Der sanfte Übergang beim FCB
Von Oliver Gut. Aktualisiert am 16.01.2012 7 Kommentare
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Vordergründig ändert sich nur das Organigramm. Gigi Oeri wird heute Abend im Kongresszentrum der Messe an einer ausserordentlichen Generalversammlung als Präsidentin des FC Basel zurücktreten und eine Ära beenden. Nachfolger wird Bernhard Heusler, der bisherige Vizepräsident, der bereits seit 2009 das operative Geschäft leitet. Die grosse Bühne kennt er bestens: Kommunizierte der Vorstand, so war es meist sein Gesicht, das in den vergangenen Monaten zu sehen war, während sich Oeri bewusst zurückhielt und zusehends rarmachte.
Entsprechend sanft wird der Übergang sein, zumal die 56-jährige Milliardärin dem 48-jährigen Juristen einen hervorragend aufgestellten Club übergibt. Der FC Basel ist sportlich als Tabellenführer der Super League und Champions-League-Achtelfinalist über dem Soll; er verfügt über eine gesunde Altersstruktur in der Mannschaft und über ein geballtes Mass an Kompetenz, Intelligenz und Unaufgeregtheit in den Führungsgremien. Und er kann sich darauf verlassen, dass seine Nachwuchsabteilung – auch diese selbstredend die beste des Landes – regelmässig Spieler hervorbringt, die zumindest nationale oder gar internationale Klasse darstellen.
Der finanzielle Fallschirm ist weg
Und doch: Im Hintergrund ist die Veränderung gross, die mit dem Abgang der starken Frau einhergeht. Dem Duo Oeri/Heusler ist es in den letzten Jahren zwar gelungen, dem FC Basel eine Struktur zu verpassen, die personelle Veränderungen bis hin zum Trainerwechsel abfedert. Neue Gigi Oeris jedoch wurden keine in den Club eingebunden. Und wenn die Schopfheimerin heute ihr Amt abgibt, dann verliert der FCB auch jene Person, die mit ihrem Vermögen grosse Sicherheit bot.
Denn selbsttragend war und ist der FCB nicht. Rund 25 Millionen Franken erwirtschaftet er jährlich mit ziemlicher Sicherheit, rund 30 Millionen Franken kostet aber, was er der Stadt bietet. Diese Diskrepanz überwindet er nur dann, wenn er im internationalen Geschäft erfolgreich ist (Champions-League-Teilnahme) oder er eines seiner Transferjuwelen verkauft. Heusler spricht zwar von vorhandenem Speck und dem Koloss FCB damit ein gewisses Sparpotenzial nicht ab. Gleichzeitig nennt er das Erschliessen neuer Quellen und damit das Finden neuer Investoren für den Bedarfsfall als eine seiner Aufgaben.
Dabei kommt ihm gelegen, dass der Druck derzeit relativ klein ist. Die finanzielle Gegenwart sieht dank der Champions-League-Erfolge rosig aus und bedarf keiner zusätzlichen Aufwendungen. Gleichzeitig stehen einige Spieler im Kader, deren Gegenwert jeweils mehrere Millionen Franken beträgt und von denen einige heftigst umworben werden. Dass es sich die Basler dabei jüngst leisten konnten, auf insgesamt 18,5 Millionen Franken zu verzichten – zehn Millionen hätte Galatasaray für Xherdan Shaqiri, 8,5 Millionen hätte der Hamburger SV für Granit Xhaka hingeblättert –, sagt alles über die derzeitige Situation und lässt erahnen, dass so schnell kein finanzieller Engpass droht. (Basler Zeitung)
Erstellt: 16.01.2012, 15:59 Uhr
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7 Kommentare
Die Aussage, der FCB sei nicht selbsttragend ist fragwürdig. Klar besteht ein strukturelles Defizit, wenn ein Verein jedoch über ein Jahrzehnt das Defizit mittels europäischem Fussball und Transfererlöse decken kann, so darf durchaus davon gesprochen werden, dass er selbsstragend ist. Er wäre es nur nicht, wenn Frau Oeri jedes Jahr Geld einschmeissen würde, was nicht passiert ist. Antworten

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