«Das war unprofessionell von Lichtsteiner»
Von Sascha Rhyner, Basel. Aktualisiert am 08.09.2010
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Ottmar Hitzfeld ist nicht bekannt für scharfe Einzelkritiken. So liess er Xavier Margairaz nicht als Sündenbock für die schwache erste Halbzeit gelten. «Man kann nicht einen einzelnen Spieler infrage stellen», hielt Hitzfeld auf eine entsprechende Frage fest. So sei es für einen Neuling schwierig, ins Spiel zu kommen.
Mit dem Platzverweis von Stephan Lichtsteiner wurde die Aufgabe für die Schweizer nach dem frühen Rückstand, der «den Engländern in die Karten spielte» (Hitzfeld), zusätzlich schwerer, zumal nur vier Minuten nach der gelb-roten Karte Adam Johnson auf 2:0 erhöhte. «Nach dem Traumtor von Shaqiri kam bei uns nochmals leichte Hoffnung auf eine Wende oder den Ausgleich auf», befand Hitzfeld.
«Die Karte hat mich sehr geärgert»
Wirklich in Gefahr geriet der Erfolg Englands im ausverkauften St.-Jakob-Park indes nicht mehr. «Die Engländer liessen den Ball jedoch sehr gut zirkulieren und zeigten ihre Klasse. Sie lockten uns geschickt raus und suchten die Entscheidung», erklärte Hitzfeld die kurze Phase der gefühlten Spannung nach dem ersten Länderspieltor von Xherdan Shaqiri.
Wenig Freude hatte der Schweizer Nationaltrainer vor allem an Stephan Lichtsteiners Platzverweis beim Stand von 0:1 in der 65. Minute. Dabei stiess ihm nicht einmal die aus seiner Sicht ungerechtfertigte zweite gelbe Karte sauer auf. «Die erste Karte hat mich sehr geärgert, denn das war sehr unprofessionell», erklärte er auf Anfrage von Tagesanzeiger/Newsnetz.ch. Der rechte Aussenverteidiger wird der Schweiz nun im nächsten, bereits vorentscheidenden Qualifikationsspiel in Montenegro fehlen.
«Sie sind stolz und geben schnell gelbe Karten»
Es ärgerte Hitzfeld besonders, dass er im Vorfeld noch darauf hingewiesen hatte. «Bei einem italienischen Schiedsrichter bringt Reklamieren überhaupt nichts», hatte er seine Spieler gewarnt. «Wir haben davor gesagt, dass wir den Schiedsrichter in Ruhe lassen.» Und auch Gökhan Inler, der wie Lichtsteiner in Italien engagiert ist und den Unparteiischen aus der Serie A kennt, wusste: «Nicht mit dem Schiedsrichter diskutieren. Wenn er pfeift, dann muss man es akzeptieren. Sie sind stolz und geben schnell gelbe Karten», erklärte der Mittelfeldstratege.
Der vom Platz gestellte Spieler verteidigt sich. Er habe fast nichts gesagt. «Aber wenn er die gelbe Karte zeigen will, dann findet er auch einen Grund», erklärte sich Lichtsteiner. Dem Schiedsrichter missfielen jedoch nicht die Worte des Lazio-Professionals, sondern wohl seine abschätzige Geste danach. «Die Karte war natürlich unnötig», gibt er dennoch zu. «Die italienischen Schiedsrichter sind die Unantastbaren, deshalb sollte ich ruhig sein.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.09.2010, 00:35 Uhr










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