Deutscher Psychologe hypnotisiert Schweizer Natistars
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 07.04.2010
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Am Donnerstag hatte sich Raffael vor dem 3:0-Sieg am Samstag in Köln mit dem Psychologen in einem Berliner Hotel getroffen. Mit dabei war Raffaels Berater Dino Lamberti, der den Brasilianer schon seit Jahren erfolgreich managt. Lamberti übersetzte die deutschen Worte des Mental-Trainers für den Brasilianer ins Portugiesische. In der Sitzung ging es um eine Art Torhypnose. Lamberti erklärt gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet: «Raffael sass auf einem Stuhl vor einer Wand, auf die sein eigenes Bild projiziet wurde. Der Mental-Trainer versetzte ihn in einen Schlafzustand, drang dabei in das Unterbewussstsein des Stürmers ein.»
«Wir haben uns umarmt und geweint»
Plötzlich habe Raffael mit breiter und stolzer Brust auf dem Stuhl gesessen. Er sei wie verwandelt gewesen, wieder selbstsicher und voller Energie. «Als Raffael langsam und sanft aus dem Schlaf erwachte, haben wir beide geweint und uns umarmt. Es war Energie, die frei wurde. Da wusste ich sofort, dass es gewirkt hat», schildert Lamberti, der auch schon eine leise Vorahnung über das Spielergebnis hatte. «Vor dem Spiel in Köln bin ich zu Hertha-Manager Michael Preetz gegangen und habe ihm gesagt: Machen Sie sich bloss keine Sorgen, Raffael wird wieder Tore erzielen.» Eine Prognose, die voll einschlug. Hertha gewann in Köln mit 3:0.
Torhypnose ist erlaubt
Ist das Spielen nach einer Hypnose überhaupt erlaubt? Für Eugen Striegel, Lehrwart des deutschen Fussballbundes DFB ist das keine Problem. «Von Hypnose steht nichts im Regelwerk, folglich ist es auch nicht verboten», sagt Striegel.
Raffael hatte sich mit seinen zwei Treffern aus der persönlichen Torkrise geschossen und Hertha die Hoffnung im Kampf gegen den Abstieg zurückgegeben. Für Dino Lamberti ist das keine Überraschung. Er verrät, dass der Psychologe auch mit seinen beiden Schweizer Nationalspielern Gökhan Inler und Almen Abdi bereits sehr erfolgreich gearbeitet hat. Den Namen des Psychologen will und darf Lamberti nicht verraten. Der Ostschweizer gibt nur so viel preis: «Er ist Deutscher und hat in Deutschland Psychologie studiert.»
Psychologe besucht Inler und Abdi im Ausland
Der Psychologe sei 60 Jahre alt und wolle einfach keinen Wirbel mehr um seine Person. «Er ist schon extra nach Udine gefahren, um sich dort eingehend mit Gökhan Inler zu befassen» sagt Lamberti. Auch Almen Abdi schwöre auf die mentalen Kräfte des Psychologen. «Er wird demnächst nach Frankreich fahren», verrät Lamberti. Dort soll der Psychologe den ehemaligen FCZ-Star auf sein kommendes Engagement in Italien bei Udinese vorbereiten. Zurzeit spielt Abdi noch in Le Mans. In Frankreich ist er wie Raffael in Deutschland in den Abstiegskampf verwickelt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.04.2010, 11:18 Uhr



