Der Niedergang eines Wettbewerbs
Aktualisiert am 18.05.2011 4 Kommentare
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Der renommierte FC Porto trifft im Europa-League-Final auf Sporting Braga. Porto könnte sich heute den vierten europäischen Titel sichern, Braga dagegen muss oder darf sich mit der Rolle des Aussenseiters begnügen. Jedoch ist dieses Team nicht zu unterschätzen, hat es doch bereits Liverpool, Dynamo Kiew und Benfica Lissabon besiegt.
Das Interesse an der Europa League wird diese Finalpaarung aber nicht steigern. Ohne die Leistungen der teilnehmenden Mannschaften schmälern oder ihnen die spielerische Klasse absprechen zu wollen, die letzten zwanzig Jahre brachten dem europäischen Fussball den Niedergang des Uefa-Cup-Wettbewerbs.
«Pokal der Verlierer»
Dieser wurde 1972 als Nachfolger des Messe-Pokals ins Leben gerufen und war neben dem Pokal der Landesmeister und dem Europapokal der Pokalsieger ein wichtiger Wettbewerb. Doch im Jahr 1992 wurde die Champions League geschaffen, in welcher nicht nur die Landesmeister aus den 53 der Uefa angeschlossenen Ländern teilnehmen, sondern zum Teil auch die Zweit- oder Drittplatzierten der besten europäischen Ligen. Die spielerische Qualität in der Champions League stieg dadurch, und keiner würde einen Halbfinal zwischen Barcelona und Real Madrid missen wollen. Aber der Uefa-Cup wurde zum «Pokal der Verlierer», wie es Franz Beckenbauer einst treffend formulierte.
Die Uefa versuchte daraufhin, den Wettbewerb wieder interessanter zu machen, indem sie den ebenfalls darniederliegenden Europapokal der Pokalsieger im Jahr 1999 in den Uefa-Cup integrierte und 2004 eine Gruppenphase einführte. Zwar wurde die Gruppenphase des in Europa League umbenannten Pokals 2009 nochmals restrukturiert und verbessert, dies führte aber nicht zu einer Steigerung der Bedeutung.
Für Mannschaften mit internationalen Ambitionen ist der Pokal im besten Fall ein Trostpflaster. Finanziell springt nur ein Bruchteil der in der Champions League möglichen Gewinne heraus. Deshalb erstaunte es in Fussballkreisen nur wenige, dass Tottenhams Coach Harry Redknapp laut Offthepost.info über die Europa League sagte, dass dies «einer jener Wettbewerbe sei, in den die Teams hineingeraten und wieder heraus wollen».
Erstellt: 18.05.2011, 15:30 Uhr
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4 Kommentare
Ein Beweis, dass es heute nicht mehr nur um sehr viel Geld geht, sondern um Aufrechthaltung von Macht und Verteilung des ganzen Kuchens. Fragt man aber einfache, verrückte und fussballbegeisterte Fans, so würden wohl die meisten Liebhaber den alten Ritus herbeisehnen. Antworten
Der alte Modus wie er bis 1992 stattfand, war um einiges interessanter. Trauriger Höhepunkt war als man 1999 auch noch den Pokal der Pokalsieger eliminierte. Vor allem dieser Wettbewerb hatte einige der grossartigsten Finalspiele hervorgebracht. Ich erinnere da nur an 1979 und das legendäre 4:3 im alten Joggeli in Basel zwischen Barcelona und Düsseldorf . Gute alte Zeit. Antworten


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