzt. Was genau vorgesehen ist, das wollen die BKW ab 11 Uhr an einer Pressekonferenz erläutern.
Die Massnahmen betreffen SUSAN, das «subsidiäre, unabhängige System zur Abführung der Nachzerfallswärme», ist ein Notstandssystem mit einem gebunkerten Kontrollraum, Notstromgeneratoren und diversen Pumpen zur Reaktorkühlung.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
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Zusammenfassung
Die Sicherheitsbedenken für das AKW Mühleberg im Fall eines extremen Hochwassers können nach Darstellung der BKW mit einfachen Massnahmen ausgeräumt werden. Das betonte die Unternehmensspitze vor den Medien.
Die BKW ergreife zwei zusätzliche Massnahmen, um für ein 10'000- jährliches Hochwasser gerüstet zu sein, sagte Hermann Ineichen, Leiter Energie Schweiz.
Erstens brauche es Hochwasserschutzmassnahmen im Pumpenhaus der konventionellen Kühlwassersysteme. Zweitens werde der Einsatz von Pumpen notwendig, welche die Kühlwasserzufuhr bei einer Verstopfung der Wasserentnahme aus der Aare alternativ sicherstelle.
Im September wieder am Netz
«Wir folgen damit unserem Grundsatz, dass die Sicherheit im AKW Mühleberg immer an erster Stelle steht», betonte Ineichen. Nach erfolgreicher Umsetzung aller Massnahmen wolle man das AKW im September wieder ans Netz nehmen.
Nach den Worten von Direktionspräsident Kurt Rohrbach ist die BKW weiterhin bestrebt, Mühleberg «sicher zu betreiben, bis das Ende seiner Betriebsdauer ab 2020 absehbar wird».
Rohrbach betonte, man folge in Mühleberg den eigenen hohen Sicherheitsstandards. Ob die Aufsichtsbehörde des Bundes (ENSI) auch ohne diese neuen Massnahmen zufrieden gewesen wäre, sei eine hypothetische Frage. (sda) -
11:30 Uhr
Die Pressekonferenz ist bereits zu Ende.
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11:22 Uhr
Warum werden diese Massnahmen jetzt schon umgesetzt? Hätte es auch gereicht, das in einigen Monaten zu tun? Er gehe davon aus, dass man die gesetzliche Anforderungen erfülle. Was jetzt gemacht werde, machten die BKW aus eigenem Ermessen. Es sei aber sicher einfacher, im Sommer die fehlende Energie durch eine Abschaltung zu ersetzen.
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11:18 Uhr - die Massnahmen
Ineichen nimmt noch einmal Anlauf, zu erklären, was im Sommer nun gemacht wird. Erstens: Bauliche Verbesserungen im Pumpenhaus gegen Hochwasser. Zweitens: Einen Wasserzulauf mit Pumpen für SUSAN für den Fall eines Hochwassers.
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11:15 Uhr - warum dieser Zeitpunkt?
Ein Journalist will wissen, warum man einen Tag vor Ablauf der Frist zur Abgabe eines Sicherheitsberichts ans Ensi mit diesen Massnahmen komme ...
Rohrbach erklärt, dass man erst gestern den Bericht der ETH Zürich erhalten habe. «Ob wir etwas zuvorkommen, weiss ich nicht», so der BKW-Chef. Gemeint waren damit Stimmen von Politikern, die vermutet haben, dass die BKW einer provisorischen Abschalteverfügung durch das Ensi zuvorkommen wollten. -
11.13 Uhr - die Sicherheit
Hermann Ineichen erläutert die verschiedenen Varianten für die Nachrüstung des Notstandsystems SUSAN. Der Leiter Geschäftsbereiche Energie Schweiz BKW sagt, dass SUSAN zwar im Fall von Erdbeben, Flugzeugabstürzen und Hochwasser sicher sei. Mit extremen Hochwassern habe man allerdings nicht gerechnet ...
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11.10 Uhr
Rohrbach sagt, die jetzigen Massnahmen würden die BKW 10 Millionen Franken kosten. BKW habe schon jetzt mehr in Nachrüstungen investiert, als in die ursprünglichen Kosten für die Erstellung der Anlage.
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11.05 Uhr - ETH Zürich angefragt
Rohrbach erklärt, dass man Neuberechnungen zu Extremsituationen angestellt hat. Diese hätten aber keine klaren Ergebnisse gezeigt. Darum habe man nun mit der ETH Zürich Modellrechnungen angestellt. Nun reagiere man mit Massnahemen. «Wir fahren ab heute Abend zurück», erklärt Rohrbach.
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11 Uhr
BKB-Chef Kurt Rohrbach informiert in Kürze über die Neuerungen betreffend AKW Mühleberg.
Erstellt: 29.06.2011, 10:57 Uhr





