Hier drücken unsere U-17-Stars die Schulbank
Von Felix Schindler. Aktualisiert am 16.11.2009
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Josip Drmic – Fussballstar und Nicht-Schweizer
«Ich bin stolz auf Olivier, er hat es verdient», sagt einer, der eigentlich neidisch sein könnte. Josip Drmic gehört mit zu den besten Nachwuchsfussballern der Schweiz und ist eines des Aushängeschilder von Swiss Olympic. Obwohl niemand an seinen fussballerischen Fähigkeiten zweifelt, musste er das Spiel gestern vom Sofa aus verfolgen. Die Gemeinde Freienbach, in der er zu Hause ist, hat Drmic die Einbürgerung zwei Mal verweigert.
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Es ist die Schulklasse «08» an der United School of Sports in Zürich, nur ein paar Schritte vom Letzigrund entfernt. Dort drücken normalerweise drei der frisch gebackenen U-17-Weltmeister die Schulbank: Olivier Buff, Andre Goncalves und Raphael Spiegel. Eine Klasse weiter paukt auch Charyl Chappuis Vokabeln, wenn er nicht gerade einen Fussballweltmeister entthront.
Die Schulkollegen gross in der Zeitung abgebildet
«Ich habe Olivier gestern ständig SMS geschickt und ihm viel Glück gewünscht», sagt sein Mitschüler und Trainingskollege Josip Drmic. «Als die Nigerianer kurz vor Schluss beinahe den Ausgleich schafften, habe ich schon gezittert. Aber ich habe von Anfang an an sie geglaubt», sagt Andreas Rutschmann, der in derselben Klasse zur Schule geht.
Obwohl keiner der Schüler das Spiel gestern Sonntag verpasst hat, sind sie heute in der Schule voll bei der Sache. Erst in der Pause werden ihre erfolgreichen Mitschüler Thema Nummer 1. Eine der Schülerin legt eine NZZ auf den Tisch – auf einer halben Seite sind ihre Kollegen abgebildet, wie sie im Blitzlichtgewitter den WM-Pokal hochstemmen. Um das Mädchen bildet sich eine Traube und die Fingerspitzen der Schüler bleiben auf den Gesichtern ihrer Kameraden kleben.
Denselben Weg wie Diego Benaglio beschritten
Obwohl die ganze Welt auf die vier Jugendlichen blickt, bricht in der Klasse deswegen keine Hysterie aus. Denn alle Schüler dieser Klasse gehören zu den allerbesten ihres Fachs. An der United School of Sports gehen 140 Nachwuchssportler zur Schule. Am selben Wochenende, als die Schweizer U-17-Nationalmannschaft um den Titel spielte, kämpften zwei Schüler in Marokko an der Juniorenweltmeisterschaft im Karate, zwei Schülerinnen kamen mit insgesamt drei Medaillen von der Judo-Schweizermeisterschaft zurück. Insgesamt brachte die Schule in ihrem achtjährigen Bestehen dutzende WM- und EM-Teilnehmer hervor.
Rund 30 Prozent der Schüler sind Fussballer. Bis vor Kurzem zählte auch Nassim Ben Khalifa und Haris Seferovic zu den School-of-Sports-Studenten. Ben Khalifa wurde gestern zum zweitbesten Fussballer des Turniers gekürt, Seferovic köpfelte die Schweizer zum Titel. Der Bekannteste Absolvent aus fussballerischer Sicht heisst: Diego Benaglio, Torwart der Schweizer Nationalmannschaft bei den Grossen.
«Asseyez vous! Silence!»
Trotz allem: Auch für den Pädagogischen Leiter Ongaro Willi ist das ein besonderer Moment: «Für uns gibt es nichts Schöneres, als wenn unsere Schüler erfolgreich sind. Dass gleich vier Schüler auf einmal einen Weltmeistertitel einfahren, das gab es auch an unserer Schule noch nie.»
Am Mittwoch gilt für die U-17-Stars aber auch wieder: «Asseyez vous! Silence! Quel moyennes de transport est-ce que vous connaissez?» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 16.11.2009, 16:55 Uhr



