Zorn über Steinbrück: Botschafter äussert Verständnis

Aktualisiert am 18.03.2009 104 Kommentare

Der deutsche Botschafter in Bern, Axel Berg, war heute zum zweiten Mal innerhalb von fünf Monaten im Aussenministerium. Nach dem Gespräch bekundete er Verständnis für die Gefühle der Schweizer Bevölkerung.

(Quelle: Schweizer Fernsehen, SF)

Dem Botschafter wurde deutlich mitgeteilt, was die Schweiz von Steinbrücks Äusserungen hält. Der Grund waren die jüngsten Äusserungen des deutschen Finanzministers Peer Steinbrück im Zusammenhang mit der Kontroverse um das Bankgeheimnis und die Steuerflucht.

Staatssekretär Michael Ambühl bezeichnete diese Worte bei dem Gespräch mit Berg als «inakzeptabel und aggressiv», wie der Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Georg Farago, sagte. Solche Aussagen auf internationaler Ebene seien zwischen freundschaftlich verbundenen Nachbarn «beleidigend und vollkommen unhaltbar». Die Einbestellung des deutschen Botschafters dauerte rund 45 Minuten.

Verständnis nach «sehr offenem Gespräch»

Das Gespräch mit Staatssekretär Ambühl sei «sehr offen gewesen», sagte Botschafter Berg nach dem Termin. Er erklärte gegenüber dem Schweizer Fernsehen, dass er für die Empörung in der Bevölkerung Verständnis habe. Ambühl habe ihn über die Position des Bundesrats «entsprechend den Aussagen von Aussenministerin Calmy-Rey im Parlament» unterrichtet. Er werde nun seine Regierung darüber informieren.

Vergleich mit Kavallerie und Indianern

Steinbrück hatte am letzten Samstag am Rande des Treffens der Finanzminister der G-20 in London die Drohung mit einer schwarzen Liste gegenüber der Schweiz mit der «siebten Kavallerie vor Yuma» verglichen, die man auch ausreiten lassen könne. «Aber die muss man nicht unbedingt ausreiten. Die Indianer müssen nur wissen, dass es sie gibt», hatte Steinbrück in einer vom Schweizer Fernsehen (SF) aufgezeichneten Stellungnahme gesagt. (sam/ap)

Erstellt: 18.03.2009, 08:49 Uhr

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104 Kommentare

Olaf Gunnarsson

17.03.2009, 17:32 Uhr
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Nicht Steinbrück ist das Problem, sondern unser Bundesrat. Wenn "Pitbull-Steinbrück" mit den Zähnen fletscht, muss man ihn eben an die Leine nehmen oder zurück ins Körbchen schicken. Dank unseren Parlamentariern (allen voran: SP), die halt lieber einen Wohlfühl-Bundesrat haben wollen, verfügt unser Land über keine Minister mit Stärke und Format die in der Lage wären, hier Paroli zu bieten! Leider! Antworten


Kurt Kühne

17.03.2009, 17:30 Uhr
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Frau Calmy Rey hätte direkt mit Steinbrück sprechen sollen. Auf FRANZÖSISCH. Antworten



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