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«Schiedsrichter lag falsch, doch das darf man nicht»

Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 07.05.2009

Englands ehemaliger Spitzenschiedsrichter Graham Poll attackiert die Chelsea-Spieler nach dem Champions-League-Halbfinal. So dürfe man sich nicht benehmen.

Quelle: Sat1

Kritik: Der ehemalige englische Spitzenschiedsrichter Graham Poll.

Kritik: Der ehemalige englische Spitzenschiedsrichter Graham Poll. (Bild: Reuters)

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Ballacks Tanz mit dem Schiedsrichter

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Ballacks Tanz mit dem Schiedsrichter

Vier Penaltys seien unterschlagen worden, beklagten die Chelsea-Spieler nach dem Out im Rückspiel des Champions-League-Halbfinals. Und sie beklagten sich lauthals und gestenreich. Graham Poll verstand in seiner Kolumne im «Daily Mail» den Ärger der «Blues», hält aber klar fest: «Der Schiedsrichter lag daneben, aber man darf sich nicht so benehmen wie Chelsea.» 1544 Spiele pfiff Poll in seiner 26 Jahre dauernden Karriere, und er sorgte an der WM 2006 für einen Skandal, als der Kroatiens Josip Simunic dreimal die gelbe Karte zeigte.

Zwar nimmt Poll seinen Schiedsrichterkollegen nicht – wie das sonst häufig der Fall ist – in Schutz, sondern meint, dass «in jedem anderen Spiel mindestens einer von drei Penaltys gegeben würde». Vor allem aber verurteilt der trotz seines Fehlers an der WM hoch anerkannte Referee das Verhalten der Chelsea-Spieler nach dem Schlusspfiff. «Speziell Ballack, dessen aggressive Jagd auf dem Feld zu einer Rüge der Uefa führen kann», so Poll.

«Erwartet einige Strafen»

Auch für Didier Drogbas Ausbruch, auch in die TV-Kamera, hatte Poll wenig Verständnis. «Die Uefa akzeptiert solches Verhalten nicht in einem Spiel, das so im Schaufenster ist», weiss Poll. Und er warnt die Chelsea-Fans schon einmal vor: «Erwartet einige Strafen, die sich in die nächste Saison hineinziehen.»

Dass der Norweger Tom Henning Övrebö «nicht sein bestes Spiel hatte», war auch Poll klar. Er wies aber auch auf Fehler des Unparteiischen hin, die Barcelona bevorteilten. «Sie (Chelsea-Spieler) hatten Glück, als Eric Abidal wegen seiner Intervention an Nicolas Anelka vom Platz gestellt wurde. Es sah im ersten Moment wie ein Beinstellen aus, doch die TV-Wiederholungen lassen anderes vermuten.» Ausserdem sei Yaya Touré wohl noch auf gleicher Höhe wie Abidal gewesen.

«Jeder macht Fehler»

Und letztlich, so die Konklusion von Poll, sei es immer einfacher auf die Fehler anderer hinzuweisen, als die eigenen Unzulänglichkeiten zu sehen. «Chelsea ist ausgeschieden, und vielleicht erinnert sich Didier Drogba – bevor er die Schuld bei den Offiziellen sucht – an seine verpasste Chance beim Stand von 1:0. Jeder macht Fehler.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.05.2009, 15:53 Uhr

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