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«Basel kann nach der Winterpause Rückstand aufholen»

Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 28.09.2010 1 Kommentar

Thun-Trainer Murat Yakin blickt im Interview auf das 2:2 gegen YB zurück, auf die Meisterschaft voraus und sagt, was ihn an YB-Chef Ilja Kaenzig überrascht.

Murat Yakin

Murat Yakin
Bild: Keystone

Ein wenig müde sah Thun-Trainer Murat Yakin gestern Morgen aus. Doch nicht das 2:2 im Derby gegen YB hatte ihm den Schlaf geraubt, sondern der Thuner Brauch des Fulehung. Um 4 Uhr früh war Yakin aufgestanden, um dabei zu sein, wie die Sagengestalt durch die Strassen Thuns gejagt wurde. Der 36-Jährige schloss gar Bekanntschaft mit dem Fulehung höchstpersönlich. Ein paar Stunden später besprach er mit dem Team die Partie vom Sonntag. Nach der 20-minütigen Analyse schickte er die Spieler unter der Leitung seines Assistenten Eric-Pi Zürcher zu einem kurzen Auslaufen.

Was halten Sie von der Aussage von YB-Chef Ilja Kaenzig, der meinte, Thun sei ein bescheidener Gegner gewesen, den sein Team hätte schlagen müssen?
Murat Yakin (lächelt und überlegt): Die Young Boys sind halt ein Klub mit hohen Ansprüchen. Doch es ist immer interessant und auch überraschend, zu sehen, wie viele Gedanken sich die Verantwortlichen anderer Teams über uns machen, statt sich mit ihren eigenen Schwierigkeiten zu beschäftigen. Wir haben uns jeden unserer Punkte verdient. Mit etwas Glück könnten wir sogar noch weiter vorne stehen als auf Platz 5.

Was bleibt sonst zurück vom zweiten Derby in dieser Saison?
In erster Linie, dass wir ein schweres Spiel unter schwierigen Vorzeichen bestreiten mussten. Wir traten zum zweiten Mal in Folge auswärts an. Das Team hatte nach dem Match in Bellinzona am Donnerstag eine kurze Erholungszeit hinter sich. Mir persönlich blieb kaum Zeit, die Mannschaft auf die Partie in Bern einzustellen. Am Sonntag war der Respekt vor YB dann zu gross. Jedenfalls in der ersten Halbzeit. Das ist ja auch verständlich. Der Gegner war stark, und viele in unserer Equipe spielten zum ersten Mal vor einer so grossen Kulisse. Nach dem Seitenwechsel haben wir Moral bewiesen und sind zu Chancen gekommen, leider konnten wir nicht alle nutzen.

Doch noch nie zuvor in dieser Saison konnte sich Thun so wenig entfalten wie am Sonntag.
Die Ballverteilung auf die Seiten klappte diesmal nicht, das stimmt schon. Wir fanden auch viel zu lange nicht in die Zweikämpfe, weil wir im Mittelfeld zu sehr im Raum standen, statt auf den Mann zu spielen. Diesbezüglich hätte ich die Mannschaft vielleicht besser einstellen sollen.

Würden Sie Ihrer Equipe im Nachhinein wieder eine so ungewohnt defensive Taktik verordnen?
Ich würde wieder das gleiche System wählen. Mit den Veränderungen versuchten wir, die Young Boys ein wenig zu überraschen, und wir wollten ihr Flügelspiel unterbinden. Das ist uns – abgesehen von wenigen Ausnahmen – gut gelungen. David Degen und Senad Lulic kamen kaum zu gefährlichen Vorstössen. YB tat sich schwer, in unseren Strafraum zu kommen. Es war kein Wunder, erzielte Moreno Costanzo das erste Tor mit einem Distanzschuss.

Mit dem Spiel gegen YB hat das zweite Saisonviertel begonnen. Welcher Gegner hat Sie bisher am meisten beeindruckt?
Gegen Basel und nun gegen YB haben wir uns schwer getan. Diese Mannschaften besitzen viel Substanz und sind spielerisch weiter als wir.

Das heisst, Basel und YB machen den Titel unter sich aus?
Entscheidend ist, wie gut sie bis zur Winterpause die Doppelbelastung verkraften. Vor allem den Baslern traue ich es aber zu, einen allfälligen Rückstand in der Tabelle nach der Winterpause aufzuholen – wie in der letzten Saison. Doch auch der FC Zürich hat sein Potenzial schon angedeutet. (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.09.2010, 11:30 Uhr

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1 Kommentar

Ronald Lack

28.09.2010, 20:18 Uhr
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Mit der Absetzung des CEO Niedermeyers hat die YB Misere den Anfang genommen. Känzig muss erst zeigen dass er besser ist als Niedermeyer Antworten



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