«Teilweise höre ich Dinge von den Spielern»
Interview: Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 25.11.2009
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Stichworte
Challenge League
30. Runde
| 23.05. | SC Bruhl - Delemont | 1 : 1 |
| 23.05. | Kriens - Locarno | 2 : 3 |
| 23.05. | Aarau - Etoile Carouge | 7 : 0 |
| 23.05. | Bellinzona - Wohlen | 5 : 0 |
| 23.05. | Chiasso - Biel | 2 : 4 |
| 23.05. | FC Vaduz - St.Gallen | 1 : 2 |
| 23.05. | Wil - Lugano | 1 : 1 |
| 23.05. | Winterthur - Stade Nyonnais | 2 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | St.Gallen | 30 | 19 | 7 | 4 | 67:31 | 64 |
| 2. | Aarau | 30 | 18 | 5 | 7 | 64:34 | 59 |
| 3. | Bellinzona | 30 | 18 | 5 | 7 | 49:21 | 59 |
| 4. | Winterthur | 30 | 15 | 8 | 7 | 44:29 | 53 |
| 5. | Lugano | 30 | 14 | 7 | 9 | 44:38 | 49 |
| 6. | Wil | 30 | 12 | 10 | 8 | 59:41 | 46 |
| 7. | Chiasso | 30 | 11 | 12 | 7 | 34:23 | 45 |
| 8. | FC Vaduz | 30 | 13 | 6 | 11 | 54:45 | 45 |
| 9. | Locarno | 30 | 12 | 9 | 9 | 47:44 | 45 |
| 10. | Biel | 30 | 12 | 7 | 11 | 55:54 | 43 |
| 11. | Wohlen | 30 | 9 | 9 | 12 | 39:44 | 36 |
| 12. | Stade Nyonnais | 30 | 8 | 10 | 12 | 41:49 | 34 |
| 13. | Etoile Carouge | 30 | 8 | 6 | 16 | 25:56 | 30 |
| 14. | Delemont | 30 | 4 | 8 | 18 | 24:60 | 20 |
| 15. | Kriens | 30 | 4 | 5 | 21 | 37:66 | 17 |
| 16. | SC Bruhl | 30 | 4 | 4 | 22 | 30:78 | 16 |
Roland Gnägi, werden Sie heute noch vom Schweizerischen Fussball-Verband oder der Swiss Football League genauer über das Meeting mit der Uefa in Nyon in Sachen Wettskandal informiert?
Die Challenge-League-Klubs sind bis jetzt in dieser Affäre überhaupt nicht informiert worden, weder vom Verband noch von der Liga. Wir haben lediglich von der Liga einen Fax erhalten, dass diese von der Bundesanwaltschaft informiert worden sei. Die Swiss Football League dürfe aber diese Informationen nicht weitergeben.
Wie halten Sie sich denn auf dem Laufenden?
Eigentlich vernehme ich immer wieder neue Aspekte aus den Medien, teilweise höre ich Dinge von den Spielern. Ich hoffe aber doch noch, genaue Informationen zu erhalten.
Aber der Skandal wurde doch schon am vergangenen Wochenende publik.
Seit dem letzten Samstagvormittag bin ich mit diesen Wettbetrug, der wie eine Naturkatastrophe über uns eingebrochen ist, lediglich am reagieren statt agieren. Aber nur wenn die Fakten auf dem Tisch liegen, kann ich eine aktive Informationspolitik betreiben. Diese tut zwar manchmal weh, wäre aber die richtige und saubere Strategie. Doch bisher bin ich mit etwas konfrontiert worden und muss über etwas Rechenschaft ablegen, worüber man wenig weiss und worauf man nicht vorbereitet ist. Das ist eine schwierige Situation. Ansprechpartner für die Medien in dieser grossen Affäre sind bloss wir und der FC Thun. Weder der Verband noch die Liga, schon gar nicht die Behörden, sind jetzt da und stellen sich. Im Fokus stehen praktisch nur wir und der FC Thun.
Wie sind die Reaktionen der Bevölkerung auf die Enthüllungen im Wettskandal?
In der Bevölkerung herrscht völliges Unverständnis. Die Leute reagieren betroffen und denken: «Was? Solche Dinge kommen bei uns vor?» Auch die Betroffenheit im Verein ist gross, die Gefühlslage dementsprechend geknickt. Vor ein paar Jahren haben wir noch lachend nach Deutschland geblickt, als die Affäre mit Schiedsrichter Robert Hoyzer publik wurde, und gesagt: «So etwas könnte bei uns nicht passieren.»
Haben sich schon Sponsoren gemeldet, die sich aufgrund der Enthüllungen vom FC Gossau zurückziehen wollen?
Nein, das noch nicht. Aber es haben Sponsoren telefoniert, die ihr Engagement überdenken wollen. Es geht ja nicht nur um die Sponsoren, sondern auch um die Gönner, Freunde und Betreuer des Klubs: Der FC Gossau ist einer der grössten Vereine in der Region und hat auch einer der grössten Juniorenabteilungen in der Ostschweiz. An einem Heimspiel der 1. Mannschaft sind 40 Funktionäre im Einsatz. Alle diese Leute arbeiten für das Fanionteam unentgeltlich und sind jetzt verständlicherweise betroffen. Dass alle diese vielen Helfer enttäuscht wurden, das tut am meisten weh und macht mir grosse Sorgen.
Haben Sie überhaupt noch Mumm, weiterhin den FC Gossau als Präsidenten zu führen?
Das bin ich auch schon gefragt worden. Ein Kapitän verlässt das sinkende Schiff nicht. Ich muss nach vorne schauen. Und diese Frage stellt sich für mich auch nicht. In dieser schwierigen Zeit wird nicht gefragt, sondern gehandelt. Später, wenn sich die Aufregung gelegt hat, kann man die Situation in Ruhe analysieren. Ich habe Vorstandskollegen, die sich wegen der Affäre sehr betrogen oder hintergangen fühlen. Bei mir ist diese Gefühlslage nicht so extrem.
Wird dieser Wettskandal negative Folgen für Ihren Verein und die Challenge League haben?
Das ist im Moment schwierig abzuschätzen. Die ganze Angelegenheit schadet bestimmt dem Image des Schweizer Fussballs. Ich befürchte schon, dass dies für alle negative Auswirkungen für längere Zeit haben kann. Es ist wichtig, innert nützlicher Frist die Glaubwürdigkeit im Fussball wieder herzustellen. Der Fokus muss darauf ausgerichtet sein, das Gesamtbild nicht zu verlieren.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.11.2009, 14:18 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

