Wie gut ist die Armee vor Cyberangriffen geschützt, Herr Blattmann?

Nach der Spionage-Attacke auf die Ruag ging die Armee über die Bücher. Heute hat der Armee-Chef Stellung genommen.

Ein Virus wurde nicht gefunden: André Blattmann spricht in Genf vor den Medien. (11. Juli 2016)

Ein Virus wurde nicht gefunden: André Blattmann spricht in Genf vor den Medien. (11. Juli 2016) Bild: Keystone

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Die Schweizer Armee ist laut Aussagen von Armeechef André Blattmann gut geschützt vor Cyber-Angriffen. Doch nach der Spionage-Attacke auf die Ruag behalte der Kampf gegen potenzielle Bedrohungen von kritischen Infrastrukturen Vorrang, sagte Blattmann.

Über 30'000 Computer des Netzes der Armee seien nach dem Angriff auf den bundeseigenen Rüstungskonzern Ruag überprüft worden, führte der Ende Jahr abtretende Armeechef am Montag in Genf vor Medienvertretern aus. Ein Virus sei nicht gefunden worden.

Millionen-Investition

Die Ruag selbst hatte nach dem Angriff angekündigt, das Geschäftsfeld Cybersicherheit schneller auszubauen als bisher und über die nächsten Jahre «mehrere Dutzend Millionen Franken zu investieren». Für die Armee seien für diese Front «Hunderte Millionen Franken» vorgesehen, wie Blattmann ausführte.

Terrorismus und Angriffe gegen kritische Infrastrukturen in der Schweiz sind nach Auffassung von Blattmann die Hauptbedrohung in der Schweiz. Von diesen Infrastrukturen und auch von Einrichtungen für digitale Transaktionen sei die Schweiz in hohem Ausmass abhängig.

Dargebotene Hand

Blattmann plädierte in Genf auch für eine Anpassung beim internationalen KFOR-Einsatz im Kosovo, an dem über 200 Schweizer Armeeangehörige beteiligt sind. Die KFOR bleibe zwar wichtig, sagte er. Sie brauche weniger konventionelle Einsatzmittel, aber dafür mehr Mittel für Überwachungen.

Jenen, die das gescheiterte Referendum gegen die Armeereform unterstützt hatten, streckte Blattmann die Hand hin: «Ich bin froh, dass wir nicht gegen Menschen kämpfen müssen, die für unsere Armee einstehen.» Diese Menschen müssten wieder gewonnen werden, auch wenn die Diskussionen in den sechziger Jahren heftiger gewesen seien.

Kurz vor seinem Rücktritt mochte Blattmann nicht viel Anstoss nehmen an Polemiken in den Medien rund um seine Person. Wenn es ihm gelungen sei, über Sicherheit und Bedrohungen zu sprechen und die Bevölkerung zu sensibilisieren, sei er zufrieden, sagte er. Er habe dazu beigetragen, die Armee voranzubringen. (woz/sda)

Erstellt: 11.07.2016, 18:52 Uhr

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