DFB will jetzt eine Antwort auf die «Schwulen-Combo»
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 07.09.2010 7 Kommentare
Wirbel um die deutsche Nationalelf (Bild: Keystone )
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Er konfrontierte die deutsche Nationalmannschaft mit mysteriösen Andeutungen, ohne allerdings Ross und Reiter zu nennen. Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» hatte am 12. Juli dieses Jahres berichtet, Michael Becker habe behauptet, dass es einen ehemaligen Nationalspieler gebe, der die «Schwulen-Combo» demnächst hochgehen lassen würde. Eine ungeheuerliche Ankündigung, die der Deutsche Fussball-Bund (DFB) nicht einfach so auf sich ruhen lassen will.
Der DFB hat Becker laut «Bild»-Informationen mittlerweile bereits zum zweiten Mal angeschrieben, zu diesen dubiosen Äusserungen Stellung zu beziehen. Jörg Englisch, der Justiziar des DFB, forderte den im Grossherzogtum Luxemburg ansässigen Becker erneut auf, zu einem Essay im Magazin «Der Spiegel» eine Erklärung abzugeben. Englisch wartet offenbar immer noch auf eine Antwort.
Ballacks Berater Becker gerät unter Druck
Alexander Osang, ein mit dem Egon-Erwin-Kisch und Theodor-Wolff-Preis ausgezeichneter Autor, der sich sonst weniger im Sport als vielmehr im politischen und gesellschaftlichen Bereich bewegt, hatte den Berater von Ballack damals mit Sprüchen zitiert. Die Nationalmannschaft sei eine «Schwulen-Combo», die ein ehemaliger Nationalspieler demnächst hochgehen lassen werde. Und über einen ebenfalls nicht namentlich genannten Profi soll er gesagt haben: «Der ist halbschwul.»
Osang berichtete sogar über zwei Treffen mit Becker. «Er erzählte unglaubliche Geschichten, die ich in meinen Notizblock schrieb. Und Becker schien nichts dagegen zu haben, vielleicht, weil er annahm, dass sie sowieso nie veröffentlicht würden oder auch, dass sie bekannt seien.»
Klose hat sich von Becker getrennt
Der DFB nimmt das heisse Thema nach anfänglicher Zurückhaltung inzwischen sehr ernst und verfolgt es jetzt hartnäckig. «Wir möchten wissen, wie Herr Becker das gemeint hat», sagte Generalsekretär Wolfgang Niersbach der «Bild». Bis jetzt habe Becker auf die Bitte um eine Stellungnahme nicht reagiert. Er habe keine Erklärung, keine Entschuldigung, keine Einordnung und auch keine Richtigstellung abgegeben.
Michael Becker, promovierter Jurist mit Fachgebiet EU-Recht, steht in dieser Debatte unter Druck. Es wird gemutmasst, dass sich der ansonsten mitteilsame Anwalt deshalb in der aktuellen Diskussion um die sportliche Zukunft seines Mandanten Ballack in der Nationalmannschaft nicht äussert. Ballack ist nach dem Karrierenende von Bernd Schneider der einzige aktuelle Nationalspieler in Beckers Kundenkartei. Bayerns Torjäger Miroslav Klose hatte sich vor einiger Zeit einem anderen Berater angeschlossen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.09.2010, 11:14 Uhr
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7 Kommentare
Was ist wohl schlimmer: Dass Michael Becker die deutsche Nationalmannschaft als «Schwulen-Combo» bezeichnet, dass der Deutsche Fussball-Bund offenbar immer noch so unreflektiert homophob ist, dass er daraus eine Riesenaffaire macht, oder dass die Presse wieder einmal nichts merkt? Antworten
Tja, soll es in der Männer- und Machodomäne Spitzen-Fussball keine Homosexualität geben ? Wird Zeit, dieses Thema auch im Fussball "aufzubrechen" und Fussball-Profis die Chance für ein Coming-Out zu geben. Wobei ich gespannt bin, wie vor allem die "einfach strukturierteren" Fans und "Fanatiker" reagieren, wenn Verhöhnungen des Gegners nicht mehr möglich sind weil im eigenen Team Schwule spielen. Antworten
Ballack hat's verpasst einen stilvollen Abgang hinzulegen und sich auf den Klub zu konzentrieren. Auch wenn er dereinst wieder für Deutschland spielen sollte, bleibt ein schaler Nachgeschmack. Da es ihm aber momentan noch nicht mal für einen Stammplatz in Leverkusen reicht, und Heynkes das sogar öffentlich sagt, ist die ganze Käpten Diskussion in der Nationalmannschaft eigentlich hinfällig. Antworten


Martin Tschümperlin
... Es wäre doch nun endlich mal angebracht, eine Studie zu lancieren, - eine Studie, welche Sportler die erfolgreicheren sind, die Heteros - oder die Schwulen! Wenn das nämlich so wäre, dass ein überraschendes Resultat herauskäme, so könnten wir Schweizer schnell umrüsten und uns so für die nächsten Matches einen Vorteil verschaffen! Antworten