Thorsten Fink hat sämtliche Inteviewanfragen für das Spiel des FC Basel gegen die Bayern abgesagt. Für Tagesanzeiger.ch/Newsnet macht der Deutsche eine kleine Ausnahme.
1/7Thorsten Fink und Alex Frei waren einst die Erfolgsgaranten beim FC Basel. Bild: Keystone
Thorsten Fink, weshalb geben Sie als ehemaliger Bayern-Spieler und Meistertrainer des FC Baselausgerechnet vor diesem Spiel keine Interviews?
Aus gegebenem Anlass gab es viele Anfragen aus Deutschland und der Schweiz. Ich habe mich jedoch, auch aus Zeitgründen, spontan dazu entschieden, keine Interviews zu geben.
Und was ist der wahre Grund?
Auch wenn ich die beiden Mannschaften wohl am besten kenne, will ich trotzdem keinen Vergleich der einzelnen Spieler auf ihren Positionen ziehen.
Sie befürchten, das könnte die eine oder andere Polemik auslösen?
Möglich, ja.
Doch das Spiel lässt Sie bestimmt nicht ganz kalt. Gewähren Sie uns doch einen Einblick in Ihr Seelenleben.
In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Bei den Bayern hatte ich als Spieler während zehn Jahren eine wunderbare Zeit. Der FC Basel war für mich das Sprungbrett als Trainer in die Bundesliga. Dafür bin ich dankbar. Auch die tolle Zeit in Basel möchte ich nicht missen.
Trotzdem wage ich einen letzten Versuch und bitte Sie um eine kleine Einschätzung und Prognose für die Partie.
Der FC Bayern hat ein grosses und qualitativ hochstehendes Kader. Die Bayern sind klarer Favorit, das ist nun mal die Realität. Aber auch der FC Basel hat starke Spieler und braucht sich nicht zu verstecken. Er hat durchaus eine Chance, eine Überraschung zu schaffen.
Wo liegt diese Chance?
Die Bayern schwächeln in der Bundesliga zurzeit ein wenig und sind nicht so gut drauf. Das ist die Chance für den Aussenseiter.
Kompliment, Sie haben den HSV aus der Abstiegszone geführt.
Ja, ich bin bisher recht zufrieden. Doch wir haben noch viel harte Arbeit vor uns.
Sie sind drauf und dran wie Lucien Favre in Gladbach den HSV von einem Abstiegskandidaten zu einem Spitzenteam zu formen.
Der Weg ist noch lang. Aber es ist schon mein Ziel, dass ich mit dem HSV das erreiche, was Lucien Favre mit Gladbach geschafft hat. Das wäre wahrlich eine tolle Story.