Zu spät, zu wenig Sitzplätze: Bundesrat rügt die SBB

Aktualisiert am 09.04.2009 8 Kommentare

Der Bundesrat ist mit der Leistung der SBB 2008 nur teilweise zufrieden. Auf gewissen Strecken bestehe angesichts von Verspätungen und zu wenigen Sitzplätzen Handlungsbedarf. Und die Post soll mehr Gewinn ausschütten.

Oft kein Spass: Pendeln zu Stosszeiten mit den SBB.

Oft kein Spass: Pendeln zu Stosszeiten mit den SBB.

Der Bundesrat hat an seiner gestrigen Sitzung den Bericht über die Leistungen der bundesnahen Unternehmen an die zuständigen parlamentarischen Kommissionen verabschiedet, wie die Generalsekretariate des UVEK und des VBS am Donnerstag mitteilten. Darin zeigte sich die Regierung insbesondere mit den SBB nur bedingt zufrieden.

Zwar sei die Leistungsbilanz im Personenverkehr, bei den Immobilien und im Infrastrukturbereich gut, beim Güterverkehr seien aber die Ziele verfehlt worden. Denn der Verlust von SBB Cargo von knapp 30 Millionen Franken lag deutlich unter dem angestrebten ausgeglichenen Ergebnis. Zudem werde die Rezession das künftige Ergebnis wieder verschlechtern und SBB Cargo zu weiteren Sanierungsanstrengungen zwingen, hiess es weiter.

Post, Swisscom, Skyguide erfüllten Erwartungen

Der Bundesrat verspricht sich jedoch vom anstehenden Entscheid über eine strategische Partnerschaft eine Stärkung der unternehmerischen Position von SBB Cargo. Ebenfalls Handlungsbedarf ortet die Regierung bei den SBB auf gewissen Strecken angesichts von Verspätungen und Sitzplatzknappheit.

Die Erwartungen des Bundesrats erfüllt haben die Post, Swisscom und die Flugsicherung Skyguide. Die Post habe zwar die Laufzeiten der A- und B-Briefpost wegen der Umstellung auf die neuen Sortierzentren nicht ganz einhalten können, die Grundversorgung sei aber in guter Qualität und zu angemessenen Preisen erbracht worden. Der Bundesrat verlangt allerdings von der Post eine Gewinnausschüttung von 200 Millionen Franken. Das Unternehmen selbst hatte eine Gewinnablieferung im Umfang von 170 Millionen Franken beantragt.

Probleme bei der Ruag

Ebenfalls nur teilweise zufrieden zeigte sich der Bundesrat mit dem Technologiekonzern Ruag, der mit einem Umsatz von 1,5 Milliarden Franken einen Ebit von 57 Millionen Franken erzielte und das vorgegebene Ziel von sechs Prozent damit verfehlte. Erschwerend hätten sich die Schwankungen beim Dollarkurs und bei den Rohstoffpreisen ausgewirkt, hiess es.

Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) war 2008 mit 570,7 Millionen Franken grösster und wichtigster Einzelkunde des Konzerns. Künftig werde es darum gehen, die Kompetenzen noch mehr zu bündeln und die Einbringung der Leistungen weiter zu optimieren. Das VBS bedauert die Anfang März in einzelnen Bereichen der Ruag eingeleitete Kurzarbeit, hofft aber, dass damit ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen verhindert werden könne. (sam/ap)

Erstellt: 09.04.2009, 11:36 Uhr

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8 Kommentare

Trudy von Büren

09.04.2009, 13:00 Uhr
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Die Post schüttet wohl mehr Gewinn aus, aber an die Manager. Folgerichtig geht dabei der Service public vor die Hunde, der in gewissen Bereichen unbezahlbar geworden ist. Antworten


Jacqueline Munz

09.04.2009, 14:50 Uhr
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Jetzt wäre es noch interessant zu wissen, wie die Mitarbeiter der bundesnahen Unternehmen die Leistungen des Bundesrats bewerten würde :) Antworten



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