Schweiz

«Wollen Sie denn noch höhere Prämien?»

Seit 9.30 Uhr informieren das Bundesamt für Gesundheit und Bundesrat Pascal Couchepin über die Krankenkassenprämien fürs nächste Jahr. Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtet live.


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10.20: Couchepin nimmt Stellung zur Frage eines Journalisten, weshalb der Bund Quersubventionierungen der Krankenkassen von der Zusatz- zur Grundversicherung toleriere. «Wollen Sie denn noch höhere Prämien?» fragt Couchepin zurück. Und er erklärt das Subventionierungssystem im Gesundheitswesen.

10.20: Der Prämienanstieg für junge Erwachsene ist laut Couchepin nicht auf den Kostenanstieg im Gesundheitswesen zurückzuführen. Der Grund für den überdurchschnittlichen Anstieg dieser Prämien liege in einem Strategiewechsel der Versicherer.

10.15: Ein Journalist will wissen, warum die Prämien im Kanton Zürich um neun Prozent steigen, wenn die Kosten um vier Prozent zunehmen. In anderen Kantonen gebe es nicht eine solche Diskrepanz. BAG-Vizedirektor Indra erklärt, dass die Krankenversicherer im Fall von Zürich einen stärkeren Anstieg der Kosten erwarten. Zudem müssten die Reserven berücksichtigt werden.

10.10: Das BAG müsse sich auf die Angaben der Krankenkassen verlassen, antwortet Bundesrat Couchepin. Es sei Aufgabe der Kassen, die Höhe der Prämien festzulegen. Er gibt zu verstehen, dass der Bund Prämien nicht festsetzen, sondern nur genehmigen oder nicht genehmigen kann. BAG-Vizedirektor Indra präzisiert, dass nur in einem Fall eine Verfügung ausgegeben worden sei.

10.05: In der Fragestunde vor den Medien will ein Journalist wissen: Haben die Krankenkassen diesen Prämienanstieg zu verantworten? Oder das Bundesamt für Gesundheit (BAG)?

10.00: Dass der Anstieg tiefer ausgefallen sei als befürchtet, liege an den getroffenen Massnahmen des Bundes und der beteiligten Akteure, sagt Couchepin. Er hoffe, dass die Kantone nicht versuchten, die Schuld für die dennoch starken Prämienerhöhungen den anderen Akteuren zuzuschieben. Dies sei nicht gerechtfertigt, da die Kantone wichtige Akteure seien, die einen grossen Anteil der Gesundheitskosten beeinflussen können.

9.50: Jetzt spricht der abtretende Gesundheitsminister Pascal Couchepin. Laut Gesundheitsminister Pascal Couchepin fällt die Erhöhung der Krankenkassenprämien für das nächste Jahr tiefer aus als noch letzten Sommer befürchtet. Das Resultat befriedige trotzdem nicht, sagte Couchepin am Donnerstag vor den Medien in Bern. Im Frühling habe man noch von einem durchschnittlichen Prämienanstieg von 15 Prozent gesprochen. Nun seien es 8,7 Prozent, erklärte der abtretende Bundesrat bei seiner letzten Präsentation der Krankenkassenprämien.

9.45: «Der diesjährige Prämienanstieg ist der höchste seit 2003», sagt Peter Indra, Vizedirektor des Bundesamts für Gesundheit. Die massiven Prämienerhöhungen werden laut Bundesrat unter anderem deshalb nötig, weil die Krankenversicherer für die Jahre 2008 und 2009 die Kostensteigerung zu gering eingeschätzt und dementsprechend die Prämien zu tief angesetzt haben.

9.40: Bei einer Wahlfranchise von 2500 Franken kann die Erhöhung bis zu 26 Prozent betragen. Der Bundesrat hat den Rabatt für Wahlfranchisen von 80 auf 70 Prozent gesenkt. Die Umsetzung dieser Vorschrift habe für alle Versicherer zur Folge, dass ihre Rabatte für Wahlfranchisen auf das kommende Jahr sinken.

9.35: Der Wert von 8,7 Prozent für Erwachsenenprämien mit ordentlicher Franchise liegt etwas tiefer als ursprünglich vom BAG prognostiziert. Bei den Prämien für bis 18-Jährige beträgt die Erhöhung durchschnittlich zehn Prozent. Da viele Versicherer ihre Rabatte für junge Erwachsene zwischen 19 und 25 Jahren reduziert haben, müssen diese mit 13,7 Prozent einen überdurchschnittlichen Anstieg in Kauf nehmen.

9.30: Thomas Zeltner, Direktor des Bundesamts für Gesundheit, erläutert die Entwicklung der Krankenkassenprämien. Die Prämien für Erwachsene werden im kommenden Jahr in der obligatorischen Grundversicherung im Schnitt um 8,7 Prozent teurer. Je nach Kanton bewegen sich die Erhöhungen zwischen 3,6 und 14,6 Prozent. Überdurchschnittlich ist der Anstieg bei jungen Erwachsenen.

Das Bundesamt für Gesundheit und Bundesrat Pascal Couchepin informieren über die Krankenkassenprämien 2010. Anwesend sind auch Thomas Zeltner und Peter Indra, Direktor und Vizedirektor des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Erstellt: 01.10.2009, 11:28 Uhr

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