Sport

«Wenn GC stirbt, wäre das eine einzige Katastrophe»

Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 04.09.2009

Günter Netzer, ehemaliger GC-Spieler, zeigt sich entsetzt über mögliche Zwangsmassnahmen für den Zürcher Klub.

Weiss/blau: Günter Netzer (hier im GC Dress) fordert die Mobilisierung aller Kräfte um den Grashoppers Club Zürich zu retten.

Weiss/blau: Günter Netzer (hier im GC Dress) fordert die Mobilisierung aller Kräfte um den Grashoppers Club Zürich zu retten.
Bild: Keystone

GC steht vor dem finanziellen Kollaps. Zentralpräsident Andres Iten erwägt sogar ernsthaft einen freiwilligen Abstieg in die Anonymität der 1. Liga. Es wäre der gleiche Weg, den der Genfer Nobelklub FC Servette gehen musste. Am 4. Februar 2005 hatte der Genfer Untersuchungsrichter Patrick Chenaux den Konkurs verhängt. Der Verein wurde in die 1. Liga zwangsrelegiert. Ein Schuldenberg von 12,5 Millionen Franken war das traurige Ende des 17-fachen Meisters, der heute in der Challengue League dümpelt.

Netzer ist entsetzt

Falls es auch bei GC so weit kommen sollte, spricht GC -Präsident Roger Berbig von einem Schreckensszenario. Deutschlands Welt- und Europameister Günter Netzer, 64, hatte 1976 seine Karriere im Hardturm bei GC beendet. Seither wohnt der weltweit anerkannte Fussballexperte der ARD in Zürich.

«Um Gottes Willen», sagte Netzer am Handy auf Sylt zu «NEWS». «Stirbt GC , wäre das eine einzige Katastrophe.» GC habe auch heute in ganz Europa noch einen klingenden Namen. «GC ist ein Markenzeichen, GC steht für Tradition», sagt Netzer. GC sei über Jahrzehnte das Aushängeschild des Schweizer Fussballs gewesen. Das sei auch ein Grund dafür gewesen, weshalb er damals von Madrid nach Zürich gewechselt habe.

Auch Politik sei gefordert

Um GC zu retten, müssten alle Kräfte, auch die politischen, mobilisiert werden.

«Die Stadt Zürich und der Schweizer Fussball wären ohne GC um eine grosse Attraktion ärmer», so Netzer. Derbys zwischen dem FCZ und GC gehörten zum Innenleben dieser pulsierenden Stadt. Alle seien gefordert. (NEWS)

Erstellt: 04.09.2009, 09:58 Uhr

Ciriaco Sforza, der neue GC-Trainer