Gewalt gegen Polizisten

Menüs aus Insekten, Teilzeitarbeit für Chefs und die IS-Propaganda – die Leserbriefe.

«Vielleicht sollte die Polizei selbst einmal in den Ausstand treten – so lange, bis auch ihnen Schutz und Gerechtigkeit zugesichert werden», sagt Beatrice Landert, Zollikerberg ZH. Foto: Johannes Dietschi

«Vielleicht sollte die Polizei selbst einmal in den Ausstand treten – so lange, bis auch ihnen Schutz und Gerechtigkeit zugesichert werden», sagt Beatrice Landert, Zollikerberg ZH. Foto: Johannes Dietschi

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«Teilzeitarbeit boomt nun auch bei den Chefs»
SonntagsZeitung vom 8. Januar 2017

Nach über dreissig Jahren Vorgesetztenfunktion, auch als CEO, kann ich nur festhalten: Teilzeitarbeit bei den Chefs gab es schon immer und galt als ganz normal. Nur waren die Leute in Kaderfunktionen neben der über Hundert-Prozent-Tätigkeit als Chefs noch in der Politik, im Sport, im Militär und in vielen Freiwilligenorganisationen aktiv und holten sich dort einerseits weitere Führungserfahrung, aber leisteten andererseits auch mit ihrer Leistung, der grossen Erfahrung und ihrem Wissen viel zum Gedeihen dieser Bereiche bei. Heute fehlen diese vielen Freiwilligen, weil die Chefs mit reduziertem Pensum, also Teilzeitarbeit, lieber ihre eigenen Hobbys pflegen oder mit Haushalt oder Kinderbetreuen beschäftigt sind und trotzdem noch höhere Saläre beziehen, als es früher üblich war. Fritz Rothacher, Thalwil ZH

«Mehr Raucherlungen im Aargau»
SonntagsZeitung vom 8. Januar 2017

Man fragt sich, wer diesen Beitrag in Auftrag gegeben hat: Die Behauptung, das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen «wirke kaum», denn man könne «mehr Raucherlungen» feststellen, ist unsinnig. Das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen ist zum Schutz der ­Bevölkerungsmehrheit in Kraft ­gesetzt worden, die keinen Tabak konsumiert. Jedermann mit offenen Augen bemerkt, dass es diesen Zweck weitgehend erfüllt, wenn auch mit Lücken. Unüberlegt ist auch die Bezeichnung «Anti-Rauchergesetz» – die von der Zigarettenindustrie erfunden worden ist. Das Gesetz ist, wenn schon, ein Anti-Rauchgesetz. Jürg Hurter, Stiftung pro aere, Berlingen TG

«Viel mehr Jugendliche wollen ans Gewehr»
SonntagsZeitung vom 8. Januar 2017

In den USA führt das Vernachlässigen der psychologischen Auseinandersetzung mit dem Töten im Dienst ab und zu zu einem Blutbad. Wegen des Aufblühens der Jungschützenkurse werden wir hoffentlich nicht bald amerikanische Zustände haben; aber mit Steuergeldern fördern will ich den Waffenkult doch nicht. Pazifismus mag in der heutigen Zeit schwieriger sein als auch schon. Den Abzug zu ziehen, war schon immer leicht. Heini Lüthi, St.Gallen

«Die Polizei, dein Feind und Prügelknabe»
SonntagsZeitung vom 8. Januar 2017

Es ist eine erschütternde Tatsache, dass hauptsächlich Jugendliche vor immer brutaleren Übergriffen auf Polizei und Sanität nicht zurückschrecken. Woher rührt diese enorme Gewalt und dieser Hass? Sind es womöglich Nachahmungstriebe, welche der tägliche freie Konsum von Videos, Games, Internet, TV-Sendungen hervorruft? Sind diese jungen Angreifer gar nicht mehr eines klaren Denkens fähig, oder ist die Fähigkeit, das Gegenüber zu respektieren, gar nie gelernt oder entwickelt worden? Ganz elend ist die Tatsache, dass die Polizei im ganzen schlimmen Geschehen ohne wirklichen Schutz dasteht. Wenn man von den milden Strafen hört, so wird man wütend auf diejenigen, welche diese menschenverachtenden Verbrechen zu wenig hart bestrafen. Viele Polizisten und Sanitäter sind Familien­väter, an das sollte auch einmal ­gedacht werden. Wer lapidar daherredet, das sei halt Berufsrisiko, redet ohne Empathie. Vielleicht sollte die Polizei selbst einmal in den Ausstand treten – ­so lange, bis auch ihnen Schutz und Gerechtigkeit zugesichert werden. Beatrice Landert, Zollikerberg ZH

Der Artikel in der Sonntags­Zeitung könnte treffender nicht sein. Es ist unglaublich, was bei uns in der Schweiz mit den Beamten gemacht wird. Schon alleine die Beschimpfungen gehen auf keine Kuhhaut. Von den Bedrohungen und Tätlichkeiten will ich hier gar nicht erst sprechen, denn diese dürften ja gar nicht vorkommen. Beschimpfungen wie «Hoi Arschloch» und so weiter müssten ­zwingend und unverzüglich mit mindestens drei Tagen Arrest und einer kostendeckenden Zahlung für die Haft abgegolten werden. Da braucht es keinen Richter oder Anwalt, da reicht gesunder Menschenverstand. Aber linke Politiker und ihre nacheifernde Gefolgschaft verhindern mit allen möglichen Einwendungen jedes gesunde Durchgreifen, sie kümmern sich nicht im Geringsten darum, was der Ordnungshüter an der Front aushalten muss. Urs Leuenberger, Oberentfelden AG

«Brutale Attacken gegen Polizisten nehmen zu»
SonntagsZeitung vom 8. Januar 2017

Wenn jemand einen Polizisten oder andere Rettungsleute angreift, müsste die Mindeststrafe drei Tage Gefängnis sein. Das würde bedeuten – sofern der Täter arbeitet – dass er seinem Chef erklären muss, warum er nicht zur Arbeit erscheint. Unsere Kuscheljustiz muss härter durchgreifen, sonst arten diese Taten immer mehr aus. Willi von Dach, Buchs ZH

Seit Jahren wird unsere Polizei immer häufiger Opfer von Drohungen und Gewalttaten. Passiert ist aber bis heute nicht viel, denn ­viele Staatsanwälte und Politiker vertreten die Meinung, dass die Polizei für diesen Beruf ja bezahlt werde, und sprechen von Berufsrisiko. Wer von den Staatsanwälten oder Politikern war schon ein Wochenende mit der Polizei im Einsatz? Vermutlich niemand, denn sonst würden sie nicht so respektlose Kommentare abgeben. Der Zürcher Sicherheitsdirektor schreibt schöne Stellungnahmen zu einzelnen Vorfällen und stellt Konsequenzen in Aussicht, ohne dass ­etwas passiert. Dabei hätte er es doch in der Hand, ernsthaft etwas zu unternehmen. Die Polizei verdient unsere volle Unterstützung und Wertschätzung und darf nicht im Regen stehen gelassen werden. Peter Ackermann, Affoltern a. A. ZH

Jetzt reichts. Die Politik muss endlich härtere Strafen beantragen. Heute werden die Täter mit Samthandschuhen angefasst, und das darf definitiv nicht sein. Alex Hofmann, Warth TG

«IS-Propaganda ist keineswegs das Werk Wahnsinniger»
SonntagsZeitung vom 8. Januar 2017

Ob dem IS mit Rhetorik beizukommen ist, kann ich nicht nachvollziehen. Ich weiss nur, dass die «Stimme des Propheten» seinerzeit auch Goethe in seinen Bann zog. Auf den islamischen Terror angesprochen, hört man immer den Refrain: «Der Islam verteidigt sich nur!» Die westliche Kapitalwirtschaft und der westliche Lebensstil werden zu permanenten Feindbildern hochstilisiert, wie bei Cervantes’ «Don Quijote», der gegen Windmühlen kämpft. Nur fallen bei den IS-Kämpfern um die Errichtung von Kalifaten ganze Länder in Schutt und Asche. Gegen solche Chefideologen helfen leider keine schönen Worte aus der rhetorischen Trickkiste. Wigand Beetschen, Muttenz BL

Ich bin absolut nicht einverstanden mit der Ansicht von Herrn Salazar, dass unsere Gesellschaft Verantwortung übernimmt, indem sie ­Bilder geköpfter IS-Opfer in den Zeitungen veröffentlicht. Diese Bilder werden die IS-Anhänger nur in ihrem Kampf bestärken und Nachahmungstäter hervorbringen. Das augenscheinlichste Beispiel sind die Lastwagen-Attentate. Nachdem das Attentat in Nizza in sämtlichen Zeitung gezeigt wurde, wurden in kurzer Zeit neue Gräueltaten gleicher Art in Berlin und Israel durchgeführt. Das Wort Scharia durch islamisches Recht zu ersetzen, wird keinen IS-Fanatiker abhalten, Ungläubige zu ermorden. Unsere ­Medien sollten nicht das Sprachrohr der IS-Anhänger werden, sondern nur minimale Informationen ohne Bilder veröffentlichen. Thomas Gerber, Mägenwil AG

«Satte Gewinne dank Würmern und Heuschrecken»
SonntagsZeitung vom 8. Januar 2017

Warum müssen wir zur Nahrungsbeschaffung den Weg übers Tier gehen? Wahrscheinlich sind Insekten zwar tatsächlich nicht so leidensfähig wie höher entwickelte Tiere. Aber selbst für sie ist es völlig unnatürlich und sicher auch belastend, wenn sie in Insektenfarmen zu Millionen auf engstem Raum lebenslänglich gefangen gehalten werden. Renato Werndli, Eichberg SG

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 08.02.2017, 12:29 Uhr

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