«Der FC Zürich wird mit diesem Entscheid dreifach bestraft»
Von Peter Bühler. Aktualisiert am 19.11.2011 25 Kommentare
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Ancillo Canepa, wie werten Sie das Urteil zum abgebrochenen Derby?
Ich bin überrascht. Der FCZ wird gleich dreifach bestraft. Er verliert die Partie 0:3-Forfait, er muss 50 000 Franken Busse bezahlen, und er verliert die Einnahmen wegen der Sperre beider Fankurven im nächsten Derby mit Heimrecht.
Finden Sie die Provokation der GC-Fans zu wenig gewichtet?
Spontan sehe ich das so, ohne alle Details der Begründung bereits zu kennen.
Wie hoch wird der Verlust wegen der gesperrten Fankurven ausfallen?
Ich rechne damit, dass wir rund 5000 Karten nicht absetzen können. Das Minus wird sich in der Grössenordnung von 150 000 Franken bewegen, mit der Busse beträgt der finanzielle Verlust also rund 200 000 Franken.
Wird der FCZ Regressansprüche geltend machen?
Wir behalten uns rechtliche Schritte und Schadenersatzforderungen gegen den Pyro-Werfer sowie die Sicherheitsverantwortlichen bei jenem Derby vor.
Wird der FCZ gegen die Busse und die Schliessung der beiden Kurven beim Rekursgericht der Swiss Football League rekurrieren?
Das haben wir nicht noch entschieden. Wir werden zuerst die Urteilsbegründung der Disziplinarkommission gründlich studieren. Die Rekursfrist beträgt fünf Tage.
Das sportliche Verdikt, das 0:3-Forfait müsste der FCZ vor dem Internationalen Sportschiedsgerichts CAS in Lausanne anfechten. Tun Sie das?
Auch das ist offen. Wir werden das in der Geschäftsleitung, im Verwaltungsrat und mit unseren Vereinsjuristen eingehend diskutieren. Wir werden Anfang nächster Woche darüber entscheiden.
Ungemach droht dem FCZ auch im Europacup. Am 8. Dezember entscheidet die Uefa über Sanktionen wegen der von Zürchern in Rom gezündeten Knallpetarden.
Wir mussten ja wegen Pyrovergehen der Fans im Verlauf dieser Europacupsaison bereits über 50 000 Euro an Bussen zahlen. Jetzt wird eine weitere Geldstrafe dazu kommen.
Mit welchem Betrag rechnen Sie?
Das weiss ich nicht, aber er wird sich voraussichtlich im hohen fünfstelligen Bereich bewegen, denn wir gelten ja als Wiederholungstäter. Auch in diesem Fall behalten wir uns Schadenersatzforderungen gegen den Täter vor. Als Fazit bleibt, dass das Derby und das Spiel in Rom den FCZ weit über eine Viertelmillion Franken kosten werden. Dieses Geld würden wir doch viel gescheiter in den Profifussball investieren. So kann man keinen Profifussball mehr betreiben.
Die Disziplinarkommission der Swiss Football League wertet das am 2. Oktober nach 77 Minuten beim Stand von 2:1 abgebrochene Derby zwischen GC und dem FCZ mit 3:0 forfait für die Grasshoppers. Beide Klubs werden mit je 50 000 Franken gebüsst. Beim nächsten Heimderby des FCZ müssen Südkurve sowie GC-Fankurve geschlossen bleiben. (Der Bund)
Erstellt: 19.11.2011, 07:07 Uhr
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25 Kommentare
Herr Canepa würde das Geld lieber in den Profifussball investieren, so so. Aber die Kohle für seine Vereinsjuristen (einer reicht wohl nicht....), die reuen ihn dann schon weniger. hört doch mal auf mit den ewigen rekursen und juristischen plänkeleien und kümmert euch um den fussball auf dem rasen. der hat's derzeit nötig in der super league! Antworten
Am meisten bestraft sich der FCZ derzeit aber selber. Der mehrheitlich grottenschlechte Kick ist wohl die höchste Strafe für die Fans. Und ob das Geld im Fussball besser investiert ist, bezweifle ich. Der FCZ hat eine der teuersten Mannschaft und Budgets. Und trotzdem ist man am Ende der Tabelle. Am Geld liegt's wohl nicht! Antworten


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