Busacca: «Wir alle machen doch Fehler»
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 21.09.2009
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Massimo Busacca, der am Samstag in der Cup-Partie Baden den so genannten «Stinkefinger» gegen die Fans der Young Boys gezeigt hatte, entschuldigte sich für seine Kurzschlusshandlung sowohl via Schweizerischen Fussball-Verband als auch gegenüber der Kamera der RSI. «Es ist nicht schön, wenn ein Schiedsrichter so auftritt, selbst wenn er dermassen provoziert wird.» Der national und international anerkannte Topref wies aber darauf hin, dass er von Beginn an mit vulgären Sprechchören des Berner Anhangs eingedeckt worden sei. Er habe aber deswegen die Partie nicht abbrechen dürfen, das liesse das Reglement nicht zu, erklärte er gegenüber dem Reporter des Tessiner Kanals.
Der Unparteiische, der jüngst das Finale der Champions League tadellos geleitet hatte, glaubte aber nicht, dass dieser Vorfall einen grossen Einfluss auf seine Karriere haben werde. «Wir alle machen doch Fehler.» Er sei sich aber bewusst, dass er nicht ungeschoren davon kommen werde. «Wenn ein Spieler einen solchen Fehler macht, wird er auch bestraft.»
Ein nachdenklicher Urs Meier
Urs Meier, der momentan in Köln weilt, wurde in der sonntäglichen SF-Sendung «Sportpanorama» zu diesem Fall angesprochen. «Nicht nur Massimo, sondern auch ich hatte eine schlaflose Nacht», erklärte der Präsident der Schweizer Schiedsrichter-Kommission und damit der Chef von Busacca. «Wir wollen jetzt nicht einen Schnellschuss machen. Aber wir können den Vorfall nicht einfach so stehen lassen.» Meier, einst selbst ein Spitzen-Ref, will das ganze so schnell wie möglich gründlich abklären. «Wir werden in Kürze eine Massnahme bekannt geben. Das ist im Interesse aller Beteiligten.»
Meier wollte sich nicht äussern, ob Busaccas Aktion mit dem Mittelfinger in Baden auch Folgen für seine Karriere bei der Uefa und Fifa haben könnte. «Ich hoffe, dass wir den Vorfall in der Schweiz erledigen können. Ich will jetzt nicht einen Stab über ihn brechen. Er ist ein Spitzenschiedsrichter. Er hatte einen kurzen Aussetzer. Es ist schade, dass es passiert ist.» Der Aargauer Funktionär, der sich in der Sendung doch ziemlich nachdenklich gab, erinnerte aber auch: «Die Schiedsrichter müssen das Motto ‹Respekt› der internationalen Fussball-Verbände vorleben.»
Fakt ist: Der Tessiner Busacca hat für einen Moment die Nerven verloren – und damit in seiner langjährigen und erfolgreichen Laufbahn ein Eigentor geschossen. Der Vorfall am Samstag im Badener Stadion Esp wird weltweit ein Thema sein und könnte die Schiedsrichter-Kaste bei der Uefa in Nyon und der Fifa in Zürich punkto Beurteilung des «Falles Busacca» doch wesentlich beeinflussen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
Erstellt: 21.09.2009, 09:05 Uhr




