Sport

Blatter gewählt – Reformen werden vom Kongress abgesegnet

Von Oliver Thommen. Aktualisiert am 01.06.2011 98 Kommentare

Die Fifa veranstaltete ihren 61. Kongress im Hallenstadion in Zürich. Fifa-Präsident Sepp Blatter wurde mit einem Glanzresultat wiedergewählt. Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete live.

1/24 Sepp Blatter ist als Fifa-Präsident wiedergewählt und lässt während seiner Schlussansprache erfolgreich über die angekündigten Reformen abstimmen.
Bild: Keystone

   

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

  • Zusammenfassung (si)  

    Sepp Blatter wird weitere vier Jahre Präsident des Weltfussballverbandes FIFA bleiben - es ist bereits die vierte Amtsperiode des 75-jährigen Wallisers.

    Blatter hatte bei der Wahl keine Konkurrenz, nachdem Mohamed bin Hammam seine Kandidatur am Wochenende zurückgezogen hatte. Wegen Korruptionsvorwürfen war der Katarer anschliessend vorläufig suspendiert worden. 186:17 Stimmen fiel die Wahl sehr deutlich aus.

    Mit radikalen Reformen will Blatter die nach den Bestechungsvorwürfen in Schieflage geratene FIFA in den kommenden Jahren wieder auf Kurs bringen. «Ich bin ein Kapitän in turbulenten Zeiten. Wir haben Schläge eingesteckt und ich persönlich einige Ohrfeigen», sagte der Walliser in seiner mit Spannung erwarteten Grundsatzrede vor den Vertretern der Mitgliedsverbände.

    Blatter präsentierte den Delegierten auch gleich einen Reformvorschlag. Er wolle, dass in Zukunft die Organisation der WM vom Kongress der FIFA beschlossen werde, sagte er. Bisher hatte das 24-köpfige Exekutivkomitee die Endrunden der Weltmeisterschaften vergeben. An der Vergabe der WM 2022 an Katar hatte sich zuletzt heftige Kritik entzündet.

    Der Antrag des Englischen Verbandes, die Wahl des Präsidenten zu verschieben, war zuvor mit klarer Mehrheit abgeschmettert worden.

  •  

    Blatter schliesst den Kongress und lädt zur After-Party.

  •  

    Blatter schlägt vor, künftig eine Frau im Gremium zu haben: Aufbrausender Applaus.

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    176 sagen Ja zu Blatters Reformen.
    Der Kongress wird künftig die WM vergeben und die Ethikkommission wählen. Dazu wird es ein strafverfolgendes Untersuchungsgremium in dieser Kommission geben.

  • 17. Schlussansprache des Präsidenten  

    Sepp Blatter schreitet ein letztes Mal ans Podium. Er will seine drei am Morgen gemachten Reformvorschläge sogleich zur Abstimmung bringen.

    Die Delegierten werden von Jérôme Valcke aufgefordert ein letztes Mal ihre e-Voting-Kästchen hervorzuholen.

  • 16. Nächste Kongresse  

    Der nächste Kongress wird am 24. und 25. Mai in Budapest in Ungarn Tagen.

  •  

    Der Jordanier Prinz Ali bin al-Hussein, Vize-Präsident der AFC, wird neu ins Exekutivkomitee aufgenommen.

    David Chung, momentaner OFC-Präsident, wird die selbe Ehre zuteil.

    Der Nordire Jim Boyce, neu Fifa-Vize-Präsident, wird die Britischen Verbände im Exekutiv-Komitee vertreten.

    Vernon Manilal Fernando wird ebenfalls aufgenommen.

    Der Algerier Mohamed Raouraoua wurde vom Afrikansichen Verband gewählt.

    Theo Zwanziger ersetzt Franz Beckenbauer. Blatter nennt den DFB «den wichtigsten Verband in der Welt.»

  • 15. Einsetzung des Exekutivkomitees  

    Die Ernennung der Exekutiv-Mitglieder ist nur reines Handschütteln.

    Geoff Thompson wird das Exekutiv-Komitee verlassen.

    Der Japaner Junji Ogura wird das Komitee ebenfalls verlassen.

    Franz Beckenbauer bleibt Teil der Taskforce, nicht aber im Exekutivkomitee. Er möchte sich mehr seiner Familie widmen.

  •  

    Der Delegierte von Estland ergreift das Wort. Er habe Sepp Blatter gewählt. Es soll ein Zeichen nach aussen, vor allem an die Medien, sein.

  •  

    Blatter tritt ans Rednerpult:

    «Das Fifa-Schiff ist wieder in klaren Wassern. Das Fundament der Pyramide ist wieder solid.»

    «Ich bin gerührt, aber es ist auch eine Herausforderung.»

  •  

    Die Stimmen sind ausgezählt. Das Ergebnis wird bekannt gegeben.

    Sepp Blatter erhält 168 Stimmen und ist damit wiedergewählt.

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    Die Stimmenzähler stehen um den Tisch und sortieren die Stimmen. Langsam scheint sich Ordnung im Stimmzettelhaufen abzuzeichnen.

  •  

    Die Zahl der abgegebenen Stimmen ist 203.

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    Es wird nun kontrolliert, ob die richtige Anzahl Stimmzettel abgegeben wurde. Ansonsten müsste die Wahl wiederholt werden.

  •  

    Der Vertreter des Libanon war zur Wahl nicht anwesend.

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    Mit Simbabwe und Sambia haben die letzten beiden Delegierten ihren Stimmzettel eingeworfen.

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    Der Schweizer Delegierte geht in Richtung Wahlurne. Noch 27 Verbände müssen einwerfen. Gleichzeitig mit der Schweiz stimmt auch der syrische Vertreter ab.

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    Der Vertreter von Palästina darf an die Box.

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    Ein Gegner der Schweiz in der EM-Qualifikation Montenegro soll nun an die Urne.

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    Trotz den Unruhen im eigenen Land: Auch Libyen hat einen Vertreter in Zürich. Dieser wird jetzt ganz demokratisch seine Stimme abgeben.

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    Für einmal zusammen: Nord- und Südkorea sind aufgerufen die Stimmzettel abzuholen und einzuwerfen.

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    Inzwischen haben die Hälfte der Verbände ihre Stimme abgegeben.

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    Nun ruft Jérôme Valcke den englischen Vertreter auf seine Stimme abzugeben.

  •  

    Nach der Wahl des Präsidenten werden noch die Vizepräsidenten eingesetzt, sowie die Mitglieder des Exekutivkomitees.

    Danach wird auf die beiden nächsten Fifa-Kongresse hingewiesen. 2012 wird dieser in Budapest abgehalten, 2013 in Mauritius.

    Schliesslich wird der Präsident Gelegenheit zu einer Schlussansprache haben.

  •  

    Die einzelnen Mitgliedsverbände werden nun aufgerufen und geben ihre Stimme ab.

  • 14. Wahl des Präsidenten  

    Sepp Blatter verlässt den Saal und verzichtet auf eine Rede vor der Wahl. Der oberste Vize-Präsident Grondona übernimmt zwischenzeitlich den Vorsitz. Es wird geheim abgestimmt. Es werden zehn Minuten Pause eingelegt, um die Wahlurnen zu installieren.

    Die Delegierten werden in alphabetischer Reihenfolge aufgerufen, an der Urne ihre Stimme abzugeben.

    Das Exekutiv-Komitee hat entschieden, dass nur eine einfache Mehrheit nötig sein wird, also die Hälfte der gültigen Stimmen plus eine. Das heisst, Blatter muss 104 Stimmen holen, wenn alle 206 stimmberechtigten Landesverbände gültig einwerfen.

  • 12.2.2 Antrag VAE  

    Mohamed al-Rumaithi präsentiert einen Vorschlag für eine Vereinfachung der Annahme einer anderen Fussball-Nationalität. Die Jahre, in denen ein Spieler nach seinem 18. Geburtstag in einem Land gelebt haben muss, soll nach dem Vorschlag der Vereinigten Arabischen Emirate auf drei Jahre gesenkt werden. Oder der Spieler lebte vor seinem 18. Geburtstag im Gebiet des betreffenden Verbandes.

    Der spanische Vertreter Villar ergreift das Wort, um den Antrag zu verhindern.

    154 Verbände lehnen den Antrag ab.

  • 12.2.1 Ausführungs- bestimmungen  

    Die Änderungen beinhalten auch die Löschung eines Artikels, deshalb muss dies separat abgestimmt werden.

    Die Delegierten stimmen zu.

  • 12.1.4 Abstimmung Internationale Spiele  

    Gleich vier Artikel (73, 78-80) werden hier geändert. Die Abstimmung wird angenommen.

  • 12.1.3 Abstimmung zur Audit-Kommission  

    Bei diesem Antrag soll eine kleine Änderung vorgenommen werden: das Wort «intern» soll gestrichen werden.

    Diese Änderung wird ebenfalls befürwortet.

  • 12.1.2 Abstimmungen zu Suspensionen  

    Hier soll Artikel 14 verschärft werden, der neu besagen soll, dass Verbände auch ausgeschlossen werden können, wenn sie «nur» einmalig die Statuten der Fifa schwer verletzen.

    Auch hier wurde die Dreiviertel-Mehrheit locker erreicht. 190 Verbände stimmten für die Änderung.

  • 12.1.1 Abstimmungen zu Spielern  

    Zuerst geht es um Änderungen in den Statuten.

    Zunächst wird darüber abgestimmt, ob es eine Beschränkung der «nicht erstregistrierter Spieler» in den Klubmannschaften der Topligen geben soll. Dadurch sollen Ausbildungsanstrengungen von Vereinen gewürdigt werden.

    Eigentlich sollte der Redner Villar die Statuten-Änderung (Artikel 5) präsentieren. Lieber hält er aber eine langfädige Rede.

    Die Änderung des Artikel 5 wird angenommen.

  •  

    Der dänische Vertreter möchte zum Thema «Nulltoleranz» sprechen.

    «Die Fifa wurde in den letzten Wochen schwer angeschlagen.» Der Däne unterstützt im Namen der skandinavischen Verbände Blatters am Morgen genannte Reformen, verlangt aber eine unabhängige Untersuchung der Bestechungsvorwürfe. Blatter verspricht, das dies gemacht werde.

  • 11.6 Nulltoleranz  

    Sepp Blatter ergreift zum Thema «Nulltoleranz» wieder das Wort.

    «Eine weitere Gefahr wurde noch nicht attackiert: illegale Wetten und Spielabsprachen.»

    Deshalb muss die Fifa mit staatlichen Organisationen zusammenarbeiten - seit diesem Jahr mit Interpol. Er unterstreicht deshalb nochmals die Bedeutung des Ethik-Codes und der Ethik-Kommission, die «professioneller und unabhängiger» sein soll – in Zukunft.

    Dafür soll es neben dem exekutiven, auch ein judikatives Gremium innerhalb der Ethik-Kommission geben.

    Nulltoleranz soll für alle gelten, «für dich und mich.»

  • 11.5 Football for Hope  

    Generalsekretär Jérôme Vlacke präsentiert in aller Schnelle das Projekt «Football for Hope», das 170 Projekte umfasst, welche in 60 Ländern gestartet wurden. Eine ausufernde Rede lässt er aus, sondern zeigt statt dessen einen Film.

  • 11.4 Taskforce Football 2014  

    Franz Beckenbauer wird zur Taskforce sprechen. Beckenbauer betont, dass Sepp Blatter die Idee zu dieser Taskforce hatte. Und «was der Präsident sagt, muss getan werden».

    Die Taskforce soll Konzepte entwerfen, um das Spiel zu verbessern. Deshalb sind unter anderem auch ehemalige Spieler und Funktionäre in dieser Taskforce.

    Ein wichtiges Projekt ist die Professionalisierung des Schiedsrichterwesens.

    Daneben verfolgt die Taskforce auch ein Projekt, eine vierte Auswechslung einzuführen, falls es in einem Spiel zu einer Verlängerung kommt.

    In U17-Wettbewerben soll es keine Verlängerung mehr geben, sondern direkt ein Penaltyschiessen.

    Die Projekte zur Torlinientechnologie und zu den zwei zusätzlichen Schiedsrichter laufen weiter, sind aber noch nicht definitiv entschieden.

    Die nächste Sitzung wird sich vor allem ums Thema «Fair play» drehen. Franz Beckenbauer sagt in aller Deutlichkeit, dass die Taskforce das ständige Reklamieren und Diskutieren mit dem Schiedsrichter, sowie harte Fouls nicht mehr tolerieren will.

  •  

    Zum Schluss dankt Dvorak Sepp Blatter für seinen jahrelangen Einsatz für das Projekt.

  •  

    Jiri Dvorak präsentiert die Ergebnisse von «F-Marc», ein 1994 gegründetes Programm um die Gesundheit im Fussball zu fördern.

    Er resümiert, dass «zweimal die Woche 45 Minuten Fussball zu spielen, ist Prävention und Behandlung von Leiden.»

    Durch die Weltmeisterschaften wurde, so Dvorak, die öffentliche Gesundheit gefördert und gleichzeitig auch das «Game» vorwärts gebracht.

    Die Medien und die Sportler (als Rollenmodelle) sollen bei der Verbreitung des Mottos «Gesundheit und Ausbildung» die Fifa helfen.

    Als Beispiel nennt Dvorak ein Projekt in Mauritius, wo 17'000 Schulkinder durch das Schulcurriculum in das Fifa-«Fussball für die Gesundheit»-Programm eingebunden sind.

    Der Präsident des Fussballverbandes von Mauritius Dinnanathlall Persunoo berichtet nun selbst über das in seinem Heimatland gestarteten Programm.

    Weitere Projekte sind auch in Malawi, Botswana, Mexiko, Kolumbien geplant. In Namibia, Kenia, Zimbabwe und Südafrika laufen bereits Projekte.

  • 11.3 Medizinisches  

    Nach der Mittagspause folgt nun das Traktandum Medizinisches. Unter anderem geht es um Doping-Prävention. Michael D'Hooge kann auch zeigen, dass in den letzten Jahren die Zahl der Verletzungen abgenommen hat.

  •  

    Noch sind die Delegierten nicht zurück aus der Pause. Der Beginn des zweiten Teils verzögert sich.

  •  

    Im zweiten Teil des heutigen Kongresses warten Abstimmungen auf die Delegierten. Neben der Wahl des Präsidenten wird es darum gehen, Mitgliedsverbände einfacher bestrafen zu können (es müsste kein Wiederholungsfall der Verfehlung mehr vorliegen), Abgaben aus internationalen Spielen zwischen Klub- und Ad-hoc-Mannschaften einzuführen und zur Erleichterung der Aufnahme von Spielern in eine Nationalmannschaft.

  • Mittagspause  

    Jérôme Valcke unterbricht nun die Sitzung für eine Stunde Mittagspause. Tagesanzeiger.ch/Newsnet wird ab 13.45 Uhr weiter berichten.

  • 11.2 Gewinnbeteiligung WM 2010  

    Rafael Callejas kann berichten, dass 40 Millionen US-Dollar von den Gewinnen, welche durch die WM 2010 in Südafrika erzielt wurden, an die Verbände ausgeschüttet werden. Dabei profitieren die Vereine, die Spieler an die Nationalmannschaften abgestellt haben. Zwar verdient bspw. der FC Barcelona fast 900'000 US-Dollar an Entschädigung. Jedoch profitieren auch kleine Vereine.

  • 11.1.4 Spielerver-mittlungssystem  

    Spielervermittler sollen nun keine Kommissionszahlungen mehr erhalten können, wenn ihr Klient ein Minderjähriger ist. Zudem soll der Spielervermittler nicht mehr als drei Prozent der Transfersumme erhalten dürfen und nie mehr zwei Millionen US-Dollar.

  • Blatters Reformvorschläge (si)  

    FIFA-Präsident Joseph Blatter präsentierte den Delegierten Reform-Vorschläge.

    Künftig sollen die Delegierten aus allen 208 Mitgliedsländern und nicht nur die 24 Exekutiv-Mitglieder die WM-Vergabe vornehmen.

    «Wir alle, das heisst die FIFA, haben in den letzten Wochen harte Schläge einstecken müssen. Ich persönlich habe auch einige Ohrfeigen erhalten, und wir müssen nun die Lehren daraus ziehen. Die Warnungen waren wichtig, um neue Lösungen zu finden. Ich stelle mich dieser Aufgabe, wenn sie mich wiederwählen. Das FIFA-Schiff kreuzt in diesen Tagen in turbulenten, trüben Gewässern, und ich möchte das Boot in den nächsten vier Jahren wieder auf Kurs bringen. Dazu sind jedoch grundlegende Reformen notwendig.»

    Blatter sprach von Instrumenten, die zu stärken oder neu zu schaffen seien, um die geforderte Transparenz ins Management und in die Führung der FIFA zu bringen. Er fragte die Delegierten, ob es wichtig sei, dass das Exekutiv-Komitee die Weltmeisterschaften vergebe und gab gleich selber die Antwort darauf: «Ich bin für mehr Macht der Mitgliedsverbände und möchte, dass künftig der Kongress die WM-Organisatoren bestimmt!» Der Applaus des Kongresses war ihm sicher.

    Bei dieser Lösung dürfte es für ein einziges Land sehr teuer werden, sich die nötige Stimmen-Mehrheit zu erkaufen. Genau dieser Vorwurf wurde nach den letzten WM-Vergaben im Dezember erhoben, als Russland die WM 2018 und Katar die WM 2022 zugesprochen erhielten. Dieses Ereignis bestimmt noch immer die Diskussionen in- und ausserhalb der FIFA. Nicht auszuschliessen, dass es zu einer Wiederholung der letzten Vergaben kommt, wenn die von England und diese Woche auch vom inzwischen suspendierten Exekutiv-Komitee-Mitglied Jack Warner aus Trinidad und Tobago erhobenen Vorwürfe bewiesen werden können.

    Blatters zweiter Reform-Vorschlag betrifft die Benennung der Mitglieder der vor fünf Jahren ins Leben gerufenen Ethikkommission.

    Auch diese Mitglieder sollen künftig durch den Kongress und nicht mehr durch das Exekutiv-Komitee gewählt werden. Blatter war im Vorfeld angekreidet worden, dass er nur Personen zugelassen habe, die hinter ihm stehen. Die Ethikkommission wird zurzeit durch den Schweizer Alt-Internationalen Claudio Sulser präsentiert.
    Die Ethikkommission soll zudem künftig gestärkt und professionell bestückt werden. Als neues Instrument für mehr Transparenz schlug Blatter im weiteren die Bildung einer Lösungskommission vor. «Persönlichkeiten aus der FIFA sollen Untersuchungen über alle Vorwürfe und Anschuldigungen gegen die FIFA und Mitglieder des Exekutivkomitees vornehmen und uns Bericht erstatten. Notfalls soll dafür ein ausserordentlicher Kongress angesetzt werden.»

  • 11.1.3 Transferpolitik  

    Tai Nicholas, OFC-Generalsekretär, spricht nun zum Transferabgleichsystem. Dabei sollen vor allem die Finanzströme bei Transfers besser kontrolliert werden und Minderjährige geschützt werden. Eine signifikante Mehrheit der Transferzahlungen wurden nicht deklariert.

  • 11.1.2 Spielberechtigung  

    Der Engländer Geoff Thompson spricht nun zu einem weiteren Projekt:

    Die Klubmannschaften müssten nach einer neuen Regel eine gewisse Zahl an selbst ausgebildeten Spielern im Kader haben beziehungsweise Spieler, die vor dem 18. Lebensjahr zum Klub gestossen sind. Die Nationalität würde dabei keine Rolle spielen.

  • 11.1.1 Frühwarnsystem  

    Kohzo Tashima, der Vize-Präsident des Japanischen Fussballverbandes, berichtet über das Frühwarnsystem gegen illegale Sportwetten und Spielabsprachen. Dieses sei bisher sehr erfolgreich.

  •  

    Auch das Budget für 2012 wird angenommen.

  •  

    Blatter ermahnt Markus Kattner die Budget-Präsentation schneller durchzuführen. Dieser hält sich entsprechend kurz.

  •  

    Der Finanzbericht für 2010 und für die Periode von 2007-2010 werden einstimmig angenommen.

  •  

    Markus Kattner kann feststellen, dass die Fifa ihre Reserven stärken konnte und sie sich nun auf 1,28 Milliarden US-Dollar belaufen. 2002 hatte die Fifa noch ein Minus von elf Millionen zu verzeichnen.

    794 Millionen US-Dollar wurden in den letzten vier Jahren in Aufbauprojekte z.B. in Afrika investiert.

  • Zwischenfazit (si)  

    Klare Mehrheit für Präsidentenwahl

    Nur 17 von 206 Ländern folgten dem Antrag Englands, die Wahl auf einen späteren Termin zu verschieben.

    Es war eine klare Meinungsäusserung der Fifa-Delegierten und sie wurde schon in den Voten vor der Abstimmung deutlich spürbar. Der englische Verbandspräsident David Bernstein («Einige rieten mir zu schweigen, aber das tue ich nicht!») fand mit seinem Antrag, die Wahl zu verschieben, um weiteren Kandidaten die Chance zu geben, sich um das Präsidentenamt zu bewerben, praktisch keine Unterstützung.

    Delegierte aus Haiti, dem Kongo, aus Benin, Zypern und von den Fidschi-Inseln meldeten sich zu Wort und sagten Präsident Joseph Blatter ihre Unterstützung zu. «Wir sind hierher gekommen, um einen Präsidenten zu wählen! Was soll nicht gut daran sein, dass nur ein Kandidat zur Wahl steht?» fragte Selemani Omari aus dem Kongo die Delegierten und erhielt dafür deutlich mehr Applaus als sein englischer Vorredner.

    Die Abstimmung verdeutlichte denn auch die Stimmung im Saal: Nur 17 Länder folgten dem Antrag Englands, die Präsidentenwahl zu verschieben, 172 Delegierte stimmten für die Wahl am Nachmittag. Für eine Verschiebung der Wahl wären 155 Stimmen nötig gewesen.

  • 10. Finanzen  

    Blatter gibt dem Südamerikaner Julio Grondona das Wort, um die Jahresrechnung vorzustellen.

    Er macht ein paar Vorbemerkungen und sagt einige Worte an die Adresse der Medien und beschuldigt sie des «Lügens, um die Fifa-Familie zu stören.»

    Dann doch noch der Finanzbericht. Dank den über 200 Millionen Reserven und den grossen Gewinnen werden zusätzliche Gelder an alle Landesverbände ausgeschüttet. Grondona bittet um die Annahme des Berichtes.

    Die Delegierten müssen über die Jahresrechnung von 2010 abstimmen, über die Rechnung für die Periode 2007-2010 und über das Budget 2012.

    Der stellvertretende Generalsekretär der Fifa Markus Kattner stellt die Finanzen vor:
    Im Jahr 2010 hat die Fifa 1,291 Milliarden eingenommen, 1,089 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Das ergibt einen Gewinn von 202 Millionen US-Dollar.

    Über die letzten vier Jahre hinweg konnte der jährliche Gewinn vervierfacht werden.

  •  

    Das grösste kommende Event wird aber die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien sein. Valcke resümiert kurz die Termine bis zur WM.

  •  

    Die nächsten Fifa-Veranstaltungen werden präsentiert: unter anderem finden in diesem Jahr die U-17-WM in Mexiko, die Frauen Fussballweltmeisterschaft in Deutschland und die U-20-WM in Kolumbien statt.

  • 9. Tätigkeitsbericht  

    Jérôme Valcke berichtet über die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika und lobt die Aufbauarbeit der Fifa. Daneben ist die Fifa weiterhin finanziell solid aufgestellt.

    Auch der Tätigkeitsbericht wird angenommen.

  • 8. Ansprache des Präsidenten  

    Blatter: «Wir und ich selbst wurden getroffen in den letzten Monaten.»

    Blatter bleibt in seiner Ansprache bei der Schiff-Metapher wie bei der Begrüssung. Um die Reformen anzugehen, brauche es einen Führer, Blatter empfiehlt sich dafür.

    Blatter lobt die Transparenz im Fussball. Er ruft in Erinnerung, dass 2006 die Ethik-Kommission gebildet wird und seither eine Nulltoleranz-Politik durchgesetzt wurde.

    Der Walliser betont, dass die Mitglieder der Ethik-Kommission unabhängig sind, da sie vom Kongress gewählt werden.

    «Wir müssen all diese üblen Anschuldigungen stoppen, unsere Reputation steht auf dem Spiel.» Die Funktionäre sind verantwortlich, den Fussball zu beschützen.

    Blatter wiederholt, dass er bereit ist und die Aufgabe, die Fifa zu führen, schultern will.

    Blatter fordert zum Schluss «Disziplin, Respekt und Fairplay» ein.

  • Abstimmungen  

    1. Wahl über die Verschiebung des Traktandum 14, Wahl des Präsidenten:
    Dafür wäre eine Dreiviertelmehrheit nötig.

    172 lehnen das Anliegen von England ab. Die Wahl des Präsidenten findet statt.

    2. Annahme der Tagesordnung

    198 stimmen für die Annahme. Die Tagesordnung wird wie vorgeschlagen durchgeführt.

  •  

    Es kommt doch noch ein Sprecher: Der Präsident des Verbandes von Fidschi. Er argumentiert auf einer rechtlichen Basis und liest die Statuten vor und folgert, dass die Wahl des Präsidenten stattfinden muss.

  •  

    Der zypriotische Vertreter wird der letzte Sprecher sein. «Die Fifa braucht ein starkes Mandat» für Blatter, eine führungslose Fifa sei keine Option.

  •  

    Der Vertreter des Kongo möchte auch noch sprechen. Auch er ruft zur Unterstützung von Sepp Blatter auf.

    An die Adresse von England sagt er: «Man muss die Probleme innerhalb der Fifa lösen und nicht über die Medien.»

  •  

    Der haitianische Vertreter hat das Wort. Er ist besorgt, weil die Fifa in einer schwierigen Situation ist. Anders als der englische Vertreter will er, dass in dieser schwierigen Zeit die Fifa «ein Zeichen der Stärke» aussendet und Sepp Blatter bestätigt.

  •  

    David Bernstein beantragt wegen der Ereignisse der letzten Wochen und der alleinigen Kandidatur von Sepp Blatter die Verschiebung der Wahl - zaghafter Applaus.

  • 5. Genehmigung der Tagesordnung  

    Generalsekretär Jérôme Valcke ruft David Bernstein vom englischen Verband auf, seinen Antrag zur Tagesordnung zu präsentieren.

  •  

    São Tome und Principe und Brunei haben aber wegen zu wenig oder keiner fussballerischen Aktivität kein Stimmrecht am heutigen Kongress. 206 Verbände sind somit stimmberechtigt.

  • 4. Ausschluss von Brunei und Bosnien-Herzegowina  

    Blatter empfiehlt, die Ausschlüsse gegen die beiden Verbände aufzuheben, und da niemand dagegen antrat, sind sie wieder in die Fifa aufgenommen.

  •  

    Heute Morgen wurde bekannt, dass der Generalsekretär der Concacaf Chuck Blazer entlassen wurde. Vorerst sitzt er noch im Kongress hinter Sepp Blatter.

  •  

    Die Stimmenzähler werden bestimmt.

  • 2. Appell und Feststellung der statutengemässen Einberufung und Zusammensetzung des Kongresses  

    Jérôme Valcke stellt fest, welche Landesverbände anwesend sind.

    Alle 208 Landesverbände sind – entgegen allen Spekulationen – anwesend.

  •  

    Es wird eine Schweigeminute abgehalten für die im letzten Jahr verstorbenen Sportler und Funktionäre.

  •  

    Nach der Zusammenfassung des gestrigen Tages sagt Blatter: «Das Fifa-Schiff ist in schwierigem, vielleicht sogar stürmischem Wasser. Aber ich bin der Kapitän des Schiffs.» Er ruft dazu auf, zusammen die Fifa wieder auf Kurs zu bringen.

  •  

    Sepp Blatter spricht wieder und begrüsst den Ehrenpräsidenten der Fifa João Havelange und andere wichtige Persönlichkeiten des Fussballs. Im Speziellen begrüsst er die weiblichen Teilnehmer. Viele sind es nicht.

  •  

    Peter Gilliéron spricht über die Schweiz und den Schweizer Fussball. Er hofft, dass es zwei Gewinner geben wird: «Respekt und Fairplay.»

  •  

    Blatter beginnt mit seiner Begrüssungsrede. Traditionell wird der Verbandspräsident des Gastlandes aufgerufen, die Anwesenden zu begrüssen. Peter Gilliéron betritt das Podium.

  • 1. Begrüssung  

    Fifa-Generalsekretär Jérome Valcke begrüsst die Anwesenden. Das E-Voting wird noch getestet.

  • 09.30 Uhr  

    Willkommen zum Live-Ticker des 61. Fifa-Kongresses.

    In Kürze wird der Kongress beginnen. Jüngst hat sich auch der Ehrenpräsident des Englischen Verbandes (FA) eingeschaltet und eine Verschiebung der Wahl gefordert.

  • 09.00 Uhr  

    Der 61. Fifa-Kongress wird in wenigen Minuten im Zürcher Hallenstadion starten. Nach den Ereignissen der letzten vier Tage ist es schwer zu sagen, welche Volten von den Fifa-Delegierten zu erwarten sind. Es ist noch nicht einmal sicher, ob das Traktandum 14, die Wahl des Präsidenten, auf der Tagesordnung stehen bleibt. Neben der Wahl des Präsidenten stehen noch weitere spannende Traktanden an. Es wird über den Ausschluss von Bosnien-Herzegowina und Brunei Darussalam diskutiert, Blatter hält eine Ansprache und es wird über sportliche und strategische Angelegenheiten beraten.

Erstellt: 01.06.2011, 09:19 Uhr

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98 Kommentare

Roger Christen

01.06.2011, 14:51 Uhr
Melden 58 Empfehlung

Lieber Tagi, warum ist eigentlich die ganze Berichterstattung ums Thema "FIFA" im Ressort SPORT ? Meines Erachtens gehört das in die Rubrik "Unterhaltung" oder "Unglücke und Verbrecher"... Antworten


Ruth Berger

01.06.2011, 12:15 Uhr
Melden 41 Empfehlung

hahaha "Familie", genau wie bei der Mafia! Passt vortrefflich! Antworten



Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 09:18
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Roland Garros
27.0512:15Cipolla - Wawrinka
Stand: 25.05.2012 14:45
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0511:00Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0511:00Federer - Kamke
28.0511:00Djokovic - Starace
28.0511:00Bolelli - Nadal
Stand: 25.05.2012 15:24
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden

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