Challandes: «Wir haben zwei Punkte verloren»
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 31.07.2010
FC Zürich - FC Sion 1:1 (0:0)
Letzigrund. - 7600 Zuschauer. - SR Busacca. - Tore: 53. Ogararu (Assist Sio) 0:1. 88. Teixeira (Kukuruzovic) 1:1.
Zürich: Guatelli; Stahel, Zouaghi, Teixeira, Rodriguez (80. Mehmedi); Chikhaoui (68. Chermiti), Aegerter, Gajic (61. Kukuruzovic), Djuric; Alphonse, Hassli.
Sion: Vanins; Vanczak, Adailton, Dingsdag, Bühler; Rodrigo; Ogararu (76. Elmer), Obradovic (79. Sauthier), Zambrella, Sio; Prijovic (70. Yoda).
Bemerkungen: Zürich ohne Barmettler (verletzt) und Margairaz (familiäre Gründe/er wurde erstmals Vater), Sion ohne Berisha, Dominguez, Rochat, Serey Die (alle verletzt) und Mpenza (nicht im Aufgebot). 70. Pfostenschuss Hassli. 81. Platzverweis Vanins (Notbremse). 94. Pfostenschuss Dingsdag. Elmer nach dem Platzverweis von Vanins im Tor. Verwarnungen: 22. Zambrella. 37. Dingsdag. 40. Stahel. 48. Obradovic. 65. Aegerter. 79. Sio. 84. Chermiti (alle Foul).
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Die Walliser waren abgesehen von den ersten 20 Minuten die bessere Mannschaft und führten nach George Ogararus erstem Treffer für seinen Klub nach 53 Minuten mit 1:0. Und die Sittener hatten letztlich auch ein Chancenplus gegen die enttäuschenden und blassen Gastgeber erspielt.
Doch dann folgte die ominöse 80. Minute: Sions Keeper Andris Vanins eilte aus dem Tor und foulte ausserhalb des Strafraums den durchbrechenden Admir Mehmedi. Ref Massimo Busacca zögerte zunächst und zeigte nach Augenkontakt mit dem Assistenten dem Letten die rote Karte, obwohl sich zwei Walliser noch deutlich hinter ihrem Goalie befanden. Es war eine umstrittene Szene, für viele Beobacher hätte Gelb gereicht, doch präsentierte sich die Situation für den Fifa-Ref offenbar so, den fehlbaren Spieler auszuschliessen, weil dieser eine Torchance mit unerlaubten Mitteln vereitelt hatte. Sions Trainer Bernard Challandes sah das an der Seitenlinie anders und kochte vor Wut.
Enttäuschende FCZ-Offensive
Der umstrittene Platzverweis für Vanins hatte Folgen, denn Feldspieler Jonas Elmer musste die Rolle als Schlussmann übernehmen. In der 88. Minute konnte der Interims-Keeper einen satten Weitschuss von Joker Stjepan Kukuruzovic nur abklatschen, der aufgerückte Jorge Teixeira erbte zum 1:1. Es war bereits der dritte Treffer des Portugiesen im dritten Meisterschaftsspiel für den FCZ. Und es war bezeichnend, dass ein Verteidiger für den Ausgleich der Gastgeber besorgt war. Die Zürcher Sturmoffensive ist derzeit ein laues Lüftchen, einzig Eric Hassli bewies mit einem Pfostenschuss einen Hauch von Gefährlichkeit. Doch auch das Mittelfeld der Zürcher blieb – mit Ausnahme des aktiven Djuric – blass und mit wenig läuferischem Engagement.
Urs Fischer bewies einmal mehr, was für ein Sportsmann er ist und bezeichnete den Punkt als glücklich. «Aber die Walliser haben ihre Torchancen nicht genutzt, da sind sie selber schuld. Ich bin mit dem 1:1 zufrieden», gab sich der FCZ-Trainer gelassen nach der enttäuschenden Leistung seiner Mannschaft. Auch Fischer sah, dass in den Schlusssekunden der eingewechselte Yoda mit seinem Freistoss nur den Pfosten traf, und Bühler den Prellball nicht verwerten konnte.
Die Vergleiche von Challandes
Challandes, der ein Revival an seinem ehemaligen Arbeitsort erlebte, ereiferte sich während des Spiels über den (harten) Platzverweis. Nach der Partie gab sich der emotionale Jurassier sachlich. «Nach der roten Karte war es schwierig für uns. Ich bin natürlich enttäuscht, dass wir nicht mit einem Sieg nach Hause fahren. Schliesslich hatten wir kurz vor Schluss noch einen Pfostenschuss zu beklagen.»
Challandes bemerkt zum Ausschluss von Vanins nicht ganz zu unrecht, dass eine ähnliche Szene vor einer Woche mit Basels Schlussmann Costanzo als Hauptakteur nur zu einer Verwarnung geführt hatte. «Ich war heute natürlich sauer auf den Schiedsrichter, aber meine Laune war nicht persönlich gegen Schiedsrichter Busacca gerichtet», hielt Challandes im Teleclub fest. «Aber wir haben heute zwei Punkte verloren. Dennoch gratuliere ich meinen Spielern für ihre Leistung.» Und schliesslich seufzte Sions neuer Trainer noch, dass sein Team im Moment nicht nur Glück habe mit Entscheidungen der Unparteiischen. «Gegen Basel wurde zudem ein Tor von Obradovic nicht anerkannt. Aber das ist nun mal so, das kann man nicht ändern.»
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 31.07.2010, 20:37 Uhr

