«Der Verband muss Mindestlöhne vorschreiben»
Von René Lenzin, Lugano. Aktualisiert am 24.11.2009
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Challenge League
30. Runde
| 23.05. | SC Bruhl - Delemont | 1 : 1 |
| 23.05. | Kriens - Locarno | 2 : 3 |
| 23.05. | Aarau - Etoile Carouge | 7 : 0 |
| 23.05. | Bellinzona - Wohlen | 5 : 0 |
| 23.05. | Chiasso - Biel | 2 : 4 |
| 23.05. | FC Vaduz - St.Gallen | 1 : 2 |
| 23.05. | Wil - Lugano | 1 : 1 |
| 23.05. | Winterthur - Stade Nyonnais | 2 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | St.Gallen | 30 | 19 | 7 | 4 | 67:31 | 64 |
| 2. | Aarau | 30 | 18 | 5 | 7 | 64:34 | 59 |
| 3. | Bellinzona | 30 | 18 | 5 | 7 | 49:21 | 59 |
| 4. | Winterthur | 30 | 15 | 8 | 7 | 44:29 | 53 |
| 5. | Lugano | 30 | 14 | 7 | 9 | 44:38 | 49 |
| 6. | Wil | 30 | 12 | 10 | 8 | 59:41 | 46 |
| 7. | Chiasso | 30 | 11 | 12 | 7 | 34:23 | 45 |
| 8. | FC Vaduz | 30 | 13 | 6 | 11 | 54:45 | 45 |
| 9. | Locarno | 30 | 12 | 9 | 9 | 47:44 | 45 |
| 10. | Biel | 30 | 12 | 7 | 11 | 55:54 | 43 |
| 11. | Wohlen | 30 | 9 | 9 | 12 | 39:44 | 36 |
| 12. | Stade Nyonnais | 30 | 8 | 10 | 12 | 41:49 | 34 |
| 13. | Etoile Carouge | 30 | 8 | 6 | 16 | 25:56 | 30 |
| 14. | Delemont | 30 | 4 | 8 | 18 | 24:60 | 20 |
| 15. | Kriens | 30 | 4 | 5 | 21 | 37:66 | 17 |
| 16. | SC Bruhl | 30 | 4 | 4 | 22 | 30:78 | 16 |
Mit dem FC Locarno ist bisher erst ein Tessiner Verein in den Wettskandal involviert - und nach bisherigen Erkenntnissen auch nur passiv. Beim 4:0 gegen Gossau vom 24. Mai sollen einzelne Spieler der Ostschweizer bewusst Fehler gemacht haben, um eine Niederlage mit mindestens zwei Toren Differenz herbeizuführen. Doch Christian Constantin, Präsident des FC Sion, prophezeite übers Wochenende, es werde im Tessin noch weitere Untersuchungen geben. Auf Nachfrage des «Corriere del Ticino» präzisierte Constantin, er wisse allerdings nicht, ob Tessiner Klubs aktiv oder passiv in den Skandal involviert sein könnten.
Die erste Variante wies zumindest Locarnos Präsident Stefano Gilardi weit von sich. «Für die ganze Mannschaft, für den Trainer und für den Vorstand lege ich meine Hand ins Feuer», sagt er der Sonntagszeitung «Il caffè». Auch Luganos Torhüter Gabriel Wüthrich kann nicht glauben, dass Spiele manipuliert worden sind. «Bei uns habe ich nie so etwas gehört», sagte er im Lokalradio Fiume Ticino. Und: «Es kann sein, dass Spieler vor den Partien Wetten abschliessen, aber dass Resultate gekauft werden, kann ich mir nur schwer vorstellen.»
In Locarno entlassen
Weniger überrascht vom Skandal ist Paul Schönwetter, der die Challenge League und die Tessiner Fussballszene bestens kennt. Der 51-jährige Deutsche war Spieler im Tessin und hat als Trainer Locarno, Baden, Bellinzona, Chiasso, Lugano und zuletzt wieder Locarno betreut. Im März dieses Jahres, also zwei Monate vor dem mutmasslich manipulierten Spiel in Gossau, ist er in Locarno entlassen worden.
«Es ist einfach, Spieler zu manipulieren, die tiefe Löhne haben», sagt Schönwetter. Und in der Challenge League gebe es viele davon - zu viele. Um solche Skandale zu verhindern, müsse der Fussballverband eingreifen und Mindestlöhne vorschreiben, ist Schönwetter überzeugt. Er glaubt im Übrigen nicht, dass die Tessiner Klubs anfälliger seien für solche Manipulationen als Deutschschweizer oder welsche Vereine. Heute seien überall dieselben Multikulti-Mannschaften am Werk, und auch das Problem der tiefen Löhne stelle sich fast überall gleich.
Keine Illusionen machen
Er selber sei noch nie angegangen worden, um ein Spiel zu manipulieren, sagt Schönwetter. Doch es sei natürlich auch viel schwieriger für einen Trainer, einen Match absichtlich zu verlieren, als für Spieler. «Wenn ich zum Beispiel den besten Spieler auf der Bank lasse, muss ich damit rechnen, dass sich sein Ersatz besondere Mühe gibt, um in der Mannschaft zu bleiben.» Hingegen könnten Spieler - und auch Schiedsrichter - sich in entscheidenden Szenen einfacher so verhalten, dass das gewünschte Resultat herauskomme.
Paul Schönwetter will auch nie von einem Spieler seiner Mannschaften gehört haben, der versucht habe, einen Match zu manipulieren. Allerdings lasse einen der Wettskandal natürlich schon an die eine oder andere Szene zurückdenken, in denen Spieler unerklärliche Fehler gemacht hätten. Illusionen macht sich Schönwetter sowieso keine: «Im Sport ist alles möglich», sagt er, «denken Sie doch nur, was im Boxen alles läuft.»
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 24.11.2009, 06:50 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

