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Den Chef würdig vertreten, den FC Basel endlich besiegen

Von Peter Bühler, Zürich. Aktualisiert am 09.12.2009

Heinz Barmettler, der junge Aufsteiger und Neo-Nationalspieler des FC Zürich, will nichts von einem FCB-Komplex wissen.

Keine Angst vor den Baslern: FCZ-Verteidiger Heinz Barmettler am Tag vor dem Spiel gegen den Rivalen im Letzigrund.

Reto Oeschger

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Der Trainer liefert die Vorgabe. «Punkte machen, eine Serie starten», fordert Bernard Challandes vor dem heutigen Heimspiel gegen den FC Basel. Sechs Punkte liegt der FCZ hinter dem Rivalen FCB und Xamax, der Abstand auf Leader YB beträgt schon 13 Punkte. Vom Titel mag im Letzigrund keiner reden, der zweite Platz aber ist trotz der zwiespältigen Leistungen der letzten Wochen ein Thema. Er würde zur Teilnahme an den Qualifikationsspielen zur Champions League berechtigen.

Die Begegnung mit dem FCB ist für den FCZ ein Schlüsselspiel. Mit einem Sieg könnte er den Rückstand halbieren, bei einer Niederlage würden hinter YB auch die Basler an der Spitze davonziehen. Challandes erhofft sich vor dem Gang nach Marseille in der Champions League neun Punkte aus einer Woche Schweizer Meisterschaft. Der Anfang wurde am Sonntag mit dem 3:1 in St. Gallen gemacht, nun sollen gegen Basel und am Samstag im nächsten Heimspiel gegen Sion sechs weitere Punkte folgen.

Der Trainer denkt, die Mannschaft habe in St. Gallen mit dem ersten Auswärtssieg in der Super League die richtige Antwort auf die missglückte Darbietung in der Champions League gegeben. Die Auswertungen der Statistiken der Partie gegen Marseille ergaben, dass seine Spieler nach gelungener Balleroberung in 41 Fällen sofort einen Fehlpass spielten. So könne man in der Champions League nicht bestehen, weiss Challandes. Seine Erkenntnis: «Es hat uns gegen OM nicht an Mut oder Initiative gefehlt, sondern an Qualität.»

Challandes gegen FCB sieglos

In der Champions League hat der Trainer mit dem FCZ beim 1:0 gegen Milan schon einmal gewonnen. In der Super League aber hat er dies mit seiner Mannschaft gegen den FC Basel noch nie geschafft. Neun Partien, fünf Niederlagen, vier Remis, lautet seine dürftige Bilanz. «Es wird Zeit für den ersten Sieg», erklärt er. Es entspricht nicht seiner Art, nach Ausreden und Entschuldigungen zu suchen. Die Belastung mit Champions League, Meisterschaft und Cup ist für ihn kein Thema: «Die Basler spielen auch in drei Wettbewerben.» Und der Ausfall des gesperrten Captains Hannu Tihinen ist nur eine Randbemerkung wert: «Auch der FCB muss ohne Abraham und Cadgas in der Abwehr nach Lösungen suchen.»

Challandes vertraut den Ersatzleuten von Tihinen. Er sagt: «Alain Rochat spielt eine gute Saison, Heinz Barmettler hat nach einer Zehenverletzung seine Form wieder gefunden.» Barmettler gehört zu den Aufsteigern der Saison beim FCZ. Für die WM-Ausscheidungsspiele gegen Luxemburg und Israel wurde er von Ottmar Hitzfeld erstmals ins Kader aufgenommen.

«Eine tolle Erfahrung», bemerkt der 22-jährige Doppelbürger mit einem Schweizer Vater und einer Mutter aus der Dominikanischen Republik. Das Nationalteam und die WM in Südafrika sind für ihn momentan indes weit weg. Ansprüche beim FCZ macht er wegen Hitzfelds Aufgebot schon gar nicht geltend: «Tihinen ist der Abwehrchef, Rochat und ich möchten ihn gegen den FCB gut vertreten.»

Der Rekrut als Morgenmuffel

Barmettler ist einer der FCZler, die gegen Basel schon gewinnen konnten. Der letzte Zürcher Sieg datiert vom 26. November 2006, in der Startaufstellung des FCZ standen mit Leoni, Stahel, Barmettler, Tihinen, Rochat und Margairaz sechs aktuelle Kaderspieler. Vom heutigen Aufgebot der Basler war lediglich Chipperfield dabei. «Ich habe keine Angst vor den Baslern, und der FCZ hat keinen FCB-Komplex», erklärt Barmettler mit fester Stimme. Seit Montag weilt er in Lyss in der Rekrutenschule, er kann sich aber gut auf die Spiele vorbereiten: «Wir haben im Sportlerzug einige Freiheiten.» Die grösste Mühe bereitet ihm das frühe Aufstehen. Er seufzt: «Tagwache ist immer um viertel vor sechs.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.12.2009, 16:38 Uhr