Brügge: Gute Einzelspieler – aber noch nicht in Form

Der Uefa-Cup-Gegner der Young Boys mit Torjäger Wesley Sonck hat in dieser Saison noch nicht überzeugt. Die Erwartungen an den Traditionsverein sind jedoch hoch.

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Der FC Brügge, zweitgrösster Verein Belgiens nach Anderlecht, hat drei eher enttäuschende und mit vielen personellen Wechseln verbundene Saisons hinter sich. 2005 war der 13-fache Meister und 10-fache Cupsieger letztmals Champion geworden. In der letzten Spielzeit führte Brügge lange die Tabelle an, am Ende reichte es bloss zu Rang drei. Der Klub erlitt am 8.Mai ein grosses Trauma, als der Stürmer François Sterchele, Liebling des Publikums, seinen Porsche an einen Baum setzte und tödlich verunglückte. Seine Nummer war die 23 – in jedem Heimspiel erklingt seit Stercheles Unfall in der 23. Minute Applaus.

23'000 Dauerkarten

Das Publikum im schmucken Jan-Breydel-Stadion (rund 30'000 Plätze) gilt als fanatisch, in dieser Saison wurden erneut 23'000 Dauerkarten verkauft. Club Brügge, wie YB 1898 gegründet, feierte seine grössten Erfolge unter dem legendären österreichischen Erfolgstrainer Ernst Happel: 1976 ging der Uefa-Cup-Final gegen Liverpool verloren, zwei Jahre später waren die Briten auch im Endspiel des Meistercups zu stark. Von solchen Erfolgen ist der belgische Spitzenverein aber längst weit entfernt.

Die besten Akteure werden regelmässig von grösseren Vereinen aus dem Ausland abgeworben. Bekanntester Spieler ist der 30-jährige Wesley Sonck. Der klein gewachsene Torjäger ist kopfballstark und erzielte für Belgien 20 Tore in 44 Länderspielen, war 2002 und 2003 bei Genk Torschützenkönig, setzte sich später nach seinem Wechsel von Ajax zu Gladbach in der Bundesliga aber – auch wegen Verletzungsproblemen – nicht durch.

Unbestritten ist die Klasse des 30-jährigen Spielmachers Ivan Leko. Doch der Kroate ist – wie das ganze Team – noch auf Formsuche und war zuletzt nicht Stammspieler. Der 22-jährige Nabil Dirar, Marokkaner mit belgischer Staatsangehörigkeit, ist ein kreativer Flankenspieler. Dirar ist gerade im Ramadan, er kann seinen Gegenspielern aber mit seiner Geschwindigkeit und Technik stets einen ungemütlichen Abend bereiten. Ebenfalls im Mittelfeld spielt Ronald Vargas, 22 Jahre alt, ein grosses Talent aus Venezuela. Er ist in seiner Heimat eine Legende, weil er beim sensationellen 2:0-Sieg gegen Brasilien ein fantastisches Tor erzielte. Vargas dürfte bald in eine grosse Liga wechseln.

Keine Freude an Kunstrasen

Brügge setzte sich in früheren Europacup-Duellen gegen Zürich (1971) und St.Gallen durch (2002), verlor aber zweimal gegen Basel (1974 und 1981). In diese Saison startete Brügge zwei Wochen später, weil zwei Spieler mit Belgien an den Olympischen Spielen weilten. Beim schwachen Aufsteiger Tubize siegte Brügge 4:1, am Samstag aber war die Leistung beim 1:1 im Heimspiel gegen Tender enttäuschend. Torhüter Stijn Stijnen verschuldete das Gegentor. Stürmer Joseph Akpala, letztes Jahr Torschützenkönig, hat immerhin bereits zwei Treffer erzielt.

Im Hinspiel ist der wichtige Defensivspieler Jeroen Simaeys, Torschütze gegen Tender, gesperrt. Trainer Jacky Mathyssen sah YB gegen GC (1:3) und in Bellinzona (2:1). Er sagt: «Auf Kunstrasen spielt Bern eine Art Hallenfussball. Das Team hat gute Offensivspieler und immer viele Chancen, aber es ist angreifbar, weil das Umschalten manchmal lange dauert.» Gar keine Freude hat Mathyssen am künstlichen Untergrund, auf dem er zwei Tage trainieren liess: «Das macht es fremd und schwierig. Der Fussball ist ganz anderes. Ich kann es einfach nicht glauben, dass es erlaubt ist, auf Kunstrasen zu spielen.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.09.2008, 16:45 Uhr

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