Auf den Spuren von Ronaldinho
Von David Wiederkehr. Aktualisiert am 10.11.2009
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Die vergangenen Sieger
Selbst der Trainer fand hinterher nur grosse Worte. «Historisch» ist eines davon, das Dany Ryser braucht, um den Sieg seiner U-17 im WM-Viertelfinal über Italien zu umschreiben. Auch spricht er von einer taktischen Meisterleistung - sie hätten immer dann ein Tor geschossen, als sich der Gegner sicher wähnte: Nach einer Startphase mit italienischen Vorteilen in der ersten Halbzeit. Nach einer Startphase der italienischen Dominanz in der zweiten.
Im Halbfinal trifft die Schweiz übermorgen Donnerstag in Lagos auf Kolumbien, das am Sonntag die Türkei im Penaltyschiessen bezwungen hatte. Davon unbeirrt, ob diese Aufgabe lösbar ist, «will die Mannschaft um jeden Preis in den Final», hat Teammanager Michel Schafroth während des fünfstündigen Bustransfers vom Spielort Ijebu-Ode in die Hafenstadt Lagos erkannt.
Seit die Fifa 1985 die U-17-WM erstmals durchführte, haben sich in zwölf Austragungen erst zwölf verschiedene Länder für deren Final qualifizieren können - am häufigsten Nigeria und Brasilien mit fünf Endspielen vor Ghana mit vier und Spanien mit drei. Mit je drei Titeln führen Nigeria und Brasilien auch gemeinsam die Liste der Rekordsieger an. Das zeugt vom prestigeträchtigen Ausmass einer allfälligen Schweizer Finalqualifikation.
Das Urteil über Cesc Fabregas
Mehrere Tausend Talente haben sich seit 1985 an einer U-17-WM präsentiert. Viele davon verschwanden nach dem Turnier bald einmal irgendwo, selbst wenn sie an der WM mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet wurden, der Ehrung zum besten Spieler. Mohammed al-Kathiri aus dem Oman ist so ein Beispiel oder auch Sergio, 1997 ein grosses spanisches Talent - er taucht heute in keiner Datenbank mehr auf.
Anders Ronaldinho, Cesc Fabregas, Wilson Oruma oder Freddy Adu. Der Brasilianer, da noch einfach «Ronaldo», war 1997 der Stürmer in einer fantastischen Weltmeistermannschaft, die im ganzen Turnier 21 Tore schoss und 2 kassierte. Überhaupt kennt man von diesem Turnier in Ägypten noch weitere Spieler, den Spanier Iker Casillas etwa oder die Deutschen Roman Weidenfeller und Sebastian Deisler.
Cesc Fabregas wiederum führte seine Spanier 2003 in Finnland in den Final, erhielt den Goldenen Ball und wurde Torschützenkönig. «Ausgezeichnete Schusstechnik», schrieb die Fifa damals über den heutigen Arsenal-Spielmacher. Der Nigerianer Oruma war 1993 ein prägnanter Spieler und U-17-Weltmeister. Danach tingelte er durch Frankreich und kam für zwei Jahre bei Servette unter. Er ist noch immer Profi - in Griechenland bei Kavala. Adu schliesslich debütierte 2003 als 14-Jähriger in der U-17 und mit 16 im A-Nationalteam. Er spielt mittlerweile bei Belenenses in den portugiesischen Niederungen. Eine andere Geschichte schrieben die Italiener, 1993 mit einem Punkt aus drei Spielen und 1:6 Toren ziemlich blamabel ausgeschieden. Goalie und Stürmer von damals sind trotzdem recht gross heraus gekommen: Gianluigi Buffon und Francesco Totti hiessen sie. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 10.11.2009, 11:59 Uhr
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