Ziegler erwartet Freilassung am Dienstag oder Mittwoch

Aktualisiert am 24.08.2009

Die beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer Geschäftsleute könnten bald auf Heimreise sein. Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin.

Der allmächtige Staatslenker wacht auch über den internationalen Flughafen von Tripolis: Muammar al-Qadhafi.

Der allmächtige Staatslenker wacht auch über den internationalen Flughafen von Tripolis: Muammar al-Qadhafi.

Vier Tage nach dem Gang von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz nach Tripolis befinden sich die zwei Schweizer Geiseln weiter in Libyen. Merz musste am Montag der Aussenpolitischen Kommission (APK) Red und Antwort stehen. Details wurden aber keine bekannt. Dass diesbezüglich aber einiges in Bewegung ist, kann man annehmen.

Der frühere Parlamentarier Jean Ziegler sagte am Montagabend in der Sendung «10vor10», «es scheint mir, dass die Beiden im Rahmen der Generalamnestie höchstwahrscheinlich morgen, oder übermorgen ausreisen können». Ziegler erwähnte dabei seine nahen und guten Kontakte zu hochrangigen Politikern in Libyen. «Die Drähte laufen heiss zwischen Bern und Tripolis», sagte auch der Leiter der Bundeshausredaktion von SF, Hanspeter Trütsch. Auf Anfrage gab Merz' Finanzdepartement lediglich bekannt, dass Kontakte mit den libyschen Behörden bestünden.

«Vielleicht wissen wir in 24 Stunden mehr»

Trütsch mutmasste in der «Tagesschau», dass man im Bundesrat zuwarte, «bis das Flugzeug in der Luft ist», um erst dann über die Verhandlungen zu informieren. «Vielleicht wissen wir in 24 Stunden mehr», so Trütsch. Und weiter: «Ich hab da so ein Bauchgefühl, ich denke, morgen Abend sind die beiden Zuhause.»

Nach der eineinhalbstündigen Sitzung der APK des Nationalrates beantwortete Merz keine Medienfragen. Auch APK-Präsident Geri Müller (Grüne/AG) zeigte sich nicht sehr gesprächig. Merz habe der Kommission den Verlauf seines Besuchs in Tripolis und die Unterzeichnung des Vertrags erklärt, sagte Müller. Die Parlamentarier hätten Merz «mehr oder weniger harte» Fragen gestellt. Es habe Kritik an dem vom Bundesrat nicht abgesegneten Vorgehen von Merz gegeben. Es sei aber auch eine gewisse Dankbarkeit für die Hilfsoperation geäussert worden. Für die Heimkehr der beiden Schweizer gebe es Anlass zur Hoffnung, sagte Müller. Die Freilassung auf den 1. September - wie Merz dies am Freitag angekündigt hatte - bleibe möglich. (cpm)

Erstellt: 24.08.2009, 23:59 Uhr

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