Sport

Fall Abdi eskaliert: Sein Vater wirft dem FCZ Mobbing vor

Aktualisiert am 09.12.2009

Seit klar ist, dass Almen Abdi den FC Zürich im Sommer verlässt, spielt er kaum mehr. Für seinen Vater Bajram ist das kein Zufall.

Nur noch Joker: Almen Abdi kam auch gegen Marseille erst in der Endphase für Xavier Margairaz ins Spiel.

Nur noch Joker: Almen Abdi kam auch gegen Marseille erst in der Endphase für Xavier Margairaz ins Spiel.
Bild: Keystone

In einem Interview mit dem «Blick» attackiert Bajram Abdi den FC Zürich hart. «Der Klub hat vieles falsch gemacht», wirft der Vater des zum Bankdrücker degradierten Nationalspielers dem FCZ vor. «Präsident Canepa, Sportchef Bickel und Trainer Challandes verhalten sich unprofessionell und unfair.»

Bajram Abdi sagt, dass sein nur deshalb auf der Bank versauert, «weil er den Vertrag nicht verlängert.» Sein Vorwurf an die Adresse des Schweizer Meisters, für den sein Sohn seit 14 Jahren spielt und in der letzten Saison 19 Treffer zum Titelgewinn beigesteuert hatte: «Das ist Mobbing. Inzwischen weiss die ganze Schweiz, dass der Präsident dem Trainer gesagt hat, er solle ihn nicht spielen lassen. Es würde mich auch nicht überraschen, wenn Almen in die U21 relegiert würde, nur um ihn zu demütigen.»

Versöhnung ist nicht in Sicht

FCZ-Sportchef Fredy Bickel hatte noch gestern gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet betont: «Wenn er zu den elf Besten gehört, spielt er auch.» Dass der starke Techniker in Normalform für den FCZ eine wichtige Rolle spielen könnte, steht ausser Frage. Doch derzeit ist der sensible 23-Jährige, der von der Teilmahme an der WM 2010 in Südafrika träumte, wohl kaum in der Lage, seine Leistung zu bringen.

Nach der neusten Eskalation könnte es nicht überraschen, wenn der Mittelfeldspieler tatsächlich ins Nachwuchsteam versetzt würde - auch um das Klima in der Mannschaft nicht zu gefährden. Ein Einsatz am Sonntag gegen St. Gallen ist jedenfalls kaum zu erwarten.

Dass Abdi seinen Vertrag, der im Sommer ausläuft, beim FCZ verlängert ist jedenfalls nicht zu erwarten. Dazu befragt, sagte Bajram Abdi: «Da gibt es keine Chance mehr. Zu viel ist kaputtgegangen. Man kann diese tiefen Wunden nicht mehr heilen. Ich bewundere die Stärke und Professionalität, die mein Sohn trotz allem zeigt.» (str)

Erstellt: 09.12.2009, 16:42 Uhr