Zahl der Einbrüche auf Tiefstand

Im letzten Jahr ist die Zahl der Einbrüche um 19 Prozent zurückgegangen. Ein Grund dafür sei die erhöhte Polizeipräsenz.

Die Karte zeigt die Zahl der Einbruchdiebstähle pro 1000 Einwohner.

Die Karte zeigt die Zahl der Einbruchdiebstähle pro 1000 Einwohner. Bild: Screenshot BFS

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Im Jahr 2015 ist es in der Schweiz zu viel weniger Einbrüchen gekommen. Im Vergleich zum Vorjahr sank ihre Anzahl um 9922 auf 42'416. Dies entspricht einem Rekordminus von 19 Prozent. Auch die Zahl weiterer Straftaten ist gegenüber 2014 stark zurückgegangen.

Noch nie seit der Statistikrevision 2009 verzeichnete das Bundesamt für Statistik (BFS) so wenige Einbruchdiebstähle, wie es am Montag mitteilte. Auch die Zahl der Einschleichdiebstähle nahm 2015 gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent ab. Insgesamt waren rund 6 von 1000 Einwohnerinnen und Einwohnern von Einbruch- oder Einschleichdiebstählen betroffen.

Am häufigsten passieren Einbrüche in der Stadt Neuenburg. Dort ist der Wert im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Dahinter folgen die Städte Genf und Lausanne mit rückläufigen Zahlen. Im Waadtländer Hauptort sank die Häufigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent. Die tiefsten Häufigkeitszahlen weisen die Stadt Uster im Zürcher Oberland, Lugano und Schaffhausen auf.

«Die Bevölkerung schützt sich besser»

Die Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten (KKPKS) kommentiert die Statistik in einer Mitteilung als erfreulich. Der Rückgang bei den Einbrüchen und Diebstählen sei unter anderem auf die «grossen Anstrengungen der Polizeikorps» zurückzuführen. Sie setzten sich mit sichtbarer Präsenz, Präventionskampagnen sowie repressiven Massnahmen für den Schutz der Bürger und ihr Hab und Gut ein.

Für Martin Boess, Geschäftsleiter der Schweizerischen Kriminalprävention, gibt es weitere Gründe für den Rückgang von Einbrüchen. «Die Bevölkerung schützt sich besser», sagte er zur Nachrichtenagentur sda. Beispielweise würden Türen und Fenster heute einbruchsicherer gebaut.

Zudem trieben vermutlich viele ausländische Diebesbanden ihr Unwesen anderswo. Trotzdem bleibt die Schweiz im europäischen Vergleich laut Boess ein beliebtes Ziel für Kriminaltouristen. «Hier gibt es immer noch viel zu holen in den Wohnungen, wir sind ein reiches Land, das ist ein Ansporn für Einbrecher.»

Mehr Tötungsdelikte

Die Zahl aller Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch hat im vergangenen Jahr um 7,3 Prozent abgenommen, wie die am Montag publizierte polizeiliche Kriminalstatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS) ausweist.

Allerdings sind auch Straftaten zu beobachten, die gegenüber dem Vorjahr zugenommen haben. Die Zahl der Betrugs- und Veruntreuungsfälle nahm um rund ein Viertel zu. Auch Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Ausländergesetz waren um 6,3 beziehungsweise 6,7 Prozent häufiger.

Die Zahl der Fälle von Gewalt und Drohung gegen Beamte ist von 2567 auf 2808 angestiegen (+9,4 Prozent), die Anzahl der vollendeten Tötungsdelikte von 41 auf 57 Fälle – besonders ausgeprägt im häuslichen Bereich (+57 Prozent).

Seltenere Straftaten von Asylsuchenden

Bei den Gewaltstraftaten verzeichnen die Städte Freiburg, Basel, Biel, La Chaux-de-Fonds NE und Neuenburg die höchsten Werte. Im Zeitverlauf, das heisst seit 2009, ist nur in den beiden Neuenburger Städten ein signifikanter Rückgang zu beobachten. Die tiefste Kriminalitätsrate verzeichnen Köniz BE, Thun BE und Chur.

Auch bei der Täterschaft gibt es Unterschiede. Die Anzahl der beschuldigten Minderjährigen ist im Vergleich zum Vorjahr erneut zurückgegangen – 2015 um 10,5 Prozent. Die Zahl der beschuldigten jungen Erwachsenen (18- bis 24-Jährige) ist ebenfalls gesunken. Bei den übrigen Erwachsenen ist eine leichte Abnahme zu verzeichnen.

Die Zahl der Beschuldigten aus dem Asylbereich erreichte mit 2541 den tiefsten Stand seit 2009 und verzeichnete wie bereits 2013 und 2014 einen Rückgang. (woz/SDA)

Erstellt: 21.03.2016, 09:21 Uhr

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