Nun kämpfen FDP-Raben gegen SVP-Raben

Von Gaby Szöllösy. Aktualisiert am 08.01.2009 46 Kommentare

Nun steigen auch FDP-Politiker mit Raben in den Kampf um die Personenfreizügigkeit - um die SVP zu kontern.

Die Gegner mit deren Mittel schlagen: Das schwebt einigen FDP-Unternehmern vor. Die Initiative geht von Nationalrat Otto Ineichen aus. Er zweifelt an der Wirkung der Apfelbaum-Inserate des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse: Zu abstrakt seien sie, zu brav.

Deshalb hat er kurzerhand eine eigene Kampagne entworfen: Inserate mit einem zwinkernden Raben, welche die Schlagworte auf den SVP-Raben-Inseraten entkräften sollen. Gespräche mit einfachen Leuten hätten ihn darin bestärkt, dass sich viele um ihren Arbeitsplatz sorgten, wenn die Personenfreizügigkeit auf Rumänien und Bulgarien ausgedehnt werde, sagt Ineichen: «Diese Leute müssen wir abholen. Mit einfachen Worten.» Der umtriebige frühere Unternehmer begann Argumente aufzulisten und ging freisinnige Kollegen an.

Ist der Apfelbaum genug stark?

Philipp Müller - der FDP-Experte für Ausländerpolitik - half ihm bei der Erarbeitung der Gegenargumente. Und der Langenthaler Unternehmer Johann Schneider-Ammann signalisierte Bereitschaft, bei der Aktion mitzumachen. Auch sie sind beide skeptisch, ob die Apfelbaumkampagne von Economiesuisse genügend Wirkung entfaltet - was pikant ist, weil Schneider-Ammann als Vizepräsident des Verbands waltet. «Die Zusatzkampagne hilft aufklären und kann noch unsichere Stimmbürger zu einem Ja bewegen», ist Schneider-Ammann überzeugt und taxiert sie als «super». Auf den Inseraten werden jeweils die drei Initianten mit Bild erscheinen, dazu zwei bekannte lokale Unternehmer.

Gestern wurde hektisch am Inseratetext gefeilt - am Sonntag soll die Aktion starten. Geplant seien Anzeigen in den Sonntagsblättern sowie in den grösseren Tageszeitungen, erklärt Ineichen. Kostenpunkt: Rund 150'000 Franken. Er habe bereits 40'000 Franken Spenden sammeln können und werde selbst investieren.

SVP reagiert gelassen

Auch Economiesuisse wird wohl Mittel beisteuern. Kampagnenleiter Urs Rellstab äussert sich positiv: «Nach der SVP-Inserateserie drängt sich auf, dass man deren Behauptungen widerlegt.» Rellstab ist froh um die neuen Inserate, «die ein anderes Publikum ansprechen». Als Eingeständnis, dass die eigene Kampagne nicht verfängt, will er dies nicht verstanden wissen. «Wir sind überzeugt von unserer Strategie und zünden nun das Schlussbouquet.» Das Sujet mit dem Apfelbaum, dessen eine Hälfte bei einem Ja eine üppige Ernte verspricht, während die andere Seite bei einem Nein kahl bleibt, hält Rellstab für «sehr ausdrucksstark». Doch auch er räumt ein: «Ein Sujet alleine kann nicht die ganze Schweiz überzeugen.»

Die SVP reagiert gelassen auf den Angriff der freisinnigen Vögel. «Wenn die Befürworter das Gefühl haben, unsere Argumente seien so stark, freut uns das», sagt die interimistische Generalsekretärin Silvia Bär. Sie hofft, die Raben-Kampagne der Befürworter werde die Wirkung der SVP-Nein-Kampagne noch verstärken. In der Tat gibt es auch in der FDP Stimmen, die zweifeln, ob es klug ist, das Sujet und die Argumente der Gegner aufzunehmen - etwa die Präsidentin der Neuen Europäischen Bewegung, Christa Markwalder. Doch auch sie begrüsst jede zusätzliche Initiative. Otto Ineichen hat sich dieselbe Frage gestellt, kam aber zum Schluss: «Die SVP-Kampagne ist eingefahren. Da müssen wir im selben Stil kontern. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.01.2009, 12:19 Uhr

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46 Kommentare

Andreas Schmid

08.01.2009, 12:25 Uhr
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Arbeitslosenquote September 2008 Eurozone 7.1 % Schweiz 2.6 % Die Arbeitslosenquote in der Eurozone ist rund 3 mal grösser als in der Schweiz. Sie wird sich langfristig nach oben anpassen, da allein der europäische Arbeitsmarkt 60mal grösser ist! Bei den Stellenbewerbern wird es ganz klar 60 mal mehr Personen geben aus der EU? Welcher Schweizer kann sich gegen 60 EU-Bewerber durchsetzen? Antworten


peter gertsch

08.01.2009, 12:26 Uhr
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hallo schweiz aufwachen, schaut doch nachrichten. dann seht ihr was die eu bedeutet. und es dürfte nicht besser werden. mehr muss nicht dazu gesagt werden. deswegen ein wuchtiges nein an der urne. Antworten



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