Schweiz

«Wir müssen uns um etwas Grosses kümmern»

Aktualisiert am 05.06.2012 24 Kommentare

Mit einer flammenden Rede hat Bundesrat Ueli Maurer versucht, die Schweizer Touristiker für Olympische Spiele in der Schweiz zu begeistern. Statt nur über den Euro zu lamentieren, brauche es jetzt Pioniergeist.

Hat Grosses vor: Bundesrat Ueli Maurer spricht über die Olympiakandidatur Graubünden 2022. (24. Mai 2012)

Hat Grosses vor: Bundesrat Ueli Maurer spricht über die Olympiakandidatur Graubünden 2022. (24. Mai 2012)
Bild: Keystone

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«Der Euro ist, wie er ist», sagte Bundesrat Ueli Maurer an einer Tourismustagung im Zürcher Hallenstadion. Es bringe nichts, immer wieder über die Währungssituation zu klagen. Der Schweizer Tourismus dürfe nicht am Alten festhalten, sondern müsse jetzt eine Pioniertat wagen.

Pioniertaten waren für Maurer etwa der weltweit erste Bügellift, der 1934 in Davos seinen Betrieb aufnahm, oder die Austragung der Olympischen Winterspiele 1948 in St. Moritz. Kurz nach dem Krieg habe man damals auch mit Sorge in die Zukunft geblickt und sich gefragt, ob jemals wieder Touristen kommen würden.

Doch die Spiele in St. Moritz seien der Beginn einer neuen Ära des Wintersports geworden, in der Destinationen wie Gstaad und Davos gross geworden seien. «Es ist Zeit, wieder eine Tat aufzugleisen, von der das ganze Land profitieren wird», sagte er.

Dem Sportminister geht es nicht um Sport

Dem Sportminister geht es dabei nicht primär um die sportliche Leistung, sondern darum, «sich wieder einmal um etwas Grosses zu kümmern». Mit einem solchen Grossprojekt könne man die Zukunft des Wintersportes erfinden, zeigte er sich überzeugt.

Man müsse sich zwangsläufig überlegen, wie der Wintertourismus in dreissig Jahren aussehen werde, welche Gäste man ansprechen und wie man mit der Natur und dem Klimawandel umgehen wolle. «Die Spiele kosten, aber es sind Investitionen in die Zukunft.»

«Ohne Neid auf andere Regionen»

Grosser Vorteil einer allfälligen Kandidatur von Davos und St. Moritz für 2022 wäre gemäss Maurer, dass ein grosser Teil der Anlagen bereits vorhanden sei. «Wir wollen keine Ruinen bauen, die dann nie genutzt werden.» Ob Davos und St. Moritz überhaupt eine Kandidatur einreichen wollen, ist allerdings noch längere Zeit nicht klar.

Der Kanton Graubünden und die beiden Gemeinden werden erst am 3. März kommenden Jahres über den Kredit für die Kandidatur abstimmen. Bis dann haben die Verantwortlichen bei der Bevölkerung noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten.

Tourismus steht hinter der Kandidatur

Der Funken sei noch nicht richtig übergesprungen, sagte Maurer. Er hofft deshalb, dass sich alle Schweizer Touristiker «ohne Neid auf andere Regionen» für eine Bündner Kandidatur einsetzen. Diese zeigten sich dazu bereit, wie eine Abstimmung zeigte. 92,5 Prozent der rund 1500 anwesenden Tourismusfachleute stimmten dafür, die Olympischen Spiele in die Schweiz zu holen.

Die rund 36 Millionen Franken, die für die Kampagne ausgegeben würden, müssten zu je einem Drittel vom Bund, von der Privatwirtschaft und vom Kanton Graubünden (6 Millionen) und den beiden Host Citys (St. Moritz 4 Millionen, Davos 2 Millionen) getragen werden. (bru/sda)

Erstellt: 05.06.2012, 12:21 Uhr

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24 Kommentare

Ruthild Auf der Maur

05.06.2012, 12:52 Uhr
Melden 51 Empfehlung 0

Olympische Spiele haben bisher nur einen Pioniergeist gezeigt - Verlustgeschäft dank Unterhalt überteuerter Sportanlagen für die Allgemeinheit, Riesengewinne in kurzer Zeit für ein paar wenige! Antworten


Barbara Nägeli

05.06.2012, 13:26 Uhr
Melden 39 Empfehlung 0

Bitte aufhören mit diesen vollkommerzialisierten, massenmedial völlig überbewerteten sportlichen Grossveranstaltungen: Kaputte Spitzensportler, korrupte Funktionäre, zusätzlich verschandelte Landschaften, teure Bauruinen, belästigte Einwohner. Antworten



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