Big-Poster-Stadt Davos

Ganze Häuserfassaden sind für die Zeit des WEF mit Werbebotschaften eingekleidet. Für Davos ist das ein willkommener Zustupf. Für einige geht das Ganze zu weit.

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«A nation of 1,2 billion people with median age of 24 years», springt dem Davos-Besucher an der Promenade ein Slogan von einer Häuserwand entgegen. Eine Gruppe junger Menschen – in Businessanzüge gekleidet – lacht vom rund zehn Meter hohen Plakat an einer Häuserwand herunter. Hier wirbt die India Brand Equity Foundation (Ibef), eine indische Stiftung zur Wirtschaftsförderung. Die Botschaft: Indien ist für praktisch jedes Geschäft das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Zwölf solche sogenannte Big Posters hängen in Davos an Hausfassaden. Zusätzlich ist es den verschiedenen Veranstaltern erlaubt, grosse Werbebotschaften an ihren Gebäuden hochzuziehen, sofern sie inhaltlich etwas mit ihrem Programm zu tun haben. So prangt zum Beispiel am Kirchner-Museum eine 6 mal 10 Meter grosse Südafrika-Flagge. Der Afrika-Staat ist Gast im Museum. Und über dem Eingangsbereich des Hotels Belvédère zeigt ein Plakat die aserbeidschanische Hauptstadt Baku mit ihrer inzwischen eindrücklichen Skyline.

Ortsbusse fahren für Aserbeidschan

Damit nicht genug. Auch einige Ortsbusse fahren während der WEF-Tage als «Baku» durchs Dorf. Zusätzliche Werbefläche gibt es noch in Form ganz normaler Plakatwände. Alles in allem eine ziemliche Wucht. Und die Botschaften gleichen sich. Immer geht es darum, Länder für Investoren interessant zu machen. «Tax free», wirbt die Ukraine und verspricht in sechs Wirtschaftssektoren Steuervergünstigungen. Indien ist schlicht und einfach «incredible», und Malaysia bietet «endless possibilities».

Nicht endlos sind die Möglichkeiten der Gemeinde Davos. Vor zwölf Jahren hat man ein Konzept für Werbeflächen erstellt, wie Gemeindearchitektin Cornelia Deragisch erklärt. Den Dorfverantwortlichen ist bewusst, dass die Werbebotschaften in Davos das Limit erreicht haben. «Die Meinungen in Davos sind gespalten. Die Hälfte sagt, es sei zu viel», sagt Deragisch.

Bis zu 30'000 Franken für ein Big Poster

Die Bewilligungen gehen über ihr Amt. «Wir schauen uns jeweils die Aufdrucke an, in der Regel ist das aber Formsache.» Für die Bewirtschaftung der Werbefläche ist die Allgemeine Plakatgesellschaft (APG) verantwortlich. Zu Preisen, Kosten und Einkünften gibt sich Deragisch zurückhaltend. Nur so viel: Einzelne Big Posters kosten bis zu 30'000 Franken. Für Davos ergibt sich unter dem Strich ein Zustupf für die Gemeindekasse. «Ein Bruchteil einer Million», so Deragisch. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 22.01.2013, 14:30 Uhr)

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