Auch die Bundesliga hat Probleme mit Gewalt
Randale ausserhalb der Stadien: Die Polizei muss in Deutschland immer öfter eingreifen. (Bild: Keystone)
Die Bundesliga erlebt eine noch nie dagewesene sportliche Dramatik. Das zieht auch die Anhänger in den Bann. Mit 458'633 Besuchern (50'959 im Durchschnitt) sorgte die 33. Runde am vergangenen Samstag für einen Zuschauerrekord in der Liga. Fünf der neun Stadien meldeten «ausverkauft», der Gesamtbesuch nähert sich der 13-Millionen-Marke. Der Fussball boomt in Deutschland, er wird von den Verbands- und Ligaverantwortlichen gerne auch als «Familienfest» bezeichnet. Tatsächlich hat sich Luca Toni, der stürmende Italiener bei Bayern München, schon gewundert, dass sich so viele Eltern mit ihren Kindern ins Stadion trauen würden. Das sei ganz anders als in der Serie A.
Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Auch Deutschland hat Probleme mit den Randalierern, die ausserhalb der Stadien ihr Unwesen treiben. So kam es jüngst beim fränkischen Derby der 2. Bundesliga zwischen Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg zu Aufmärschen gewaltbereiter Supporter und erschreckte die besorgte Einwohnerschaft von Fürth.
Dialog muss verbessert werden
Am letzten Freitag wies die Gewerkschaft der Polizei bei einem Symposium «Fussball und Gewalt» auf die Thematik hin, die immer mehr akutere Züge annimmt. «Im Gegenzug beklagen immer mehr Fanbetreuer, dass die Sicherheitskräfte unter dem Vorwand der Prävention den Rahmen der Verhältnismässigkeit überschreiten würden», schreibt «Die Süddeutsche Zeitung».
Mittendrin in dieser Debatte versucht sich der Deutsche Fussball-Bund (DFB) zu positionieren. Der DFB stellt sich auf den Standpunkt, dass er nur für das verantwortlich sei, was im Stadion passiere. Eine etwas gar simple Haltung, die vorwiegend auch Schweizer Klubs einnehmen. Dass es freilich in dieser Saison schon in Deutschlands Stadien zu Prügeleien kam (etwa bei Karlsruhe gegen Stuttgart und St. Pauli gegen Hansa Rostock), stört das Bild des fussballerischen Familien-Happenings.
Polizei, DFB und Fans müssten ihren Dialog stark verbessern, fordert die SZ, «um das Fest im Stadion vor Partysprengern zu schützen». Mit Worten allein ist es aber nicht getan. (fal)
Erstellt: 18.05.2009, 14:21 Uhr


