Politiker planen Öko-Bonus für Offroader
Aktualisiert am 16.01.2009 38 Kommentare
Der Mercedes 220 E-Klasse kostet aktuell über 66‘000 Franken, künftig gäbe es 2000 Franken staatliche Förderung.
«Wenn jemand in den Bergen wohnt, hat er gute Gründe, ein 4x4-Fahrzeug zu kaufen»: CVP-Ständerat Filippo Lombardi.
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Der Gesetzesvorschlag, den die Verkehrskommission des Ständerats in die Vernehmlassung geschickt hat, beinhaltet ein neues Anreizsystem für den Kauf von Neuwagen. Brisante Recherchen des Nachrichtenmagazins «10vor10» zeigen: Ab 2011 werden auch rund 50 Offroader, die in die Energieeffizienzklasse A oder B fallen, einen Öko-Bonus erhalten.
Öko-Bonus auch für Autos mit hohem CO2
Käufer des Landrover Freelander 2.2 sollen beispielsweise künftig 800 Franken Öko-Bonus erhalten. Dieser Geländewagen verbraucht zwar lediglich 7,5 Liter Diesel, stösst aber 194 Gramm des klimaschädlichen Gases CO2 pro Kilometer aus. Zum Vergleich: Die EU straft künftig Autohersteller, deren Autos durchschnittlich mehr als 120 Gramm CO2 ausstossen.
Der Mercedes 220 E-Klasse kostet aktuell über 66‘000 Franken, künftig gäbe es 2000 Franken staatliche Förderung. Oder der Lexus LS600h: Kaufpreis 159‘500 Franken, minus 800 Franken staatlichem Öko-Bonus. Um dieses Anreizsystem zu finanzieren, soll die Importsteuer auf alle neuen Autos von derzeit vier auf acht Prozent erhöht werden.
Umweltschützer lehnen Öko-Bonus ab
Konfrontiert mit den Plänen der Verkehrspolitiker, reagiert der Verkehrsclub der Schweiz, VCS, empört. Kurt Egli, Auto-Umweltexperte des VCS, sagt in der Sendung «10vor10»: «Es ist eine absolute Katastrophe, dass die Schweiz den Kauf von Geländewagen und Luxusautos mit einem staatlichen Bonus fördern will.» Auch die Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure hält den geplanten Öko-Bonus für ineffizent und zu teuer. Andreas Burgener, Direktor Auto-Schweiz: «Bereits letztes Jahr haben sich 110‘000 Leute für ein Auto der Energieeffizienzklasse A und B entschieden, ohne dass man ihnen 250 Millionen Franken geschenkt hat – wie mit diesem geplanten Anreizsystem. Damit wird künftig kein Gramm CO2 eingespart.»
Verkehrspolitiker Lombardi wehrt sich
Das Bundesamt für Energie argumentiert, dass mit der Massnahme jährlich 200‘000 Tonnen CO2 eingespart werden könnten. Der Präsident der Verkehrskommission, CVP-Ständerat Filippo Lombardi, rechtfertigt in «10vor10» die Subventionen für Geländewagen und Luxusautos: «Wir wollen, dass Autokäufer sich überlegen, welches Auto sie am besten kaufen, welches Auto Treibstoff spart. Wenn jemand in den Bergen wohnt, hat er gute Gründe, ein 4x4-Fahrzeug zu kaufen. Das ist die günstigste Massnahme, um im Inland CO2 zu sparen.»
Ende Februar läuft die Vernehmlassung für den geplanten Öko-Bonus ab. Im Sommer werden Stände- und Nationalrat darüber abstimmen. (bru)
Erstellt: 16.01.2009, 20:15 Uhr
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38 Kommentare
Wenn man für die Verteilung eines Ökobonus die Energieeffizienzklassen heranzieht, ist gegen einen Ökobonus für Offroader nichts einzuwenden! Weil die Energieeffizienzklassen das Fahrzeuggewicht mitberücksichtigen, zählt nicht der absolute CO2-Ausstoss/km. Für den Klimaschutz ist aber der absolute CO2-Ausstoss relevant, weshalb dieser logischerweise als Massstab für den Ökobonus dienen sollte. Antworten
Aus Umweltschutzgründen sollte eigentlich ein Malus-System eingeführt werden für Auto-Neukäufer! Um die Energie zur Herstellung eines Neuwagens und Entsorgung des alten durch den Minderverbrauch zu amortisieren kann man mit einem alten Wagen noch ca. 20 Jahre herumfahren.Dies haben Studien einer technischen Universität in Deutschland bestätigt. Fazit: Bleibt Eurem alten Wagen treu! Antworten
Herr Lombardi ist wirklich nicht originell! - Er redet einfach den Stuss nach, den unsere Nachbarn im Norden schon verzapft haben. - Welche Autoindustrie hat denn etwas davon??? Wenn Neuwagen gekauft werden? Die im Ausland, oder? - Ein Ökobonus har derjenige verdient, der aus Überzeugung auf das Autofahren verzichtet! - Oder diejenigen, welche mit dem ÖV unterwegs sind. Antworten
Also wenn man schon den Leuten einen Ökobonus zukommen lassen will, dann wäre eine Verbilligung des öffentlichen Verkehrs der richtige Ansatz. Noch besser: Für jeden, der sein Auto abgibt, gibts gratis einen Drahtesel. Bessere Abgaswerte sind kaum zu erreichen. Der Lombardi hat ja wohl nicht nur beim Autofahren seine Promille intus, sondern auch wenn er solchen Quark zum Besten gibt. Antworten
Solange diese nicht ganz gebackenen Lobbyisten aber auch das letzte Wort ihrer Sprache zweckentfremden in Neusprechmanier - sollte man ihnen schlicht kein Gehör mehr schenken. Die sollen erst mal die VelofahrerInnen und den öffentlichen Verkehr gebührend unterstützen. Dort könnte der CO2-Ausstoss vermindert weden. Für Luxusautos dürfte es nur Strafprämien geben!! Und zwar sehr teure! Antworten
Ökobonus (in Deutschland Verschrottungsprämie genannt) zur Subventionierung teurer Fahrzeuge der Reichen, weil die es so nötig haben? Der Nachbar im Norden macht's vor, und wir sollen so blöd sein, das nachzumachen? Welchen schweizerischen Autohersteller wollen Sie damit stützen, Herr Lombardi? Seit Peter Monteverdi gab es meines Wissens keinen mehr, und dessen Kunden hätten es kaum nötig gehabt. Antworten
Eine wirklich unglaubliche Idee. Es geht wohl nur darum, die veralteten Dreckschleudern mit Verbrennungsmotor überhaupt noch los zu werden. Übrigens Herr Wartenberg: Ein Auto, welches so viel CO2 ausstösst, als umweltfreundlich zu bezeichnen finde ich mutig! Antworten
Nehmen wir mal an, dass der Lexus für 100'000 Franken über die Grenze kommt, dann sind es mit Öko-Bonus neu 104'000 Franken wegen der doppelten Einfuhrsteuer. Wenn der Käufer 800 Franken zurück bekommt weil das Auto sparsam ist, bezahlt er immer noch 3200 Franken diejenigen welche ein billiges Auto kaufen. Also auch eine neue Art der Umverteilung. Antworten
So ein Hirnriss, anders kann man es nicht sagen. Und Herr Lombardi passt ja in die Verkehrskommision wie die Faust auf's Auge. Einer, der für fast 70k ein Auto kauft, soll 2k 'Subventionen' erhalten ? Ich habe einen Arbeitsweg von ca. 40km, den ich in der Regel aus eigener Muskelkraft zurück lege. Energieeffizienz also so in der Region A++++. Was erhalte ich dafür ? Im Moment vor allem Feinstaub ! Antworten
Soeben ist die "Stop Offroader" Initiative zustande gekommen. Wie weit sich die "Class Politique" vom Volk schon entfremdet hat und zum Vertreter einzelner Wirtschaftsinteressen verkommen ist, wird mit solchen Aktionen immer offensichtlicher. Die 2 Tonnen Karossen sind sowohl ökologischer als auch ökonomischer Schwachsinn. Die grösste SUV Dichte herrscht übrigens am rechten Zürichsee Ufer. Antworten
Da hat es offensichtlich jemanden ins Hirn geschneit, so eine blöde Idee. Ist die Schweiz wirklich dazu da, der ausländischen Autoindustrie aus dem Dreck zu helfen? Jahrzehnte lang haben die die falschen Autos produziert. Nun sollen sie selbst sehen!!!! Und im übrigen haben wir eigene Industrien, denen notfalls geholfen werden kann. Antworten
Öko Boni für Mercedes, Offroader & Co. Die fahren ja die meisten in den Bergen. NIcht um die Ecke zum Bäcker. Was für ein gequirlter Schwachsinn! Das kann nur aus einem verrotteten CVP Hirn entspringen. Mit Verlaub Herr Ständerat Filippo Lombardi, Sie sind ein Schwachkopf. Mit den Ihnen gebührenden Grüssen PS Antworten
Ein Öko-Bonus von 800 Franken für ein 100'000-Franken-Auto ... sowas juckt kaum ein Käufer dieser Preisklasse, es schadet lediglich der Staatskasse! Öko-Bonus finde ich ok, jedoch nur für Autos mit einem CO2 Ausstoss bis 160 g, wobei Fahrzeuge mit geringerem Ausstoss einen höheren Bonus erhalten sollten. Es wäre schön, unsere Parlamentarier würden sich solche umweltfreundliche Autos kaufen. Antworten
Die Politik in Bundesbern treibt schon seltsame Blüten - die Verkehrskommission des SR erinnert ach so sehr an G. Keller's Seldwyla. Wenn jetzt so eifrig nach Kaufanreizsystemen oder Marktnischen für Krisengewinnler geforscht werden soll, bitte nicht so offensichtlich, Herr Lombardi. Vielleicht ist es auch "die" Idee und macht dem Bergbauern den Kaufentscheid, ob Lexus oder Landrover, einfacher. Antworten
Die Politik in Bundesbern treibt schon seltsame Blüten - die Verkehrskommission des SR erinnert ach so sehr an G. Keller's Seldwyla. Wenn jetzt so eifrig nach Kaufanreizsystemen oder Marktnischen für Krisengewinnler geforscht werden soll, bitte nicht so offensichtlich, Herr Lombardi. Vielleicht ist es auch "die" Idee und macht dem Bergbauern den Kaufentscheid, ob Lexus oder Landrover, einfacher. Antworten
Ist es denn so unheimlich wichtig, Leuten für fette Schlitten und Offroader möglichst viel Staatsgeld irgendwo hineinzuschieben? Können die sich denn sonst solche Autos nicht leisten? Steuerpolitik als Selbstbedienung für Wohlhabende, sozusagen. Hat Herr Lombardi eins über den Durst gezwitschert? Welchem nationalen Autohersteller kann man in der Schweiz überhaupt unter die Arme greifen? Gaht's na? Antworten
Diese Idee - das ist eine eigentliche Pervertierung des ursprünglichen Gedankens. Ein Käufer von einem Mercedes 220 E soll nun einen Ökobonus erhalten, weil ein bestimmter E-Typus etwas weniger Most säuft als der Durchschnitt aller übrigen 220 E-Karren. So kann doch das nicht gehen! Ein Ökobonus muss reserviert werden für Fahrzeuge, die eine im Voraus bestimmte Zahl Benzinliter nicht überschreitet Antworten
Dass solche Dreckschleudern "subventioniert" werden sollen, ist überhaupt nicht nachvollziehbar, eher eine Schnapsidee. Wer einen Offroader kaufen will, ist auf diese Beiträge überhaupt nicht angewiesen. Im Gegenteil, es ist zu befürchten, dass der Öko-Bonus wieder in das neue Auto für Gadgets investiert werden. Logisch, nur Bonus nur für Fahrzeuge mit weniger als 120 g CO2 - Ausstoss. Antworten
Das ist einfach KRANK, wie unsere ELITÄREN autolobbysten in IHREN SACK scheffeln. Leider gibt es kein Gesetz, dass diese "Münchhausenbarone" zu Geldstrafen führten wegen Verumglimpfung unserer Sprache! Öko-Bonus=Luxusbonus für die REICHEN, Finanzkriesen- Bankerlobby lässt grüssen! Da gibts nur eine Hoffnung, die OFFROADER INITIATIVE annehmen! Antworten
Also weiter im Sinne der Automobllobby! Die somit völlig nutzlosen Gesetzesregelungen zu Lasten der steuerzahlenden Bürger! Was ist los mit uns, dass wir dies alles offensichtlich nötig haben?! Gilt Krankheit heute mehr als Gesundheit, Unfähigkeit mehr als Tugend? Offroader, wie der Name schon sagt, gehören nicht auf die Strasse. Auch nicht als Edelsimulanten. Und erst recht nicht in die Stadt. !! Antworten
vor jahren schlug ich br leuenberger vor, insbesondere für offroader eine mittelschwerverkehrsabgabe einzuführen. der automobilist ist - leider - nur über das portemonnaie zur vernunft zu bringen. schöner wärs natürlich, wenn die automobilindustrie aufhörte unsinnig übermotorisierte autos zu bauen. Antworten
Das Problem fängt mit dem Namen an. "Luxus-Bonus" sollte es heissen, mit Öko hat das gar nichts zu tun. Politiker die sowas vorschlagen sind keine Volksvertreter, haben in ihrem Amt also nichts mehr zu suchen, denn offensichtlich sind sie der Meinung dass man das Volk für dumm verkaufen kann – sie meinen dass sie die Bevölkerung mit dem Wort "Öko" täuschen können... Antworten
Ist das der richtige Weg? Alle Autos teurer machen, dann die 'sauberen' wieder etwas billiger? Wäre es nicht effizienter, einfach Dreckschleudern zu verteuern? Denkt eigentlich auch jemand an die Energie (Papier, Strom, etc.) die verbraucht wird, um nur diese Rechnerei auf und ab zu machen? Das ist etwa gleich wie wenn mit dem Lastwagen in den Wald gefahren wird um zu schauen ob er gesund ist. Antworten
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Sperber Vogel
Von diesem komischen Vogel Lombardi sind wir uns einiges gewohnt. Wenn dieser SR ein Abbild unseres Parlamentes sein sollte kann einem schlecht werden. Antworten