Deutschland feiert Derdiyok – bei Hitzfeld nur Ersatz?
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 21.03.2011
Dossiers
Artikel zum Thema
Hitzfeld hat im Vorfeld dieser schicksalsschweren Partie in diversen Interviews gesagt, er erwarte eine aggressive bulgarische Mannschaft, die versuchen werde, ein Pressing aufzuziehen, um die Schweiz unter Druck zu setzen. Das sei die grosse Chance der Schweizer Mannschaft mit einem schnellen Konterspiel zu reüssieren.
Das ist eine treffende Feststellung zum Spiel in Sofia. Hitzfeld kann sich glücklich schätzen. Denn am Sonntag hat sich einer seiner begabtesten Konterspezialisten eindrücklich zurückgemeldet. Eren Derdiyoks herrliches Tor mit einem Gewaltsschuss ins Lattenkreuz gegen den deutschen Nationalkeeper Manuel Neuer könnte bei der ARD Ende Saison durchaus in die nähere Auswahl für das Tor des Jahres kommen. «Die schönen Tore zählen gleich viel wie die sogenannten Abstauber», sagt Derdiyok zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Wichtig sei einzig, dass Leverkusen nach dem 2:0-Sieg gegen Schalke den Abstand zu Leader Dortmund auf sieben Punkte habe reduzieren können. «Wir wollen dran bleiben und jede Schwäche der Dortmunder rigoros ausnutzen.»
Derdiyok erhielt das Prädikat Weltklasse
Die Chancen nutzen - das gelte im Übrigen auch für die Schweizer Nationalelf am kommenden Samstag in Bulgarien, sagt Derdiyok. «Im letzten Testspiel auf Malta hatten wir Chancen für vier, fünf Tore. Wir müssen einfach effizienter sein», fordert der Stürmer. In Sofia werde man wohl nicht zu so vielen Möglichkeiten kommen wie gegen Malta. Das Millionen-Blatt «Bild» hat Derdiyok mit der Traumnote 1 bewertet, was in der Skala Weltklasse bedeutet. «Ich habe mir auf dem Weg zum Tor Gedanken gemacht, wie ich abschliessen soll», sagt Derdiyok. Er habe sich dann spontan zu einem Schuss entschieden. Der Mut zum Risiko sei dann auch belohnt worden. Das Prädikat Weltklasse will Derdiyok nicht überbewerten.
«Damit kann ich mir nichts kaufen», sagt er bescheiden. Zurückhaltend bleibt der Basler auch in seinen Ansprüchen auf einen Stammplatz in der Nationalmannschaft. Er werde mit Sicherheit keine Polemik entfachen. «Ich spiele dort und auch jene Rolle, die mir Trainer Ottmar Hitzfeld zuteilt», sagt Derdiyok. Die Schweiz könne in Bulgarien nur bestehen, wenn das Kollektiv funktioniert. «Zu einer intakten Gruppe gehören alle, auch jene Spieler, die auf der Bank sitzen», sagt er. Er werde auch die Jokerrolle klaglos akzeptieren. Hitzfeld wäre allerdings gut beraten, Derdiyok in Sofia in die Stammelf zu beordern. Derdiyoks Konterstärke stellte an der Weltmeisterschaft sogar Weltmeister Spanien vor unlösbare Probleme. Er hatte beim 1:0-Sieg das goldene Tor von Gelson Fernandes vorbereitet. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.03.2011, 12:35 Uhr



